Die Berliner Jobcenter starten stadtweite Kampagne - Echte Geschichten zeigen echte Wege „zurück in den Job“

Andre, Nancy und Yvonne im Portrait.

Pressemitteilung vom 01.04.2026

Eine Schwerbehinderung, alleinerziehend mit drei Kindern, 15 Jahre ohne Berufsabschluss – gemeinsam zeigen die zwölf Berliner Jobcenter ab dem 1. April 2026 Menschen, deren Lebensgeschichten nicht dem gängigen Bild einer Erfolgsbiografie entsprechen. Und genau das ist die Botschaft: Yvonne, Andre und Nancy waren alle jahrelang ohne feste Beschäftigung. Heute stehen sie wieder im Berufsleben. Nicht weil der Weg einfach war, sondern weil sie ihn gegangen sind.
Für die stadtweite Kampagne „Zurück in den Job“ haben sich die Berliner Jobcenter bewusst gegen inszenierte Motive entschieden. Stattdessen erzählen drei ehemalige Leistungsbeziehende in kurzen Videos und auf Plakaten in S- und U-Bahnen, Bussen, Straßenbahnen sowie an zentralen Bahnhöfen in der Berliner Innenstadt selbst von ihrem Weg.

Drei Beispiele, drei sehr unterschiedliche Wege

Yvonne war über 15 Jahre ohne Berufsausbildung. Heute ist sie Busfahrerin und bundesweit unterwegs.
Andre lebt nach einem schweren Schicksalsschlag mit einer sichtbaren Schwerbehinderung und hat einen Job gefunden, in dem genau das keine Rolle spielt.
Nancy, alleinerziehend mit drei Kindern, ist heute fest angestellt und zeigt ihren Kindern jeden Tag, dass sich Durchhalten lohnt.
Keiner dieser Wege war geradlinig. Und keiner schnell. Doch alle drei haben ihn gefunden.

Es gibt nicht den einen Weg zurück in Arbeit

Die Plakate greifen bekannte Vorurteile auf: „Fachfremd, keine Erfahrung.”, „Alleinerziehend, 3 Kinder.”, „Schicksalsschlag, schwerbehindert.” – Sätze, die wie Hindernisse klingen, und die durch das eine Wort dahinter gebrochen werden: Eingestellt!
Für manche ist es die passende Weiterbildung, für andere ein flexibler Arbeitgeber oder ein Umfeld, in dem individuelle Herausforderungen kein Hindernis sind. Oft ist es auch das persönliche Gespräch, das den entscheidenden Impuls gibt. Der Wiedereinstieg scheitert oft nicht am Willen, sondern daran, dass Perspektiven fehlen, die zur eigenen Lebenssituation passen.

Lutz Mania, Geschäftsführer des Jobcenter Berlin Mitte: „Die tägliche Arbeit in allen zwölf Berliner Jobcentern zeigt, dass der Weg zurück in Arbeit selten gerade verläuft. Oft geht es drei Schritte vor und zwei zurück. Hier zählt dann häufig: Dranbleiben, Vertrauen aufbauen und die richtigen Chancen sichtbar machen. Genau das bekommt mit dieser Kampagne ein Gesicht oder besser gesagt: gleich drei. Wir wollen zeigen, was möglich ist, wenn Menschen Unterstützung bekommen und jemand an sie glaubt. Denn oft beginnt genau dann auch der Glaube an die eigene Stärke.“

Mehr als „nur“ Arbeitslosigkeit

Die Zahlen zeigen, dass solche Wege keine Ausnahme sind: Die Berliner Jobcenter sind für fast 430.000 Menschen in unserer Stadt da. Von den rund 320.000 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die die Berliner Jobcenter betreuen, wiesen im November 2025 neun von zehn arbeitslosen Kund*innen mindestens ein besonderes Vermittlungshindernis auf – etwa eine gesundheitliche Einschränkung, eine fehlende Berufsausbildung oder Langzeitarbeitslosigkeit. Dennoch schafften es über 70.000 Menschen in 2025 eine Arbeit aufzunehmen – so viele wie in das Olympiastadion passen. (Quelle: Statistikservice der Bundesagentur für Arbeit.)

Chancen und Arbeit sichtbar machen – in der Berliner Innenstadt und digital

Die Plakat-Kampagne läuft zunächst im April 2026 in der Berliner Innenstadt und wird digital ergänzt. Wer den QR-Code auf den Plakaten scannt, landet bei kurzen Videos auf www.berlin.de/jobcenter oder auf Instagram (@jobcenter.berlin). Gedreht wurde dort, wo die Geschichten wirklich spielen: im Alltag, im Job, im Kontakt mit dem Jobcenter.

  • Fachfremd, keine Erfahrung. Eingestellt!

    Kampagnenmotiv: Fachfremd, keine Erfahrung. Eingestellt!

  • Alleinerziehend, 3 Kinder.

    Kampagnenmotiv: Alleinerziehend, 3 Kinder. Eingestellt!

  • Schicksalsschlag, Schwerbehindert. Eingestellt!

    Kampagnenmotiv: Schicksalsschlag, Schwerbehindert. Eingestellt!