Nach dem zweiten Weltkrieg war das alte Hansaviertel zerstört. Unter dem Motto „Die Stadt von morgen“ sollte ein neues Viertel erbaut werden. Das Hansaviertel, so, wie wir es heute kennen, entstand im Kontext der Interbau-Ausstellung von 1957. Es sollte die architektonischen und technischen Möglichkeiten der Zeit zeigen. Es sollte innerstädtisches Wohnen im Grünen ermöglichen und die Verbindung zu Licht, Luft und Sonne sollte überall spürbar sein. Das neue Hansaviertel sollte als Zeichen beim Wiederaufbau deutscher Städte nach dem zweiten Weltkrieg dienen und die Menschen für ihre Verantwortung bei der Gestaltung der Zukunft sensibilisieren.
Eine Bibliothek, in der Innen und Außen miteinander verschmelzen
Das Hansaviertel ist heute denkmalgeschützt und gilt als eine Ikone der Nachkriegsmoderne. Menschen aus der ganzen Welt kommen, um diesen Ort zu sehen. Auch die Hansabibliothek entstand im Zuge der Interbau-Ausstellung. Sie wurde als öffentliche Bibliothek und Treffpunkt im Zentrum des neuen Hansaviertels am Hansaplatz geplant. Ihre Architektur spiegelt den Geist der Zeit wider: Der flache Atriumbau mit seinen großen Fensterflächen wirkt leicht und licht. Innen und Außen scheinen aufgelöst, wenn die versenkbaren Fenster heruntergelassen, und so der Garten mit dem Innenbereich der Bibliothek verbunden wird. Das war die Idee, des Berliner Architekten Werner Düttmann, der auch für die Planung der nahegelegenen Akademie der Künste am Hanseatenweg verantwortlich war: Die Besucher sollten hier frei umhergehen, die Bücherregale aufsuchen, im Atrium und den drei Lesebereichen in Ruhe verweilen können.
Teil der Geschichte einer jungen Demokratie
Wir sind stolz darauf, Teil der Geschichte eines Viertels zu sein, das im Geist der damals noch jungen Demokratie erbaut wurde und das zum Nachdenken über die Verbindung von Stadt und Mensch, Stadt und Natur, Stadt und Gesundheit anregt. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern, dem Bürgerverein Hansaviertel e.V., Offen für Kultur, Interbau e.V., GROTTO, der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche u.a. erinnern wir mit unseren Kulturveranstaltungen an dieses Erbe. Und wir erinnern auch an die Bewohner des alten Hansaviertels, von denen viele jüdisch waren.