Austin Martin White: The Lie, the larp and the lusophile
Anhand von Gemälden und Arbeiten auf Papier untersucht White die Konstruktion kollektiven Gedächtnisses und erforscht postkoloniale Geschichtsschreibungen sowie die Art und Weise, wie Bilder kulturelle Narrative formen.
Dabei setzt er sich mit der fließenden Grenze zwischen historischer Tatsache, nationalem Mythos und kultureller Identität auseinander. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Vermächtnis des brasilianischen Barockbildhauers Antônio Francisco Lisboa (ca. 1738–1814), bekannt als Aleijadinho, dessen Biografie seit langem zwischen dokumentierter Geschichte und Legende oszilliert.
White präsentiert Porträts des Künstlers neben Darstellungen seiner Propheten-Skulpturen im Heiligtum von Bom Jesus de Matosinhos in Congonhas. Weitere Gemälde greifen die Holzschnittumschläge der Literatura de Cordel auf – jener populären gedruckten Hefte aus dem Nordosten Brasiliens, in denen Folklore, Religion, Politik und Geschichte miteinander verschmelzen. Unter Verwendung von Polyethylenfolie, Siebdruckgewebe, Pigmenten, Gummi, Vinyl und Sprühfarbe schafft White vielschichtige Oberflächen, die den fragmentierten und medial vermittelten Charakter historischer Erzählungen widerspiegeln. Seine Arbeiten laden die Betrachtenden dazu ein, darüber nachzudenken, wie Geschichten konstruiert, verbreitet und schließlich als wahr angenommen werden.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 11 bis 18 Uhr