Die Depression hält an – doch in einem Traum taucht die Erinnerung an seinen verstorbenen Großvater auf und gibt ihm einen Funken Hoffnung.
Etwas beginnt, nach Ashley Temba zu greifen – durch Bilder, Fragmente, Erinnerungen. Visionen tauchen auf wie Stimmen aus einer anderen Zeit. Während der Künstler sie aufzeichnet, entsteht eine Suche: nach Gleichgewicht, nach Nähe, nach einer Möglichkeit, sich selbst nicht länger zu verlieren.
Dream in Man bewegt sich entlang der stillen Verbindung zwischen Ashley Temba und seinem verstorbenen Großvater. Aus gemeinsamen Erinnerungen, ungesendeten Briefen und Erzählungen von Angehörigen entsteht ein Dialog über Abwesenheit, Vererbung und die Spuren, die ein Leben im Körper hinterlässt. Zwei Menschen – zwei Künstler – derselbe Pfad – getrennt durch den Tod und das, was ungesagt blieb.
Zwischen Tanz und Sprache entfaltet sich eine intime performative Landschaft aus Choreografie, Improvisation und gesprochenen Fragmenten privater Schriften. Emotionale Zustände erscheinen nicht als Erzählung, sondern als Bewegung: Zittern, Widerstand, Sehnsucht, Erschöpfung.
Die Arbeit fragt, wie Kunst zu einem Ort werden kann, an dem Vergebung und Heilung möglich bleibt – und ob Selbstliebe manchmal erst dort beginnt, wo Erinnerung wieder lebendig wird.
45 Minuten
Eine Veranstaltung im Rahmen der KUYUM Tanzplattform 2026, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Konzept, Choreografie & Performance: Ashley TembaMusik: Jason Bakker‑WaltersDramaturgie: Lea Bethke
Ashley Temba ist ein Tänzer, Performer und Choreograph aus Brooklyn, New York, mit Sitz in Berlin. Er verkörpert einen performativen Ansatz, der in einer Kultur des direkten Ausdrucks verwurzelt ist – roh, rau und ehrlich. Nach einer Residenz am Tanzhaus Zürich unter der Leitung von Tarren Johnson folgten Arbeiten im Haus am Waldsee sowie im Museum Salzburg. Neben seiner eigenen künstlerischen Praxis unterrichtet er als Dozent am Center of Dance. Zu seinen jüngsten Projekten gehören die Performance Flight of the Canaries (2023) von Bishop Black sowie sein eindringliches Solo-Porträt As I Want (2025) am Ballhaus Naunynstraße.
Lea Bethke ist eine in Berlin lebende Filmemacherin, Regisseurin und Intimacy Coordinator. Die Autodidaktin realisiert eigene Filme sowie Auftragsarbeiten, u. a. für c/o Berlin, Sasha Waltz & Guests und das Bode-Museum. 2020 gründete sie ihre Produktionsfirma Project Pomegranate (ehem. Sinnefilm), mit der sie 2023 den preisgekrönten Tanzfilm Until The Moon Is Born In The West vollendete. Aktuell arbeitet sie an ihrem abendfüllenden Dokumentarfilm Malaka. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Körperlichkeit, weibliche Sexualität sowie machtkritische und transkulturelle Geschichten, die menschliche Lebensfreude mit sozialen Tabus und struktureller Gewalt kontrastieren.