Zwei Konzertouvertüren unterschiedlicher Art beleuchten sich wechselseitig, zwei besonders prägnante Gestalten des Theaters bzw. der Oper thematisierend: Leonore und Othello. Mit Leonore III schuf Ludwig van Beethoven gleichsam ein „Drama en miniature“, das mit großer Eindringlichkeit seelische Zustände und fortschreitende Prozesse erkennbar werden lässt, mit genuin musikalischen Mitteln.
Zu Beginn der 1890er Jahre konzipierte und realisierte Antonín Dvořák eine Ouvertüren-Trilogie „Natur, Leben, Liebe“, dessen abschließender Teil Othello ist, ein kraftvolles und dabei sensibles Werk von hoher Poesie und klanglicher Vielfalt. Bewegende Bekundungen eines lyrischen Ich von großer Ausdrucksintensität sind in Gustav Mahlers Liedern eines fahren Gesellen zu finden, die am Beginn einer einzigartigen Karriere als Komponist und Dirigent stehen. Leoš Janáček, der mit Dvořák befreundete unangepasste Individualist der Musik des beginnenden und fortschreitenden 20. Jahrhunderts, brachte mit seiner Sinfonietta von 1926 einen besonderen Ton in das Komponieren für Orchester hinein, mit markanten Blechbläserfanfaren und entfesselter rhythmischer Energie.
Ludwig van Beethoven
Ouvertüre Leonore III op. 72b
Antonín Dvořák
Ouvertüre Othello op. 93
Gustav Mahler
Lieder eines fahrenden Gesellen
Leoš Janáček
Sinfonietta