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Marina Abramović: Balkan Erotic Epic

Im Zentrum der Ausstellung von Marina Abramović im Berliner Gropis Bau steht ihr fortwährendes Interesse an Ritualen, Erotik, Tod und dem Körper als Ort politischen Widerstands.

Marina Abramović, Women Massaging Breasts II aus der Serie Balkan Erotic Epic, C-Print, 2005, Serbien

– Marina Abramović, Women Massaging Breasts II aus der Serie Balkan Erotic Epic, C-Print, 2005, Serbien

Marina Abramović, eine der bis heute einflussreichsten Performancekünstlerinnen, präsentiert ab Mitte April 2026 "Balkan Erotic Epic".

Klagend schlagen sich Frauen auf den Oberkörper und massieren ihre Brüste, während ein nackter Körper und ein Skelett eng ineinander verschlungen liegen: Ausgehend von der Folklore des Balkans – der Region, in der Abramović aufgewachsen ist – verwebt "Balkan Erotic Epic. The Exhibition"  filmische und skulpturale Installationen mit Live-Performances. Abramović erforscht darin Erotik als Brücke zwischen Leben und Tod, die das Selbst und den Kosmos miteinander verbindet. Ihre Performances sind somit nicht nur Akte persönlicher Ausdauer, sondern auch transformierte Rituale. Der erotische Körper wird dabei zum Träger spiritueller, politischer und ökologischer Bedeutung.

Seit 2005 arbeitet die Künstlerin an dem umfangreichen Werkkomplex "Balkan Erotic Epic", nach dem die Ausstellung benannt ist. Dafür drehte sie ursprünglich eine Reihe von Videos mit Pornodarsteller*innen in Serbien. Inspiriert ist das Werk von regionalen Volksmärchen und -liedern; die darin überlieferten Rituale beruhen auf dem Glauben, dass menschliche Sexualorgane und Körperflüssigkeiten einen positiven Einfluss auf das alltägliche Leben haben können. Seit Beginn ihres künstlerischen Schaffens ist Abramović von naturreligiösen Ritualen fasziniert – vor allem von der Vorstellung, dass der menschliche Körper darin nicht als privates oder rein sexuelles Objekt erscheint, sondern als kollektive Ressource: ein Medium, mit dem Menschen gemeinsam dem Tod begegnen, Fruchtbarkeit sichern und das Gleichgewicht der Natur wiederherstellen.

Kuratiert wird die Ausstellung von Agnes Gryczkowska, Kuratorin und Musikerin, und Jenny Schlenzka, Direktorin, Gropius Bau, mit Elena Franziska Setzer, Assistenzkuratorin, Gropius Bau, und Savannah Thümler, Kuratorische Assistenz, Gropius Bau

Fotos: Installationsansichten der Ausstellung "Marina Abramović: Balkan Erotic Epic".

Highlight: Diese Schau ist eine der Top-Ausstellungen 2026 in Berlin. 

Laufzeit: Mi, 15.04.2026 bis So, 23.08.2026

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