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RIAS Kammerchor Berlin II / Deutsches Symphonie-Orchester Berlin II

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RIAS Kammerchor Berlin II / Deutsches Symphonie-Orchester Berlin II

Justin Doyle, Leitung; Duruflé / Schnittke

Musikfest Berlin – Schriftzug Musikfest Berlin

Musikfest Berlin – Schriftzug Musikfest Berlin

In Maurice Duruflés ätherischem Requiem mischen sich Anspielungen auf gregorianische Choräle mit einem zauberischen Klangfarbenspiel, dessen filigranes musikalisches Gewebe in einer an Claude Debussy und Maurice Ravel geschulten Instrumentation ausgebreitet wird. Das Ergebnis ist eine paradiesische Himmelsvision, die der RIAS Kammerchor Berlin, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin und Justin Doyle beim Musikfest Berlin präsentieren. Nach der Pause folgt mit Alfred Schnittkes Requiem ein polystilistisches Klangfresko zwischen Humanismus und spiritueller Glaubenskraft, das anders als viele der bekannten Totenmessen weitgehend auf dramatische Kontraste verzichtet: Hier jubiliert der Chor nicht in höchsten Tönen über die Größe Gottes, sondern sinnt leise, in improvisatorisch anmutenden Linien, über die gesungenen Worte nach.

Sein Requiem komponierte Maurice Duruflé erklärtermaßen auf „der Grundlage von gregorianischen Themen aus der Totenmesse […]. Manchmal ist der Notentext vollständig übernommen, der Orchesterpart dient dort nur zu seiner Unterstützung und Kommentierung; ein anderes Mal habe ich mich lediglich von ihm inspirieren lassen.“ Gleichzeitig verzichtete der französische Komponist auf die Dramatik des Dies irae, während er im impressionistisch-schillernden Orchestersatz die Engel mit „himmlischen“ Harfen- und das Paradies mit Celesta- und Orgelklängen illustrierte.

Auch Alfred Schnittke vertonte den zeitlos gültigen Text der Totenklage mit in sich gekehrter Musik, wenngleich man in der Partitur impressionistische Klangeffekte vergeblich sucht. Kurioserweise entwickelte der damals noch in der Sowjetunion lebende Komponist das Stück aus einer Bühnenmusik zu Friedrich Schillers Don Carlos. Letztere entstand „in Form eines Requiems“ (Schnittke) 1975 für eine Inszenierung am Moskauer Mossowjet-Theater, die vor dem Hintergrund katholischer Kirchenmusik stattfinden sollte. Angesichts des durchweg tragischen Inhalts von Schillers Drama entstand eine Requiem-Vertonung, die ihresgleichen sucht – nicht nur wegen der ungewöhnlichen Besetzung mit Orgel, Klavier, Celesta, Vibraphon, Glocken, Gong, Flexaton, Pauken, Trompete, Posaune und zwei E-Gitarren. Tastende Piani und litaneiartiges Chorflüstern wechseln sich in den 14 Sätzen mit treppenartig sich steigernden Solokoloraturen und Orgelclustern ab, wobei in der immer wieder gespenstische Züge annehmenden Musik Schnittkes polystilistischer Ansatz allgegenwärtig ist.

Maurice Duruflé (1902–1986)

Requiem op. 9 (1941–47)

für Soli, Chor, Orgel und Orchester

Alfred Schnittke (1934–1998) 

Requiem (1974/75) 

für Solostimmen, Chor und Instrumentalensemble 

aus der Bühnenmusik zu Don Carlos von Friedrich Schiller

Künstler/Beteiligte: Jennifer Johnston, Justin Doyle

Eine Veranstaltung des RIAS Kammerchor Berlin in Kooperation mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Einführungsveranstaltung

19:10 Uhr, Südfoyer

Nachlese 

mit Chefdirigent Justin Doyle und Mezzosopranistin Jennifer Johnston im Anschluss an das Konzert im Foyer

Alternative Veranstaltungen

Piazzola Die Jahreszeiten - Tschaikowski - Streichorchester der Neuen Philharmonie Berlin

Klangvolle Serenaden in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin Am 25. September um 19:00 Uhr lädt das Streichorchester der Neuen Philharmonie zu einem besonderen Konzertabend in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin ein. Unter der Leitung... mehrzu: Piazzola Die Jahreszeiten - Tschaikowski - Streichorchester der Neuen Philharmonie Berlin

Nächster Termin:
Piazzola Die Jahreszeiten; Tschaikowski
Termin:
Freitag, 25. September 2026, 19:00 Uhr
Ort:
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Adresse:
Breitscheidplatz, 10789 Berlin-Charlottenburg
Preis:
ab 35,77 €

Einsamkeit und Klang - Das Konzert zeigt die vielen Farben der Stille

Die Musik kennt die leisen Töne des Alleinseins – und sie verwandelt sie in etwas Schönes. Während die Welt oft laut und flüchtig erscheint, schafft die Kunst einen Raum der echten Begegnung: mit sich selbst, mit den Klängen, mit anderen. Das Konzert... mehrzu: Einsamkeit und Klang - Das Konzert zeigt die vielen Farben der Stille

Nächster Termin:
Einsamkeit und Klang - Alt Musik in Kaiserbahnhof Halbe
Termin:
Samstag, 26. September 2026, 15:00 Uhr
Ort:
Kaiserbahnhof Halbe
Adresse:
Bahnhofstraße 31, 15757 Halbe
Preis:
ab 16,31 €

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