FERIEN AM WALDSEE
Carl Laszlo und die Kunst zu überleben
Carl Laszlo auf dem Messestand der Art Basel
© Foto / Photo: Andreas Baier
Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums des Haus am Waldsee liest Boris Aljinovic Auszüge aus dem Buch Ferien am Waldsee von Carl Laszlo. Der Konzertchor Schlachtensee singt dazu unter der Leitung von Thomas Henning Lieder aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen. Kaspar von Erffa moderiert den Abend und führt Regie.
Der ungarisch-schweizerische Kunstsammler, Kunsthändler und Mitgründer der Art Basel Carl Laszlo verarbeitete in Ferien am Waldsee seine Erfahrungen in verschiedenen Konzentrationslagern. Obwohl der Autor um eine betont sachliche Schilderung des Lageralltags bemüht war, gibt der Text doch tiefe Einblicke in sein Innenleben. Als Überlebender wählte Laszlo nach dem Krieg bewusst einen radikal hedonistischen, ekstatischen Lebensstil voller Rausch, Genuss und bildender Kunst.
Der Waldsee, auf den der Buchtitel verweist, war eine grausame Erfindung der Waffen-SS. Deportierte Jüdinnen und Juden aus Budapest wurden in Auschwitz gezwungen, Postkarten an ihre Angehörigen in der Heimat zu schreiben. Darin hieß es, die Absender seien wohlbehalten am vermeintlichen Waldsee angekommen. Der fiktive Waldsee diente allein der Beschwichtigung und Vorbereitung weiterer Deportationen.
Auch der künstlich angelegte Waldsee in Berlin-Zehlendorf sollte einst wohlhabende Immobilienkund*innen aus Berlin anlocken. 1922 wurde das heutige Haus am Waldsee als Wohnhaus für die jüdische Familie Knobloch erbaut, die schließlich vor der nationalsozialistischen Verfolgung fliehen musste. Während der NS-Zeit bewohnten Täter*innen das Haus, bevor es kurz nach Kriegsende zu einem Ort für zeitgenössische Kunst umgewidmet wurde.
Der ungarisch-schweizerische Kunstsammler, Kunsthändler und Mitgründer der Art Basel Carl Laszlo verarbeitete in Ferien am Waldsee seine Erfahrungen in verschiedenen Konzentrationslagern. Obwohl der Autor um eine betont sachliche Schilderung des Lageralltags bemüht war, gibt der Text doch tiefe Einblicke in sein Innenleben. Als Überlebender wählte Laszlo nach dem Krieg bewusst einen radikal hedonistischen, ekstatischen Lebensstil voller Rausch, Genuss und bildender Kunst.
Der Waldsee, auf den der Buchtitel verweist, war eine grausame Erfindung der Waffen-SS. Deportierte Jüdinnen und Juden aus Budapest wurden in Auschwitz gezwungen, Postkarten an ihre Angehörigen in der Heimat zu schreiben. Darin hieß es, die Absender seien wohlbehalten am vermeintlichen Waldsee angekommen. Der fiktive Waldsee diente allein der Beschwichtigung und Vorbereitung weiterer Deportationen.
Auch der künstlich angelegte Waldsee in Berlin-Zehlendorf sollte einst wohlhabende Immobilienkund*innen aus Berlin anlocken. 1922 wurde das heutige Haus am Waldsee als Wohnhaus für die jüdische Familie Knobloch erbaut, die schließlich vor der nationalsozialistischen Verfolgung fliehen musste. Während der NS-Zeit bewohnten Täter*innen das Haus, bevor es kurz nach Kriegsende zu einem Ort für zeitgenössische Kunst umgewidmet wurde.
Preisinformationen: Ausstellungsticket inbegriffen
Preis: 9,00 €
Ermäßigter Preis: 6,00 €
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Ermäßigter Preis: 6,00 €
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