Die Kurt-Tucholsky-Bibliothek wurde am 3. Februar 1963 in der Rostocker Straße in Moabit eröffnet. Schon zuvor war dieser Ort ein Platz für Bücher und Bildung: Zwischen 1900 und 1928 befand sich hier die 28. Berliner Volksbücherei. Seit 2002 ist die Bibliothek Teil des Stadtteilzentrums „Stadtschloss Moabit“ und wird in Kooperation mit dem Moabiter Ratschlag e. V. betrieben. So ist sie bis heute eng im Kiez verankert und knüpft an ihre lange Tradition als Ort für Lesen und Begegnung an
Der Namensgeber: Kurt Tucholsky
Kurt Tucholsky (* 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel. Tucholsky zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Als politisch engagierter Journalist und zeitweiliger Mitherausgeber der Wochenzeitschrift Die Weltbühne erwies er sich als Gesellschaftskritiker in der Tradition Heinrich Heines. Zugleich war er Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor, Lyriker und Kritiker (Literatur, Film, Musik). Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Sozialist, Pazifist und Antimilitarist und warnte vor der Erstarkung der politischen Rechten– vor allem in Politik, Militär und Justiz – und vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus. Ihm zu Ehren wurden sowohl in West- als auch in Ost-Berlin Bibliotheken nach ihm benannt. Heute kommt es dadurch oftmals zu Verwechselungen. Bitte beachte, dass sich eine weitere Kurt-Tucholsky-Bibliothek in Pankow befindet.