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Dilek Kolat: „Ein NEIN zu Tegel bedeutet ein JA zu mehr Gesundheit“ - Gesundheitssenatorin informiert über konkrete gesundheitliche Auswirkungen von Fluglärm

Pressemitteilung vom 09.09.2017

Anlässlich der Debatte um den Volksentscheid für die Offenhaltung des Flughafens Tegel informiert die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung auf ihrer Homepage über die konkreten gesundheitlichen Auswirkungen von Fluglärm.

Gesundheitssenatorin Dilek Kolat: „Der Fluglärm in Tegel belastet 300.000 Berlinerinnen und Berliner gesundheitlich. Die konkreten gesundheitlichen Folgen von Fluglärm sind jedoch nicht ausreichend bekannt. Ich möchte die Berlinerinnen und Berliner anhand von wissenschaftlichen Studien und Gutachten über die konkreten gesundheitlichen Schäden von Fluglärm informieren. Ein NEIN beim Volksentscheid zum Flughafen Tegel am 24. September bedeutet ein JA zu mehr Gesundheit!“

Wissenschaftliche Studien belegen verschiedene negative Auswirkungen von Fluglärm auf die menschliche Gesundheit. In vielen Fällen lässt sich ein Zusammenhang zwischen der Intensität der Fluglärmbelastung sowie ihrer Dauer und Frequenz und ihren Auswirkungen feststellen. Viele der hier beschriebenen Folgen von Fluglärm auf die Gesundheit stehen miteinander in Wechselwirkung und können sich gegenseitig verstärken, was den gesundheitsschädlichen Effekt erhöht.

  1. Fluglärm wird generell als belästigend empfunden und führt zu einer allgemeinen Einschränkung der Lebensqualität.
  2. Der Grad der empfundenen Belästigung ist individuell unterschiedlich. Es zeigt sich jedoch ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der subjektiv wahrgenommen Belästigung und dem Auftreten und der Schwere von Erschöpfungssymptomen wie übermäßigem Schlafbedürfnis, Müdigkeit, Mattigkeit oder der Häufigkeit von Kopfschmerzen und ähnlichen Beschwerden.
  3. Fluglärm hat einen bedeutsamen Einfluss auf die Schlafqualität, was die Entstehung verschiedener Erkrankungen begünstigen kann. Lärmeinwirkungen während des Schlafens rufen unbewusste Aufwachreaktionen hervor und verringern die Dauer des Tief- und Traumschlafes bei Zunahme der oberflächlichen Schlafstadien und Wachzeiten. Als Folge kommt es zu vermehrter Müdigkeit und einer Herabsetzung der Leistungsfähigkeit.
  4. (Flug-)Lärm beeinträchtigt die kognitive Leistungsfähigkeit von Kindern. Dies kann sich durch verminderte Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistungen und Sprachverarbeitung (inkl. Lesekompetenz) äußern. Vermutet wird ebenfalls ein direkter (über das Gehör des Babys) und indirekter (über Veränderungen des mütterlichen Herz- Kreislauf- und Hormonsystems) negativer Einfluss von Fluglärm auf das ungeborene Kind.
  5. Das Hormonsystem und das autonome Nervensystem werden von Fluglärm aktiviert und die Menge der Stresshormone Cortisol und Adrenalin im Körper erhöht sich durch regelmäßige, vor allem nächtliche Fluglärmbelastung. Dies kann zur Entstehung verschiedener Erkrankungen beitragen:
  • Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlaganfällen und der Koronaren Herzkrankheit steigt bei regelmäßiger Fluglärmexposition an. Hierbei zeigt sich auch ein Zusammenhang zwischen der Menge und Stärke der gegen diese Erkrankungen verschriebenen Medikamente und der individuell wahrgenommenen Lärmbelastung.
  • Erkrankungen, die im Zusammenhang mit dem körpereigenen Immunsystem stehen, können sich bei Fluglärm verschlimmern.
  • Das Risiko an einer Depression zu erkranken, ist bei regelmäßigem Fluglärm erhöht. Dies trifft insbesondere auf Frauen und nächtlichen Fluglärm zu.
  • Lärmbelastungen können zu Beeinträchtigungen des Stoffwechsels und erhöhten Blutfett- und Blutzuckerwerten führen.

Auf der Homepage der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung finden Sie ab sofort Informationen zum Thema sowie die entsprechenden wissenschaftlichen Studien und Gutachten:

http://www.berlin.de/sen/gesundheit/themen/gesundheitsschutz-und-umwelt/umwelteinfluesse/fluglaerm/