Karl-Marx-Allee 47–51 (Nord)
Bauzeit: 1959–1961
Architektur: Kollektiv Josef Kaiser
Wieder ein Neuanfang – Wohnungsbau in Plattenbauweise
Der Großtafelbau neben dem Haus Berlin steht am Beginn der Neubebauung der Magistrale im 2. Bauabschnitt (KMA II).
Er symbolisiert die „große Wende im Bauwesen“: die Abkehr von Bauen in nationaler Tradition jenseits des Strausberger Platzes und die Hinwendung zu einem „besser, billiger und schneller“ Bauen in Richtung des neuen Stadtzentrums am Alexanderplatz.
Die im Oktober 1959 begonnene Wohnscheibe ist der erste industriell vorgefertigte Wohnungsbau der DDR, der die hochmoderne Montage von Hochgeschossern im Zentrum Ostberlins vorführte – ein Meilenstein in der Geschichte des Plattenbaus.
Der acht Stockwerke zählende Zeilenbau gehört dem Serientyp Q P (Querwand-Plattenbauweise) an. Diese Konstruktionsweise wurde maßgeblich von Josef Kaiser für das Wohngebiet an der Karl-Marx-Allee entwickelt. Charakteristikum sind Balkone in Stahlkonstruktionen an den Langseiten und Kragbalkone an den Schmalseiten.
Die besondere Verkleidung mit hellen Fliesen nimmt Bezug auf die frühen Bauten der Allee.