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Konzerthausorchester Berlin

Joana Mallwitz, Leitung; Hans Werner Henze Sinfonia N. 9

Musikfest Berlin – Schriftzug Musikfest Berlin

Musikfest Berlin – Schriftzug Musikfest Berlin

Hans Werner Henze war ein bekennender Antifaschist. In Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands schuf er mit seiner 9. Sinfonie ein erschütterndes Mahnmal gegen Faschismus und Krieg – eine „Apotheose des Schrecklichen und Schmerzlichen“, die er als „Summa summarum“ seines Schaffens bezeichnete. Ursprünglich entstanden im Auftrag der Berliner Festwochen, ist diese „dramatische Dichtung ohne Szene“ nun im Rahmen des Jubiläumsjahrs der Berliner Festspiele und anlässlich des 100. Geburtstags des 2012 verstorbenen Komponisten zu erleben. Joana Mallwitz dirigiert das Konzerthausorchester Berlin, es singt der Rundfunkchor Berlin.

„Meine neunte Sinfonie“, bekannte Hans Werner Henze, „befasst sich mit der deutschen Heimat – so, wie sie sich mir dargestellt hat, als ich ein junger Mensch war, während des Krieges und schon davor.“ Anstatt den „schönen Götterfunken“ zu besingen, beschwöre das Werk als „Abrechnung mit einer willkürlichen, unberechenbaren, uns überfallenden Welt“ die Zeit „des Grauens und der Verfolgung“ – auch als „Ausdruck der allergrößten Verehrung“ für diejenigen, „die Widerstand geleistet haben in der Zeit des nazifaschistischen Terrors“ (Henze). Bereits der erste Satz dieses sinfonischen Monuments mit Texten von Hans-Ulrich Treichel nach dem Roman Das siebte Kreuz von Anna Seghers über die Flucht von sieben KZ-Häftlingen, versetzt die Hörer*innen in die beklemmende Situation eines Menschen, der „von Hunden und der SS gehetzt wird“ (Henze). Dabei vermittelt die dunkle, gewalttätige und atemlose Musik eine nicht zur Besinnung kommende Todesangst, die bald in Agonie und Ohnmacht mündet. In allen Facetten bildet die Chorsinfonie das Grauen von Krieg, Verfolgung und Vernichtung ab – auch, wenn im erbarmungslosem Marsch Bericht der Verfolger das Schlagwerk „an die (von einem Laien getippten) Geräusche einer (Polizei-)Büroschreibmaschine“ erinnern soll. Henzes 9. Sinfonie, die 1997 im Rahmen der 47. Berliner Festwochen von den Berliner Philharmonikern uraufgeführt wurde, ist den „Helden und Märtyrern des deutschen Antifaschismus“ gewidmet. Beim diesjährigen Musikfest Berlin dirigiert Joana Mallwitz das Konzerthausorchester Berlin, wobei der Rundfunkchor Berlin – wie schon bei der Uraufführung – den anspruchsvollen Chorpart übernimmt.

Hans Werner Henze (1926–2012)   

Sinfonia N. 9 (1995–97) 

für gemischten Chor und Orchester 

Dichtung von Hans-Ulrich Treichel nach Anna Seghers Roman Das Siebte Kreuz

Gewidmet den Helden und Märtyrern des deutschen Antifaschismus

Kompositionsauftrag der Berliner Festwochen 1997

I Die Flucht 

II Bei den Toten 

III Bericht der Verfolger 

IV Die Platane spricht 

V Der Sturz 

VI Die Nacht im Dom 

VII Die Rettung

Künstler/Beteiligte: Rundfunkchor Berlin, Florian Helgath (Einstudierung), Joana Mallwitz (Leitung)

Eine Veranstaltung des Konzerthaus Berlin in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Einführungsveranstaltung

19:10 Uhr, Südfoyer

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