Reale
Körper und imaginierte Bildräume begegnen sich und eröffnen unterschiedliche
Perspektiven auf den Moment, in dem Ordnungen ihre bindende Kraft verlieren. vₑ
= √(2GM/r): Diese Formel berechnet die Fluchtgeschwindigkeit – die
Mindestgeschwindigkeit, die ein Körper erreichen muss, um ein Gravitationsfeld
dauerhaft zu verlassen. In der Ausstellung wird aus diesem physikalischen
Grenzwert eine visuelle Metapher. Die
Künstler gehen der Frage nach, was Körper, Bilder und Erinnerungen in ihren
vertrauten Bahnen hält. Was geschieht an der Schwelle, an der die Anziehung
fortwirkt, die weitere Bewegung jedoch nicht mehr zurückführt? Jonas
Hödicke studierte Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Markus
Lüpertz und Siegfried Anzinger.
In Hödickes Skulpturen verdichten sich Linien zu Körpern; Zwischenräume und
Schatten bestimmen ihre Form.
Seine Gemälde und Zeichnungen führen dieses Wechselspiel von Spannung,
Widerstand und Bewegung auf der Fläche fort.
Kiki
Karnstein ist der Künstlername der Kunsthistorikerin, Kuratorin und Autorin
Kirstin Buchinger, Gründerin des YVA-Archivs Berlin. Die Wurzeln ihrer künstlerischen Praxis liegen in der klassischen
Dunkelkammerarbeit. Ihre Fotografien verbindet sie heute mit postfotografischen Verfahren,
kunsthistorischen Referenzen und malerischen Eingriffen. In ihren Arbeiten
transformiert sie Bildikonen und Mythen; vertraute physikalische Gesetze
scheinen dabei außer Kraft gesetzt. Im
Ausstellungsraum wird das Verhältnis von Leichtigkeit und Schwere in beiden
Positionen körperlich erfahrbar: Hödickes Figuren bestehen aus Draht und Stahl,
doch ihre offene Struktur macht das Gewicht durchlässig. Karnsteins Bildräume
wirken schwebend, sind jedoch zugleich vom Motiv der Endlichkeit durchzogen. Noch sind die Formen gebunden; ihre weitere Bewegung bleibt offen.
Laufzeit: Di, 01.09.2026 bis Sa, 03.10.2026