17 Standort ehemals Stalindenkmal

Standort ehemals Stalindenkmal (heute Springbrunnen mit Wohnscheibe in Großtafelbauweise)

Standort ehemals Stalindenkmal (heute Springbrunnen mit Wohnscheibe in Großtafelbauweise)

Stalindenkmal

Stalindenkmal

zwischen Andreasstraße und Koppenstraße (Südseite)
Aufstellung: 1951, Demontage: 1971
Bronzestatue: Nikolai Tomski

Bronzestandbild für die Verehrung Josef Stalins

Ein Wohnhochhaus in industriell vorgefertigter Großplatten-Bauweise mit drei vorgelagerten Wasserbecken markiert heute einen historisch bedeutenden Ort an der Allee:

Hier wurde am 3. August 1951 das erste Denkmal Josef Stalins in Deutschland enthüllt, genau einen Tag nach Eröffnung der Deutschen Sporthalle direkt gegenüber. Den Anlass gab der Beginn der dritten Weltjugendspiele in Ostberlin.

Der Aufstellungsort der 4,80 m hohen Statue Stalins aus Bronze sollte ein provisorischer sein. Denn die Freifläche war als Baufeld für einen großen sozialistischen Wohnblock bestimmt.

Stufenunterbau und Sockel wurden in einer hastig angelegten, schlichten Grünanlage errichtet. Die Anpflanzung von Tannen sollte das Denkmal optisch einfassen und den Blick auf ein provisorisches Kulturhaus der Bauarbeiter und Altbau-Ruinen im Hintergrund überspielen.

Das Standbild Stalins blieb 20 Jahre am provisorischen Platz – auch als nach 1956 mit der Kritik Nikita Chruschtschow an Stalins Verbrechen gegen die Menschlichkeit die Entstalinisierung einsetzte.

Erst in der Nacht vom 13. November 1961, drei Monate nach dem Mauerbau, wurde die Bronzestatue im Auftrag der SED in einer geheimen Aktion entfernt und schließlich eingeschmolzen. Die Stalinallee wurde zeitgleich in Karl-Marx-Allee umbenannt.