Buchtipps 2018

Luise liest 540x270
Bild: Stadtbibliothek Berlin-Mitte

Lesen ist Luises Leidenschaft. Hier empfiehlt sie Euch Bücher und andere Medien.

Erstes Quartal 2018

Cover Fell und Feder
Bild: atlantis

Fell und Feder

Ein Hund, der einen neuen, starken Freund sucht und ein Huhn, das von einem Abenteuer träumt, treffen aufeinander. Sie wollen einander helfen sich ihren Wunsch zu erfüllen und werden dabei doch glatt selbst beste Freunde. In „Fell und Feder“ führen Hund und Huhn ein Theaterstück auf, um uns ihre Geschichte zu erzählen. Die Geschichte ihrer Freundschaft. Dass sie trotz ihrer Unterschiede – oder vielleicht gerade deswegen – beste Freunde sind.

Die Geschichte als Theaterstück zu erleben verleiht dem Buch etwas Besonderes und macht Lust darauf, selbst mal das Theater zu besuchen. Die Figuren wachsen einem schnell ans Herz und zeigen uns was Freundschaft eigentlich bedeutet. Ein tolles Bilderbuch mit toller Botschaft!

Muss ich was abgeben?

Der dritte Band der Geschichten über Schweinchen und Elefant Gerald ist da! Mit witzigen, einfachen Bildern wird die Schwierigkeit des Teilens erklärt. Muss Gerald sein Eis mit seinem besten Freund teilen? Was ist wenn Schweinchen das Eis gar nicht schmeckt oder es das Eis gar nicht so sehr essen möchte, wie Gerald selbst? Über all diesen Fragen vergisst er doch glatt das Eis zu essen an diesem heißen, sonnigen Tag…

Elefant Gerald zeigt, was gut und schlecht sein kann am Teilen und dass letztendlich der Gedanke dahinter zählt, jemandem eine Freude machen zu wollen. Eine klare Empfehlung für Leseanfänger und Familien, in denen Teilen ein aktuelles Thema ist.

Cover Anschlag von rechts
Bild: cbj

Anschlag von rechts

Nach einem gemütlichen Abend, an dem Robert, Matze und Beate das ein oder andere Glas Alkohol zu viel getrunken haben, kommen sie auf eine Idee: Man könnte ja dem neuen Asylantenheim im Ort einen Besuch abstatten. Ihrer Wut auf diese Flüchtlingswelle, von der jetzt immer alle reden, wollen sie Luft machen. Ein Molotowcocktail soll den Bewohnern zeigen, dass sie unerwünscht sind. Gesagt, getan, doch mit den Folgen ihrer Tat hätte keiner der drei gerechnet.

Frozan, Zarah, Muthuk, Mary, Joshua, Akilah und Familie Khosa wohnen alle zusammen in dem neuen Asylantenheim. Ihre Geschichten sind sehr verschieden und doch haben sie alle eines gemeinsam: Sie sind alle nach Deutschland geflüchtet, um in Sicherheit zu leben.

Reiner Engelmann erzählt in seinem Buch nicht nur davon, wie es zu einem rechtsextremistischen Anschlag kommen kann, sondern berichtet auch über die Flüchtlinge und wie ihr Weg sie nach Deutschland führte. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit und der Autor erzählt dabei sachlich von den Geschehnissen, ohne direkt eine Seite zu beziehen. Dadurch hat das Buch einen Report-Charakter und lässt es so wirken, als wäre der Leser teilweise selbst Beobachter. Im Nachwort gibt der Autor Informationen zu der aktuellen Flüchtlingslage und wieso Menschen eigentlich aus ihrem Land flüchten. Zudem werden im Glossar des Buches neonazistische Symbole und Bezeichnungen erklärt.

Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der sich mit dem Rechtsextremismus beschäftigt und sich die Frage stellt: „Warum?“. Die Thematik ist ebenso wichtig, wie aktuell. Der Autor regt die Leser mit dem Buch zum Nachdenken an, dabei ist das Buch zwar sehr kurzweilig, aber gut zu lesen.

