Was trägt der Körper, wenn Worte fehlen?
The Net We Carry – Wavu Tuliobeba ist eine kraftvolle multidisziplinäre Tanzperformance über Erinnerung, Verlust und das, was in uns weiterlebt. Zwischen Bewegung, Atem und Stille tauchen Erfahrungen auf, die nie ganz verschwunden sind – Spuren von Freude, Wunden und unausgesprochenem Schmerz.
Was nicht gehalten oder losgelassen werden kann, kehrt zurück: als Schrei, als Wut, als Echo im Körper.
Auf der Bühne entfaltet sich ein dichtes Geflecht aus Tanz, Stimmen, Text, Farbe und Musik. Ein großes Netz schwebt über den Performern – als Bild für das, was uns verbindet und zugleich belastet. Ihre Körper erzählen Geschichten, für die es keine Worte gibt, und machen Erinnerung als etwas Gemeinsames, Lebendiges und zutiefst Physisches erfahrbar.
Eine eindringliche Einladung, sich den unsichtbaren Lasten zu stellen, die wir tragen – individuell und kollektiv.
50 Minuten
Eine Veranstaltung im Rahmen der KUYUM Tanzplattform 2026, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit freundlicher Unterstützung der internationalen Künstlerresidenz Frankfurt Moves!, einem Stipendienprogramm der KfW Stiftung in Kooperation mit dem Frankfurt LAB.Konzept, Choreografie, Performance: Tadhi Alawi, Samwel Japhet Musikkomposition: Shabani Mugado Kostümdesign: Esama Afro Culture Produktion: Nantea Dance Company
Tadhi Alawi ist ein tansanischer Künstler, Choreograf und Leiter der Nantea Dance Company. Seine visuell starken Werke thematisieren das tansanische Gesellschaftsleben und die Kolonialgeschichte. Als Kurator leitet er Plattformen wie Kiota cha Dansi (A Nest of Dance) und kooperierte 2024 mit dem Goethe-Institut für das Haba na Haba International Dance Festival. Alawi, der 2022 ein internationales Förderstipendium von artlink.ch erhielt, ist zudem als Filmemacher aktiv; seine Tanzfilme liefen bereits bei BBC News.
Samwel Japhet ist ein tansanischer Tanzkünstler, Choreograf und Mitbegründer der Nantea Dance Company. Nach einer von Obdachlosigkeit und Missbrauch geprägten Kindheit nutzt er den Körper, um soziale und politische Realitäten zu reflektieren. 2021 erhielt er den niederländischen Prince Claus Seed Award. Von 2021 bis 2022 leitete er zudem UMOJA, ein künstlerisches Austauschprogramm zwischen Ostafrika und Europa.