Alexander lebte in Brandenburg und arbeitete als Key Account Manager, bis ihn 2022 ein schwerer Schicksalsschlag traf: Seine Frau verließ ihn mitsamt den gemeinsamen Kindern. Auch Hund, Haus und Auto waren damit weg. Kurze Zeit später saß er auf der Straße. Er begann zu reflektieren, was sich in seinem Leben ändern müsse, und startete eine Therapie, in der sich das klare Bild einer beruflichen Neuorientierung abzeichnete.
Zum Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg kam er ursprünglich nur, um eine Meldeadresse in Berlin zu erhalten, da er zu dieser Zeit in einer Obdachlosenunterkunft gegenüber vom Bezirksamt lebte. Allerdings rechnete er nicht damit, dass man ihn hier ernst nehmen und als Menschen sehen würde – statt als gescheiterte Existenz. Nach Gesprächen mit Arbeitstherapeuten kam er zu dem Schluss, dass eine Ausbildung im Bezirksamt der richtige Neustart für ihn sei. So begann Alexander, sich mit 38 Jahren beruflich neu aufzustellen. Auch wenn es sich zunächst seltsam anfühlte, wieder die Schulbank zu drücken, kämpfte er sich Stück für Stück ins Leben zurück.
Heute ist er dankbar für die zweite Chance, die ihm das Bezirksamt ermöglichte, und möchte mit seiner Geschichte andere ermutigen, weiterzumachen. Vermeintliche Schwächen und die eigene Vergangenheit sollte man seiner Meinung nach nicht verstecken, sondern offen mit ihnen umgehen – denn das sei meistens eine große Stärke. Auch bei einem Bewerbungsgespräch im Bezirksamt.