„Everything I make starts with language, with a word, a title, a repeated phrase“ – Melanie Jame Wolf
Sprache ist Klang. Melodien, die in einer Choreografie tanzen; eine Zunge, die sich am Gaumen bewegt und gegen die Zähne drückt. Wir spucken und kauen, beißen und verschlingen, singen und schreien. Schreiben ist eine Praxis der Wissensvermittlung, Erinnerung und Selbstpositionierung. Im Zusammenspiel von Körper, Orality und Schrift entstehen hybride Formen, in denen Erfahrung, Geschichte und Gegenwart eingeschrieben und weitergetragen werden. Die im fünften Kapitel von „UNEXPECTED LESSONS – Knowledges of Body and Sound“ vorgestellten Arbeiten reflektieren diese und weitere Aspekte in einem Schreib-Workshop, in Performances und einem Gespräch.
„Language Acts“ – Schreib-Workshop
Wie lektorieren wir Sprachakte für die Bühne? Wie gestalten wir Texte für Tanz und Performance? „Language Acts“ ist ein dreistündiger Schreibworkshop von Melanie Jame Wolf und Celina Baljeet Basra für Tanz- und Performance-Praktiker*innen sowie für Autor*innen, die Sprache als bewusst eingesetztes Material für Performance betrachten möchten.
Der Workshop richtet sich an Künstler*innen, die konkrete Werkzeuge zur Bearbeitung und Neufassung von Sprache, die auf der Bühne zum Leben erweckt wird, entwickeln möchten. Teilnehmer*innen sind eingeladen, einen bestehenden Text mitzubringen, der im Workshop bearbeitet und weiterentwickelt wird. Der Workshop hat zum Ziel, Bühnenkünstler*innen Handlungsfähigkeit im Schreiben zu vermitteln.
„The Resonating Body“ – Drei Performances
Melanie Jame Wolf erforscht die Verletzlichkeit des Live-Moments und den Körper als widerspenstiges politisches Rätsel. Sie gibt mit dem formalen Experiment „UNRULY MATERIAL (After Genet, after Mr. Punch)“ Einblick in ihren gegenwärtigen Prozess.
emet ezell beschäftigt sich mit den Themen Hingabe, Enteignung, Ruin und Rückkehr. Der Mund und die Lippen sowie das Wissen, das durch Essen, Kauen und Spucken vermittelt wird, sind wiederkehrende Motive in ezells Werk. Im Rahmen von „UNEXPECTED LESSONS 5“ zeigt emet ezell die performative Lesung „MY MOUTH IS A RESURRECTION CHANNEL“.
Der Choreograf und Künstler Alvin Tran arbeitet mit Popsongs, Musikvideos und Film. „STRAWBERRY, ARIZONA“, sein erstes Theaterstück, handelt vom Zuschauersein und parasozialer Vorstellungskraft. Es lotet die beängstigende Möglichkeit aus, dass die Persönlichkeit selbst zu einer Überlebensstrategie werden kann: zu etwas, das wir erben, darstellen, begehren und schließlich an jemand anderen weitergeben.
Die Reihe „UNEXPECTED LESSONS – Knowledges of Body and Sound“ wird gefördert von der LOTTO-Stiftung Berlin. In Kooperation mit dem Betty Center for Movement Research der Tanzwissenschaft an der LMU München. Eine Veranstaltung im Rahmen des TALKING OBJECTS LAB.
Medienpartnerschaften Radialsystem: The Berliner, tip Berlin, taz. die tageszeitung.
15 – 18 Uhr„Language Acts“Schreib-Workshop | KubusMit Celina Baljeet Basra & Melanie Jame Wolf
19 Uhr„The Resonating Body“Performances | Studio 1„MY MOUTH IS A RESURRECTION CHANNEL“Performative Lesung mit emet ezell„UNRULY MATERIAL (After Genet, after Mr. Punch)“Formales Experiment von Melanie Jame Wolf„STRAWBERRY, ARIZONA“Theaterstück von Alvin Tran
20.30 UhrArtist Talk | Studio 1Mit Alvin Tran, emet ezell und Melanie Jame Wolf, moderiert von Celina Baljeet Basra
In englischer Sprache.