Kansas City Symphony
Matthias Pintscher, Leitung; Neuwirth / Tschaikowsky / Rachmaninow

Die Komponistin Olga Neuwirth – Eine Frau mit dunklen lockigen Haaren schaut sehr direkt mit einem Lächeln auf den Lippen in die Kamera.
© Harald Hoffmann
Wiedersehen in Berlin: Nach dem triumphalen Erfolg 2024 ist das Kansas City Symphony Orchestra mit seinem Musikdirektor Matthias Pintscher erneut beim Musikfest Berlin zu Gast. Auf dem Programm steht neben Tschaikowskys Violinkonzert mit dem kanadischen Geiger Blake Pouliot auch die 3. Sinfonie von Rachmaninow, in der Trauer und Abschied mitschwingt. Um Vergänglichkeit und Erinnerung kreisen Olga Neuwirths Orchesterstücke Tombeau I und Dreydl: Das erste ist ein klingendes Grabmal für Pierre Boulez. Im zweiten steht der titelgebende Kreisel für den „fatalen Kreislauf des Schicksals“, so die österreichische Komponistin.
Nachdem Sergej Rachmaninow 1917 Russland für immer verlassen hatte, führte er ein Leben wie auf einer nicht enden wollenden Konzerttournee. Kein Wunder, dass die schöpferische Arbeit dabei fast vollständig zum Erliegen kam – obwohl sie in seinem Leben erklärtermaßen so wichtig war „wie Atmen oder Essen“. Zu den wenigen im Exil entstandenen Werken zählt auch die von üppiger Melodik geprägte 3. Sinfonie. Wie sehr das Herz des Exilanten an der verlorenen Heimat hing, ist darin unüberhörbar: mit wehmütigen Themen, die auf Seufzermotive und Zitate des mittelalterlichen Dies irae-Hymnus über das Jüngste Gericht treffen. Eingeleitet wird der Abend von Olga Neuwirths ergreifendem Tombeau I, das im Gedenken an Pierre Boulez entstand und musikalisch mit einem großen Aufschrei beginnt. Neuwirths Orchesterstück Dreydl bezieht sich auf das jiddische Kinderlied Ikh bin a kleyner dreydl, wobei der sich ständig drehende Kreisel zum Symbol unerbittlich verstreichender Lebenszeit wird. „Wie das Würfeln“, so die Komponistin, „ist der Dreydl ein Spiel mit dem Zufall. […] niemand weiß, was die Zukunft bringen wird.“
Olga Neuwirth (*1968)
Tombeau I (2024)
für Orchester und Sampler
Dreydl (2021)
für Orchester
Peter I. Tschaikowsky (1840–1893)
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 (1878)
Sergej Rachmaninow (1873–1943)
Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 44 (1. Fassung von 1935)
Nachdem Sergej Rachmaninow 1917 Russland für immer verlassen hatte, führte er ein Leben wie auf einer nicht enden wollenden Konzerttournee. Kein Wunder, dass die schöpferische Arbeit dabei fast vollständig zum Erliegen kam – obwohl sie in seinem Leben erklärtermaßen so wichtig war „wie Atmen oder Essen“. Zu den wenigen im Exil entstandenen Werken zählt auch die von üppiger Melodik geprägte 3. Sinfonie. Wie sehr das Herz des Exilanten an der verlorenen Heimat hing, ist darin unüberhörbar: mit wehmütigen Themen, die auf Seufzermotive und Zitate des mittelalterlichen Dies irae-Hymnus über das Jüngste Gericht treffen. Eingeleitet wird der Abend von Olga Neuwirths ergreifendem Tombeau I, das im Gedenken an Pierre Boulez entstand und musikalisch mit einem großen Aufschrei beginnt. Neuwirths Orchesterstück Dreydl bezieht sich auf das jiddische Kinderlied Ikh bin a kleyner dreydl, wobei der sich ständig drehende Kreisel zum Symbol unerbittlich verstreichender Lebenszeit wird. „Wie das Würfeln“, so die Komponistin, „ist der Dreydl ein Spiel mit dem Zufall. […] niemand weiß, was die Zukunft bringen wird.“
Olga Neuwirth (*1968)
Tombeau I (2024)
für Orchester und Sampler
Dreydl (2021)
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Peter I. Tschaikowsky (1840–1893)
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 (1878)
Sergej Rachmaninow (1873–1943)
Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 44 (1. Fassung von 1935)
Künstler/Beteiligte: Blake Pouliot, Matthias Pintscher
Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin
Einführungsveranstaltung
18:10 Uhr, Südfoyer
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