Marina Abramović, eine der bis heute einflussreichsten
Performancekünstlerinnen, präsentiert ab Mitte April 2026 "Balkan Erotic Epic".
Klagend schlagen sich Frauen auf den Oberkörper und
massieren ihre Brüste, während ein nackter Körper und ein Skelett eng
ineinander verschlungen liegen: Ausgehend von der Folklore des Balkans
– der Region, in der Abramović aufgewachsen ist – verwebt "Balkan
Erotic Epic. The Exhibition" filmische und skulpturale
Installationen mit Live-Performances. Abramović erforscht darin
Erotik als Brücke zwischen Leben und Tod, die das Selbst und den Kosmos
miteinander verbindet. Ihre Performances sind somit nicht nur Akte
persönlicher Ausdauer, sondern auch transformierte Rituale. Der
erotische Körper wird dabei zum Träger spiritueller, politischer und
ökologischer Bedeutung.
Seit 2005 arbeitet die Künstlerin an dem umfangreichen Werkkomplex "Balkan Erotic Epic", nach dem die Ausstellung benannt ist. Dafür drehte sie ursprünglich eine Reihe von Videos mit Pornodarsteller*innen in Serbien. Inspiriert ist das Werk von regionalen Volksmärchen und -liedern; die darin überlieferten Rituale beruhen auf dem Glauben, dass menschliche Sexualorgane und Körperflüssigkeiten einen positiven Einfluss auf das alltägliche Leben haben können. Seit Beginn ihres künstlerischen Schaffens ist Abramović von naturreligiösen Ritualen fasziniert – vor allem von der Vorstellung, dass der menschliche Körper darin nicht als privates oder rein sexuelles Objekt erscheint, sondern als kollektive Ressource: ein Medium, mit dem Menschen gemeinsam dem Tod begegnen, Fruchtbarkeit sichern und das Gleichgewicht der Natur wiederherstellen.
Kuratiert wird die Ausstellung von Agnes Gryczkowska, Kuratorin und Musikerin, und Jenny Schlenzka, Direktorin, Gropius Bau, mit Elena Franziska Setzer, Assistenzkuratorin, Gropius Bau, und Savannah Thümler, Kuratorische Assistenz, Gropius Bau
Laufzeit: Mi, 15.04.2026 bis So, 23.08.2026