Haus der Berliner Festspiele - Große Bühne
2020
Performing Arts Season 2026/2027
2020 – Eine in weiß gekleidete Person sitzt hinter einem quadratischen Bühnenloch, hinter ihr drei Leinwände.
© Kazuo Fukunaga
Fast vollendet, dann unterbrochen: 2020 von Dumb Type war lange eine Phantomarbeit. Nun wird sie Realität auf der Bühne. In einem hybriden Zusammenspiel aus Körper, Technologie und Klang verdichtet sich ein Bild unserer verletzlichen, überwachten und überinformierten Welt.
In 2020 entwirft Dumb Type ein vielschichtiges Szenario globaler Gegenwart. Künstliche Intelligenz, Überwachung, Kommunikationsversagen, Klimakrise und geopolitische Spannungen erscheinen nicht als Erzählung, sondern als sensorisches Feld zwischen Technologie und lebendigem Körper. Sprache zerfällt in Fragmente, Fragen aus einem historischen Geografielehrbuch werden von synthetischen Stimmen verlesen, Dialoge kippen ins Absurde, Schreie durchbrechen die Stille. Bedeutung ist instabil, Kommunikation prekär – ein Zustand permanenter Überforderung, in dem Informationen zirkulieren, ohne Verständnis zu erzeugen.
Die Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Performance, Installation und Konzert. Live agierende Performer*innen treffen auf Video, Klang, algorithmische Strukturen. Der menschliche Körper wird dabei nicht verdrängt, sondern exponiert: als verletzliches, widerständiges Element innerhalb einer hoch technisierten Umgebung. In dieser Konfrontation entsteht ein ritueller Raum, in dem Wiederholung, Kontrolle und Störung ineinandergreifen. 2020 wird so zu einem zeitgenössischen Ritual – nicht der Ordnung, sondern der Zumutung.
Mit 2020 kehrt Dumb Type, das legendäre japanische Multimedia-Performancekollektiv, nach fast zwei Jahrzehnten mit einer neuen Bühnenarbeit zurück – einer Arbeit, die lange in der Schwebe war. Fast vollendet, sollte 2020 im März desselben Jahres Premiere feiern. Die Pandemie verhinderte dies, das Werk blieb eine Phantomarbeit, lange nur als Aufzeichnung sichtbar. Nun erlebt 2020 seine Uraufführung auf der Bühne im ROHM Theatre Kyoto und kurz darauf seine europäische Erstaufführung bei den Berliner Festspielen.
Dumb Type, 1984 in Kyoto von Studierenden der Kyoto City University of Arts gegründet, gilt als Pionierkollektiv an der Schnittstelle von Performance, Medienkunst und politischer Praxis. Ihre Arbeiten setzten sich kritisch mit Technologie, Identität und Machtstrukturen auseinander. Unter der Leitung des Mitbegründers Shiro Takatani ist 2020 die erste Bühnenarbeit seit Voyage (2002). Der frühe Tod des Künstlers Teiji Furuhashi 1995, verursacht durch die Folgen einer AIDS-Erkrankung, sowie das Engagement von Dumb Type gegen politische Apathie und gesellschaftliches Schweigen prägen das Werk bis heute. 2020 führt diese Haltung fort: präzise, kühl, poetisch und von ungebrochener Dringlichkeit.
