Vier Jahre Krieg, vier Jahre Integration: Zahl der ukrainischen Beschäftigten in Berlin steigt weiter

Nataliia vor der Kita, in der sie ihre Praxisstunden absolviert

Nataliia vor der Kita, in der sie ihre Praxisstunden absolviert

Pressemitteilung vom 23.02.2026

Am 24. Februar 2026 jährt sich der Beginn der russischen Invasion in die Ukraine zum viertem Mal. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und anhaltendem Zuzug zeigt sich am Berliner Arbeitsmarkt eine positive Entwicklung: Seit Kriegsausbruch hat die Zahl der Beschäftigten mit ukrainischer Staatsangehörigkeit in Berlin um 16.570 Personen zugenommen und sich damit mehr als verdreifacht. Im November 2025 waren insgesamt 22.900 Ukrainerinnen und Ukrainer in Berlin beschäftigt, fast 90 Prozent (88,6) davon sozialversicherungspflichtig (20.300 Personen). Allein innerhalb eines Jahres nahm die Zahl der Beschäftigten mit ukrainischer Staatsbürgerschaft in Berlin um 3.795 zu.

Aktuelle Arbeitsmarktsituation ukrainischer Geflüchteter

In den Berliner Jobcentern waren im Januar 2026 10.597 Personen als arbeitslos gemeldet – ein Anstieg um 1.782 Personen gegenüber dem Vorjahr, der vor allem den anhaltenden Zuzug widerspiegelt. Gleichzeitig gehen mehr Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit aus Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung, Ausbildung oder in Selbständigkeit. Im Januar 2026 betrug dieser Anstieg 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zum Vergleich: bei den TOP 8-Asylherkunftsländern lag der Anstieg bei 1,3 Prozent. Auch die Beschäftigungsquote spiegelt diesen Fortschritt wider: Sie stieg von 23,8 Prozent im November 2022 auf 33,5 Prozent im November 2025.

Lutz Mania, Geschäftsführer des Jobcenter Berlin Mitte, ordnet die Zahlen ein: „Seit Beginn des Krieges sehen wir in Berlin eine klare positive Entwicklung bei der Integration ukrainischer Geflüchteter. Arbeit ist der wichtigste Integrationsmotor. Wer früh einsteigt, sammelt Erfahrung, lernt die Sprache im Alltag und knüpft Kontakte. Wir setzen weiterhin auf ‘Einstieg zum Aufstieg’: also möglichst früh Arbeit aufnehmen und parallel Sprache und Qualifikation im Betrieb weiterentwickeln. Die Integration kommt voran, aber sie braucht Engagement auf allen Seiten: von uns als Jobcenter, von den Unternehmen und von den Menschen selbst.“

Auf dem Weg zur Anerkennung: Integration Schritt für Schritt

Für viele Ukrainerinnen und Ukrainer bedeutet die Integration in den Arbeitsmarkt nicht nur die Aufnahme einer Beschäftigung, sondern auch den oft langen Weg zur Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse. Die Berliner Jobcenter begleiten diesen Prozess aktiv. Ein Beispiel dafür ist Nataliia, ausgebildete Kindheitspädagogin aus der Ukraine. Die Kundin des Jobcenter Berlin Spandau strebt derzeit im Rahmen eines Anpassungslehrgangs ihre Anerkennung an. Den theoretischen Teil hat sie bereits erfolgreich abgeschlossen. Aktuell absolviert sie die vorgeschriebenen 100 Praxisstunden in einer Berliner Kindertagesstätte.

Nataliia, Kundin des Jobcenter Berlin Spandau: „Als ich nach Berlin kam, wusste ich nicht, ob ich jemals wieder als Pädagogin arbeiten würde. Die Behörden, die Sprache, die Anforderungen – alles war neu und manchmal überwältigend. Aber meine Beraterin im Jobcenter hat an mich geglaubt. Schritt für Schritt haben wir gemeinsam einen Weg erarbeitet. Jetzt arbeite ich in einer Kita, mache meine Praxisstunden. Ich spüre: Ich bin angekommen. Die Kinder geben mir jeden Tag so viel zurück. Das ist mein Beruf und ich arbeite daran, ihn hier in Deutschland offiziell ausüben zu dürfen.“

Ausblick und Herausforderungen

Die Berliner Jobcenter arbeiten eng mit Arbeitgebenden, Kammern, Bildungsträgern und dem BAMF zusammen, um geflüchtete Menschen nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Der Ansatz „Einstieg zum Aufstieg“ – früh eine Beschäftigung aufnehmen und parallel Sprache und Qualifikation weiterentwickeln – zeigt Wirkung. Gleichzeitig bleiben Herausforderungen wie Sprachkenntnisse, die Anerkennung ausländischer Abschlüsse sowie Fragen der Kinderbetreuung zentrale Themen, an denen weitergearbeitet wird.

Eine weitere statistische Aufbereitung zu Geflüchteten am Arbeitsmarkt finden Sie auf der Homepage der Statistik der Bundesagentur für Arbeit.