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NDR Elbphilharmonie Orchester

Alan Gilbert, Leitung; Henze / Brahms

Die Pianistin Tamara Stefanovich – Eine Frau mit blonden Haaren in einem schwarzen Samtblazer steht hinter einem zugeklappten Klavierflügel und schaut in die Kamera.

Die Pianistin Tamara Stefanovich – Eine Frau mit blonden Haaren in einem schwarzen Samtblazer steht hinter einem zugeklappten Klavierflügel und schaut in die Kamera.

Hans Werner Henze war bereits zu Lebzeiten eine Legende: ein „unter die Menschen geratener überlanger Musiklexikon-Eintrag im Grove oder in der MGG” wie sein Librettist Hans-Ulrich Treichel befand. Anlässlich des 100. Geburtstags von Hans Werner Henze präsentieren das von Alan Gilbert dirigierte NDR Elbphilharmonie Orchester und die Pianistin Tamara Stefanovich Henzes Préludes für Klavier, Tonbänder und Orchester mit dem hintergründigen Titel Tristan. Eine ergreifende Trauermusik, in der unter anderem Johannes Brahms’ 1. Sinfonie zitiert wird, die ebenfalls im Konzert erklingt. 

Seine Tristan-Préludes für Klavier, Tonbänder und Orchester aus dem Jahr 1973 wollte Hans Werner Henze „audio-visuell“ verstanden wissen: als Klang-Drama auf dem Konzertpodium. Dabei spiegelt sich in der hochemotionalen Musik vom ersten Takt an neben Schmerz auch Sehnsucht, Liebe, Trauer und Abschied – Henze selbst sprach vom „Todesschrei“ des Orchesters. In dem sechsteiligen Werk samt „coup de théâtre“ finden sich neben Wagner-Anspielungen (Tristan und Isolde und Wesendonck-Lieder) und Brahms-Zitaten auch verfremdete Tonbandklänge von Frédéric Chopins Trauermarsch aus der Klaviersonate b-Moll, „gleißend, wie das Meer am Herbstabend“ (Henze). Im Epilog schließlich rezitiert eine von Tonband zugespielte Kinderstimme in englischer Übersetzung Verse des anglo-normannischen Dichters Thomas d’Angleterre aus dem 12. Jahrhundert, in denen Isoldes tragischer „Liebestod“ beschrieben wird. Nach Henzes Trauermusik mit exponiertem Klavierpart, die um jene Toten trauert, „um die die Menschheit nun verarmt ist“, widmen sich Alan Gilbert und das NDR Elbphilharmonie Orchester Johannes Brahms’ 1. Sinfonie, die dramaturgisch Beethovens Devise „Per aspera ad astra“ (durch Dunkel zum Licht) folgt. Dem düsteren Ringen des c-Moll-Kopfsatzes mit seinen schweren Paukenschlägen und zerklüfteten Umschwüngen steht ein Finale gegenüber, das schließlich zu strahlendstem C-Dur findet.

Hans Werner Henze zu Ehren

Hans Werner Henze (1926–2012) 

Tristan 

Préludes für Klavier, Tonbänder und Orchester (1973, rev. 1991)

Johannes Brahms (1833–1897) 

Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68 (2. Fassung von 1878)

Künstler/Beteiligte: Tamara Stefanovich, Alan Gilbert

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Einführungsveranstaltung

19:10 Uhr, Südfoyer

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