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On Landscape: Zwischen Eskapismus und Entzauberung

Wie blicken Künstler*innen heute auf die Natur im Wissen um Klimawandel, Überbevölkerung, Vermüllung und ungezügelte Digitalisierung?

Haus am Lützowplatz (HaL), Simone Haack, La foret secrete, 2024

– Haus am Lützowplatz (HaL), Simone Haack, La foret secrete, 2024

Die Ausstellung "On Landscape: Zwischen Eskapismus und Entzauberung" versammelt internationale Künstler:innen, die das Thema Landschaft im Spannungsfeld ökologischer, technologischer und gesellschaftlicher Fragen neu verhandeln.

Zwei Kräfte stehen dabei im Fokus: Zum einen die Überlastung globaler Ressourcen, wie sie in dem Begriff des Anthropozäns greifbar wird. Zum anderen die wachsende Macht des Digitalen, beschleunigt durch Künstliche Intelligenzen, die immer stärker Alltag und künstlerische Praxen durchdringen.

Natur war als Gegenstand der Kunst nie ein neutrales Abbild. Seit die Landschaftsmalerei im 14. Jahrhundert als eigenständige Gattung entstand, ist sie ein kulturelles Konstrukt. Ob als idealisierte Idylle, unberührte Wildnis oder Wirtschafts- und Kulturraum—Landschaft war immer eine Projektionsfläche. Ihren Höhepunkt fand diese Aneignung in der Romantik des 19. Jahrhunderts, die die Natur unter dem Begriff des Erhabenen quasi-religiös überhöhte. Daran misst sich auch der Blick der Gegenwart.

Landschaften können Zeugnisse ökologischer Schuld im sogenannten ›Menschenzeitalter‹ sein—und zugleich Fluchtpunkte für die Sehnsucht nach einer besseren Welt. Der Mensch hat Natur gestaltet, ausgebeutet, zerstört. Und sucht doch immer noch Erlösung in ihr. Er träumt von Arkadien, das es nie gab. Vom Paradies, das stets schon Gärten meinte, nie Urwälder. Und noch immer brechen Künstler:innen auf: an die Pole, in den Regenwald. Auf der Suche nach einer transhumanen Erfahrung.

Doch was geschieht, wenn Landschaft selbst künstlich wird? Wenn sie aus Algorithmen, Daten und KI-generierten Simulationen besteht? Die Ausstellung fragt, ob solche Kunstlandschaften nur Spiegel unserer Entfremdung sind—oder ob sie ein utopisches Potenzial bergen. Die Ausstellung konzentriert sich konsequent auf die Gattung der Landschaft und präsentiert sie in unterschiedlichen Medien: von Malerei über Fotografie und Video bis hin zum Objektbild und zur Skulptur.

Mit Werken von: Alkan Avcıoğlu, Jessica Auer, Julius von Bismarck, Sven Drühl, Ornella Fieres, Philipp Fürhofer, Noémie Goudal, Beate Gütschow, Simone Haack, Michelle Jezierski, Friedrich Kunath, Hiroyuki Masuyama, Mike Strauch, Troika (Eva Rucki, Conny Freyer, Sebastien Noel)Kuratiert von Marc Wellmann und Asja Wolf

Laufzeit: Do, 10.09.2026 bis So, 03.01.2027

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