Wie Mülltrennung wirkt

Bild Glascontainer

Teil 1: Wie der Glascontainer Ökosysteme schützt

Die korrekte Entsorgung von Marmeladengläsern oder Saftflaschen in Glascontainern ist für viele Menschen anstrengend und aufwendig. Daher wollen wir hier der Frage nachgehen: Was bringt das eigentlich?
Glas besteht überwiegend aus Quarzsand, der eingeschmolzen und je nach Farbe und Verwendung mit verschiedenen Zusätzen versehen, in die gewünschte Form gebracht wird. Dieser Prozess ist sehr Energieintensiv und verursacht erhebliche CO 2 -Emissionen, da die dafür benötigten Temperaturen nur schwer mit Strom oder anderen erneuerbaren Energiequellen erreicht werden können. Die Nutzung von Glasscherben im Herstellungsprozess reduziert diesen Energieaufwand ein wenig (bei 10% Scherbeneinsatz um ca. 3 %), doch es wird deutlich, dass Mehrwegflaschen/Gläser mit großem Abstand die nachhaltigste Lösung sind.
Der eigentliche Vorteil von Glas-Recycling besteht im Ressourcenschutz: Sand wird im Tagebau abgebaut, sodass im Herstellungsprozess großflächig Ökosysteme zerstört und angrenzende Ökosysteme durch Staubeintrag beeinträchtigt werden. Durch die große Menge des in Deutschland eingesetzten Glases wird deutlich, dass hier eine Menge Potenzial für mehr Schutz von Umwelt und Natur besteht.

Im Jahr 2022 fielen in Deutschland ca. 3 Mio Tonnen Glasabfälle an, von denen ca. 85% recycelt wurden. Allerdings landen immer noch große Mengen Altglas in den Restmülltonnen (in Berlin ca. 8,7 kg pro Einwohner im Jahr), sodass nach wie vor deutliches Verbesserungspotenzial besteht. Dennoch zeigt das Beispiel Glas mit seiner hohen Recyclingquote seit vielen Jahren, wie eine Kreislaufwirtschaft praktisch funktionieren kann und damit Ressourcen und Umwelt geschont werden.
Besonders wichtig ist dabei eine möglichst sortenreine Entsorgung der verschiedenen Glasarten, da nur so eine Weiterverarbeitung bei gleichbleibend hoher Qualität sichergestellt werden kann.
Die Sammlung von Altglas erfolgt in Berlin über „Glasiglus“, die an zentralen Sammelpunkten bereitstehen.
Dort können allerdings nur Flaschen, Marmeladen- und Einmachgläser sowie Parfümflakons in den jeweiligen Farbcontainern entsorgt werden. Blaues oder rotes Glas kann im Grünglascontainer entsorgt werden, da Grünglas weniger empfindlich auf Verunreinigungen reagiert als andere Sorten. Deckel sollten gesondert in der Wertstofftonne entsorgt werden. Allerdings stellt es für den Recyclingprozess kein Problem dar, wenn sie im Glascontainer landen, da sie im späteren Verlauf aussortiert werden können.
Nicht in Glascontainer gehören Trinkgläser, Keramik und Porzellan, Fensterglas, Spiegel oder Spezialgläser (bspw. aus Aquarien oder Auflaufformen), da diese andere Schmelzpunkte haben und ebenfalls die Weiterverarbeitung erschweren. Sie sollten besser im Restmüll (Schwarze Tonne) entsorgt werden.

Am besten für Umwelt und Klima ist aber natürlich der Müll, der gar nicht erst entsteht. Daher gilt auch bei Glas: Mehrweg ist besser als Einweg.