Cover Das Tagebuch der Anne Frank
Bild: S.Fischer

Das Tagebuch der Anne Frank: Graphic Diary

Jeder kennt die Geschichte der Anne Frank und ihr weltweit verlegtes Tagebuch. In „Das Tagebuch der Anne Frank: Graphic Diary“ wird uns mit einem prägnanten Zeichenstil, neu aufgearbeitet nicht nur das Leben von Anne Frank zu dieser furchtbaren Zeit, sondern auch ihre innere Gefühlswelt nähergebracht. Ihre Hoffnungen, Träume und Wünsche, aber auch ihre Ängste und Probleme werden dem Leser mit Witz erzählt. Dennoch zweifelt man auf keiner Seite, an der Ernsthaftigkeit der damaligen Situation.

Empfehlenswert für alle, die sich mit dem Thema des zweiten Weltkrieges beschäftigen, oder die Geschichte der Anne Frank noch mal, auf eine andere Art und Weise, erzählt bekommen möchten.

Cover Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken
Bild: Hanser

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

John Greens neuestes Werk befasst sich mit der menschlichen Psyche und zeigt, was im Kopf eines Mädchens vorgeht, das an einer Zwangsstörung leidet. Aza ist 16, lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter zusammen und bewältigt mit ihren Freunden zusammen den normalen Schulalltag. Wenn da nicht diese furchtbaren Gedanken wären, die sie quälen und manchmal auch zu kontrollieren scheinen. Zudem ist da noch der verschwundene Milliardär Russel Picket. Für Hinweise auf dessen Aufenthaltsort winkt eine hohe Geldsumme, die sich Azas beste Freundin Daisy nicht entgehen lassen will. Nur zu praktisch, dass Aza früher mit Russel Pickets Sohn befreundet war. Durch ihn wollen sie den Fall aufklären. Doch Aza ahnt nicht, dass sich aus der alten Freundschaft etwas ganz neues und besonderes entwickeln könnte.

Azas Gedanken und Probleme mit ihrer psychischen Krankheit werden in dem Buch nicht beschönigt und man fühlt sowohl mit ihr, als auch mit ihrem sozialen Umfeld mit. Dabei erleben wir ihre Erfahrungen mit der ersten Liebe mit, die alltäglichen Probleme eines Teenagers und wie sie versucht, aus ihren Gedankenspiralen auszubrechen. Das Buch baut dabei keine allzu große Spannung auf, das muss es aber auch gar nicht. Die Geschichte um Aza wird sicher nicht jedem gefallen, befasst sich aber mit einer wichtigen Thematik. John Green beweist auch hier wieder sein Talent für das Schreiben und erzählt mit viel Tiefgang eine Geschichte über wahre Freundschaft, zwischenmenschliche Beziehungen und zeigt, dass das Leben immer irgendwie weitergeht.

Zweites Quartal 2018

Cover Ein Loch gegen den Regen?
Bild: atlantis

Ein Loch gegen den Regen?

Dunkle Wolken ziehen am Himmel auf. Ob es etwa regnen wird? Der Hase fängt an ein Loch zu graben. Ein Loch gegen den Regen. Mehr und mehr Tiere schauen dem Hasen beim Graben zu und jeder hat eine eigene Meinung dazu. Einen Stall solle er sich lieber suchen, muht die Kuh. Aber eine Höhle wäre doch viel besser, brummt der Bär. Unbeirrt gräbt der Hase sein Loch, aber ob das gegen den Regen reicht?

„Ein Loch gegen den Regen?“ erzählt mit wunderschönen Bildern die Geschichte eines Hasen, der an sich und seine Idee glaubt und sich von den anderen Meinungen nicht unterkriegen lässt. Das Bilderbuch hat sehr wenig Text, ist aber trotzdem sehr aussagekräftig. Zudem gibt es dick gedruckt Worte, durch die einige Präpositionen gut erklärt werden und sich besser einprägen. Die verschiedenen Behausungen der Tiere werden dem Leser auch vorgestellt. Ein niedliches, kurzes Lesevergnügen mit Bildern die man sich immer wieder anschauen möchte.

Cover Der Elefant im Wohnzimmer
Bild: Fischer KJB

Der Elefant im Wohnzimmer

Was machst du, wenn plötzlich ein Elefant vor deiner Tür steht? Diese Frage stellt sich auch Erica an ihrem zehnten Geburtstag. Doch trotz des Chaos, das der humpelnde Elefant mit sich bringt, werden die beiden schnell Freunde. Sie verstehen sich auch ohne Worte und meistern zusammen Probleme und Abenteuer. Aber eines Tages erfährt das Ministerium für exotische Tiere und Hüte von dem Elefanten und will ihn Erica wegnehmen. Wird Erica ihren neu gewonnenen Freund am Ende etwa verlieren?