Künstlerisches Team
Dumb Type
Mitglieder Produktion
Takeshi Azuma, Takayuki Fujimoto, Ken Furudate, Satoshi Hama, Marihiko Hara, Yuko Hirai, Ryoji Ikeda, Kosaku Namikawa, Nobuaki Oshika, So Ozaki, Ryo Shiraki, Noriko Sunayama, Shiro Takatani, Yoko Takatani, Mayumi Tanaka, Hiromasa Tomari, Misako Yabuuchi, Aoi Yamada, Toru Yamanaka, Yukiko Yoshimoto
In 2020 entwirft Dumb Type ein vielschichtiges Szenario globaler Gegenwart. Künstliche Intelligenz, Überwachung, Kommunikationsversagen, Klimakrise und geopolitische Spannungen erscheinen nicht als Erzählung, sondern als sensorisches Feld zwischen Technologie und lebendigem Körper. Sprache zerfällt in Fragmente, Fragen aus einem historischen Geografielehrbuch werden von synthetischen Stimmen verlesen, Dialoge kippen ins Absurde, Schreie durchbrechen die Stille. Bedeutung ist instabil, Kommunikation prekär – ein Zustand permanenter Überforderung, in dem Informationen zirkulieren, ohne Verständnis zu erzeugen.
Die Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Performance, Installation und Konzert. Live agierende Performer*innen treffen auf Video, Klang, algorithmische Strukturen. Der menschliche Körper wird dabei nicht verdrängt, sondern exponiert: als verletzliches, widerständiges Element innerhalb einer hoch technisierten Umgebung. In dieser Konfrontation entsteht ein ritueller Raum, in dem Wiederholung, Kontrolle und Störung ineinandergreifen. 2020 wird so zu einem zeitgenössischen Ritual – nicht der Ordnung, sondern der Zumutung.
Mit 2020 kehrt Dumb Type, das legendäre japanische Multimedia-Performancekollektiv, nach fast zwei Jahrzehnten mit einer neuen Bühnenarbeit zurück – einer Arbeit, die lange in der Schwebe war. Fast vollendet, sollte 2020 im März desselben Jahres Premiere feiern. Die Pandemie verhinderte dies, das Werk blieb eine Phantomarbeit, lange nur als Aufzeichnung sichtbar. Nun erlebt 2020 seine Uraufführung auf der Bühne im ROHM Theatre Kyoto und kurz darauf seine europäische Erstaufführung bei den Berliner Festspielen.
Dumb Type, 1984 in Kyoto von Studierenden der Kyoto City University of Arts gegründet, gilt als Pionierkollektiv an der Schnittstelle von Performance, Medienkunst und politischer Praxis. Ihre Arbeiten setzten sich kritisch mit Technologie, Identität und Machtstrukturen auseinander. Unter der Leitung des Mitbegründers Shiro Takatani ist 2020 die erste Bühnenarbeit seit Voyage (2002). Der frühe Tod des Künstlers Teiji Furuhashi 1995, verursacht durch die Folgen einer AIDS-Erkrankung, sowie das Engagement von Dumb Type gegen politische Apathie und gesellschaftliches Schweigen prägen das Werk bis heute. 2020 führt diese Haltung fort: präzise, kühl, poetisch und von ungebrochener Dringlichkeit.
Künstlerisches Team
Dumb Type
Mitglieder Produktion
Takeshi Azuma, Takayuki Fujimoto, Ken Furudate, Satoshi Hama, Marihiko Hara, Yuko Hirai, Ryoji Ikeda, Kosaku Namikawa, Nobuaki Oshika, So Ozaki, Ryo Shiraki, Noriko Sunayama, Shiro Takatani, Yoko Takatani, Mayumi Tanaka, Hiromasa Tomari, Misako Yabuuchi, Aoi Yamada, Toru Yamanaka, Yukiko Yoshimoto
Produziert vom ROHM Theatre Kyoto
Die Wiederaufnahme wurde gemeinsam von den Berliner Festspielen und dem ROHM Theatre Kyoto in Auftrag gegeben.
Mit der Unterstützung von Dance Reflections by Van Cleef & Arpels
und der Unterstützung von Agency for Cultural Affairs, Government of Japan
Japan Arts Council
Die Wiederaufnahme wurde gemeinsam von den Berliner Festspielen und dem ROHM Theatre Kyoto in Auftrag gegeben.
Mit der Unterstützung von Dance Reflections by Van Cleef & Arpels
und der Unterstützung von Agency for Cultural Affairs, Government of Japan
Japan Arts Council
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