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Alles Glück der Welt

Musikalische Komödie nach einer Geschichte von Thomas Brasch und George Stamkoski

In Thomas Braschs bislang unveröffentlichtem Filmkomödienmanuskript Alles Glück der Welt entwirft der ostdeutsche Autor im Jahr 1985 eine Zukunft, die in der heutigen Gegenwart unheimlich vertraut wirkt. Humorvoll beschreibt er eine deutsche Gesellschaft nach dem Mauerfall, in der die nationalsozialistische Vergangenheit nicht aufgearbeitet ist, sondern fortwirkt. Die politische Teilung des Landes in Ost und West ist zwar offiziell überwunden, lebt aber in den Körpern und Beziehungen weiter. Ein neuer Krieg steht vor der Tür. Die Menschen tragen Handschuhe. Sie haben Angst vor allem Möglichen, das ansteckend sein könnte. Intimität wird zur Zumutung. Freiheit ereignet sich nur noch in Form kollektiver Vereinzelung.Es ist also 1999 und Berlin liegt am Meer. Nach einem Aufenthalt an einem US-amerikanischen Militärinternat kehrt der Sohn eines Rüstungsfabrikanten, Robert Küssler, in diese Wirklichkeit zurück. Sein überraschendes Auftauchen bringt die familiäre Ordnung ins Wanken. Wird er das Familienunternehmen traditionsgemäß weiterführen können? Die familiäre Krise wird zum Brennglas gesellschaftlicher Verhältnisse und öffnet den Blick auf Emanzipation innerhalb bürgerlicher Strukturen, die von ökonomischen Interessen und ideologischen Kontinuitäten geprägt sind. Mit seinen Liedern, verfasst aus dem Geiste des Punks, knüpft Brasch an das Musiktheater der 1920er Jahre an.„Wir infizieren, weil wir hassen: unten nach oben muss die Welt – die reichen und die armen Klassen. Das Ganze auf den Kopf gestellt.“Lena Brasch, 1993 in Berlin geboren, arbeitet als Autorin und Regisseurin. Als Nichte von Thomas Brasch begegnet sie seinem bislang unveröffentlichten Filmmanuskript aus nächster Nähe und befragt ihre Familiengeschichte und den Stoff heute neu. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Literatur, Pop und politischer Analyse. Aus biografischer Verstrickung und gegenwärtigen Diskursen entwickelt sie ein Theater, das Vergangenes nicht rekonstruiert, sondern als Material der Gegenwart verschiebt und Zukunft so als offene Möglichkeit denkbar macht, jenseits tradierter Narrative.Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag GmbH, BerlinDas dem Stück zugrundeliegende Drehbuch entstand Mitte der 1980er-Jahre unter Mitwirkung der Von Vietinghoff Filmproduktion.

Künstler/Beteiligte: Kathrin Angerer (mit), Jasna Fritzi Bauer (mit), Andreas Döhler (mit), Till Gedack (mit), Gro Swantje Kohlhof (mit), Rosa Lembeck (mit), Fee Aviv Dubois (Live-Musik), Izzy Ment (Live-Musik), Lena Brasch (Regie), studio dietrich&winter (Bühne), Paul Eisenach (Komposition), Wenzel Krah (Komposition), Eleonore Carrière (Kostüm), Leonie Jenning (Dramaturgie), Maximilian Pross (Regieassistenz), Charlotte Brandhorst (Bühnenbildassistenz), Hyeonsu Jung (Bühnenbildassistenz), Jasmin Knitter (Kostümassistenz), Maria Bergel (Inspizienz), Elisabeth Zumpe (Soufflage), Olga Grisebach (Regiehospitanz), Emma Meier (Regiehospitanz), Charlotte Steinhauer (Regiehospitanz), Steffi Amarell (Dramaturgiehospitanz), Brenda Lie Schulte-Huermann (Bühnenbildhospitanz), Anita Naka (Kostümhospitanz)

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