20 Zwei Laubenganghäuser

Laubenganghaus, Karl-Marx-Allee 102–104

Laubenganghaus, Karl-Marx-Allee 102–104

Laubenganghaus, Karl-Marx-Allee 102–104

Laubenganghaus, Karl-Marx-Allee 102–104

Karl-Marx-Allee 102/104 und 126/128 (beide Südseite), am Eingang zum U-Bahnhof Weberwiese und gegenüber vom Kino Kosmos
Bauzeit: 1949–1951
Architektur: Ludmilla Herzenstein

Die „Wohnzelle Friedrichshain” – Wohnbauten im Duktus der Moderne als erste Umsetzung des „Kollektivplans”

Die beiden, sechsgeschossigen Zeilenbauten in der Mitte des 1. Bauabschnitts der Karl-Marx-Allee zwischen Strausberger Platz und Proskauer Straße überraschen. Denn ihre Architektur unterscheidet sich maßgeblich von den umgebenden monumentalen Wohnblöcken mit prächtigen Fassaden im Stil der „Nationalen Traditionen“.

Die beiden Häuserblöcke knüpfen an die Tradition des Neuen Bauens der 1920er Jahre an. Kennzeichnend sind sogenannte Laubengänge, die alle Wohnungen erschließen.

Beide Zeilenbauten sind die zeitlich zuerst entstandenen Bauten der gesamten Magistrale.

Sie sind unter der Bezeichnung „Wohnzelle Friedrichshain“ Bestandteil des ersten städtebaulichen Entwicklungsplans, des „Kollektivplans”, den Stadtbaurat Hans Scharoun mit einer Arbeitsgruppe, dem Planungskollektiv, dem die Architektinnen Ludmilla Herzenstein und Luise Seitz-Zauleck angehörten, 1946 entwickelte.

Südlich der beiden Laubenganghäuser finden sich acht weitere, zu dieser zeitlich frühen Planung gehörende Wohnzeilen.