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Vivian Maier: The Self Portrait and its Double

Die Entdeckung der Fotografin Vivian Maier (1926–2009) zählt zu den größten Sensationen der Fotogeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg.

New York, 18. Oktober 1953 © Estate of Vivian Maier, Courtesy of Maloof Collection and Howard Greenberg Gallery, New York – Vivian Maier Selbstporträt im Spiegel

New York, 18. Oktober 1953 © Estate of Vivian Maier, Courtesy of Maloof Collection and Howard Greenberg Gallery, New York – Vivian Maier Selbstporträt im Spiegel

Die Amerikanerin war als Künstlerin völlig unbekannt, bis der Makler und Freizeithistoriker John Maloof 2007 in Chicago einige Kisten aus einem Lagerhaus ersteigerte, in denen er historische Aufnahmen der Stadt vermutete. Zu seiner Überraschung stieß er stattdessen auf einen bislang unentdeckten und unerforschten fotografischen Schatz. 

Vivian Maier wurde 1926 in der Bronx in New York geboren, verbrachte aber einen Großteil ihrer Kindheit und Jugend in Frankreich. Ab den frühen 1950er-Jahren arbeitete sie in den USA als Kindermädchen und begann unermüdlich, mit einer Rolleiflex-Kamera das Leben auf den Straßen zu fotografieren. In ihrem Schaffen zeigen sich wiederkehrende Themen: Alltagszenen, soziale Gefüge, Menschen am Rand der Gesellschaft sowie die Welt der Kinder. Eine besondere Vorliebe hatte sie jedoch für Selbstporträts. Auf diesen Aspekt ihrer Arbeit konzentriert sich die Ausstellung The Self Portrait and its Double.

„Selbstporträts treten in Maiers Œuvre in vielfältigen Formen und Variationen auf – bis zu dem Punkt, dass sie fast schon eine eigene Sprache innerhalb ihrer Sprache bilden. Eine Dualität. Im Gegensatz zu Narziss, der sich durch die Betrachtung und Bewunderung seines eigenen Bildes zerstörte, war Vivian Maiers Interesse am Selbstporträt eher eine Suche nach ihrer Identität. Aufgrund ihres sozialen Status, der sie auf Unsichtbarkeit, auf eine Art Nicht-Existenz reduzierte, machte sie sich still und unauffällig daran, einen unwiderlegbaren Beweis für ihre Präsenz in einer Welt zu schaffen, in der sie keinen Platz zu haben schien. 

Reflexionen ihres Gesichts in einem Spiegel oder in einer unendlichen Rückführung, ihr Schatten, der sich auf dem Boden ausbreitet, oder der Umriss ihrer Gestalt: Jedes Selbstporträt von Vivian Maierist eine Bekräftigung ihrer Anwesenheit an jenem bestimmten Ort zu jenem bestimmten Zeitpunkt.“ Anne Morin, Kuratorin

In rund 40 Jahren schuf Vivian Maier ein immenses Werk, das schätzungsweise 150.000 bis 160.000 Schwarz-Weiß-Negative, mehrere tausend Farbfilme und Dias, dazu Dutzende Super-8- und 16-mm-Schmalfilme sowie Tonbänder und Alltagsdokumente umfasst. Ihr fotografisches Schaffen hielt sie zeitlebens völlig privat; ihre Aufnahmen zeigte sie nur ausgesprochen selten, und ein Großteil ihrer Filme blieb sogar unentwickelt.

2009 verstarb sie einsam und verarmt in einem Altenheim in Chicago. In einer Welt, in der es für Frauen wie sie keinen Platz gab, nimmt die zeitlebens Unsichtbare heute eine herausragende Stellung in der Fotografie ein, auf einer Stufe mit Größen wie Diane Arbus, Robert Frank, Helen Levitt und Garry Winogrand.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Anne Morin, Direktorin von DiChroma, Madrid.

Laufzeit: Sa, 05.12.2026 bis So, 28.02.2027

Preis: 7,00 €

Ermäßigter Preis: 5,00 €

Informationen zum ermäßigten Preis: Ermäßigte Tickets und freien Eintritt erhalten Sie bei Vorlage des entsprechenden Ausweises:

Kinder bis 12 Jahre freier Eintritt

Schülerinnen und Schüler, Studierende

Teilnehmende am Bundesfreiwilligendienst, Freiwilliges soziales Jahr

Arbeitslose, EmpfängerInnen von Hartz IV oder Grundsicherung, InhaberInnen des berlinpass

Schwerbehinderte (mindestens 50 v. H. MdE)

Journalistinnen und Journalisten erhalten nur nach vorheriger Akkreditierung freien Eintritt

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