Das Buch enthält liebevolle, zweifarbige Bilder und erzählt die Geschichte einer ganz wunderbaren Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Die Figuren in der Geschichte sind alle einzigartig und nicht jeder ist so, wie er auf den ersten Blick zu sein scheint. „Der Elefant im Wohnzimmer“ ist für Kinder ab 6 Jahren zu empfehlen, Leseanfänger sollten aber vielleicht mit ihren Eltern zusammen lesen, da das Buch einige knifflige Wörter enthält.

Cover Der Junge auf dem Berg
Bild: Fischer

Der Junge auf dem Berg

John Boynes neuestes Buch schildert durch die Augen eines kleinen Jungen, wie sich das Leben um Adolf Hitler, in der Zeit um den zweiten Weltkrieg, auf dem Berghof abgespielt haben könnte. Der Junge Pierrot, der in Frankreich aufgewachsen ist, muss nach dem Verlust seiner Eltern, zu seiner Tante nach Österreich. Er wird von seiner Ankunft an, langsam einer Gehirnwäsche unterzogen und muss sowohl seine Kleidung, als auch seinen Namen ablegen. Von nun an heißt er Peter und wird in eine Uniform der Hitlerjugend gesteckt. Mit Adolf Hitler als Vorbild und unter dessen Einfluss, bemerkt er nicht, wie sehr er sich verändert, bis er schließlich Freunde und sogar seine Familie verrät. Mit Schrecken verfolgt man die Entwicklung Pierrots, wobei man sich als Leser selbst zu fragen beginnt, wie man an seiner Stelle handeln würde.

Die Geschichte um Pierrot wird gut in den geschichtlichen Hintergrund integriert und die Thematik des Buches ist heute wohl genauso aktuell wie damals. „Der Junge auf dem Berg“ zeigt andere Facetten des Themas „zweiter Weltkrieg“, als viele andere Bücher, nur wird das Ende der Geschichte leider etwas zu schnell abgehandelt. Ein sehr lesenswertes Buch und für Kinder ab 12 Jahren zu empfehlen.

Ich so du so

Wir Menschen sind alle verschieden und auf unsere Art einzigartig. Mit Illustrationen verschiedenster Art und einer tollen Aufmachung regt „Ich so du so“ dazu an, über den Tellerrand hinauszusehen. Wer ist „normal“ und wer nicht? Wollen wir denn überhaupt „normal“ sein? Muss man jeden Menschen in eine Schublade stecken? Müssen Jungs blau mögen und Mädchen pink? „Ich so du so“ ist ein Buch, das die Vielseitigkeit feiert und zeigt, wie langweilig es doch wäre, wenn wir alle gleich wären.

Ein schönes Buch zum Thema Identitätsbildung und Anderssein, welches zudem mit einigen Seiten zum Mitmachen auffordert und zum Nachdenken anregt.

Cover 54 Minuten
Bild: Fischer FJB

54 Minuten

Autumn, Tomás, Claire, Sylv. Sie sind alle Schüler der Opportunity Highschool. Sie dachten alle es wird ein normaler, langweiliger Schultag. Sie sollten sich alle irren.

Nach der alljährlichen Rede der Rektorin der Opportunity Highschool nimmt das Grauen seinen Anfang. Die Türen der Sporthalle lassen sich nicht öffnen, das Gedränge wird immer größer. Ein Junge mit Waffe betritt die Halle. Tyler ist zurück und er will Rache. Wer wird leben, wer sterben? Eines steht fest: Die nächsten 54 Minuten werden alles verändern.

Aus vier verschiedenen Perspektiven werden die Geschehnisse in- und außerhalb der Opportunity Highschool, während des Amoklaufs geschildert. Nach jedem Perspektivwechsel will man wissen, wie es mit der Person weitergeht, wodurch die Lesestunden wie im Flug vergehen. Durch die Ich-Perspektive fühlt man sich als Leser in die Figuren ein und ist an manchen Stellen des Buches sogar selbst am Verzweifeln.

Fazit: Schockierend – Berührend – Fesselnd. Das Buch ist ein absoluter Pageturner und uneingeschränkt ab 14 Jahren zu empfehlen. Sicher auch für Lesemuffel gegeignet!

Cover Die Abenteuer des Apollo
Bild: Hörbuch Hamburg

Das Hörbuch “Die Abenteuer des Apollo von Rick Riordan“ und viele andere Hörbücher findet ihr hier:
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