Netzwerke für Kreative - Musicians Welcome!

10.01.2016

Flüchtlinge und andere Migranten, die in ihrem Herkunftsland als Berufsmusiker gearbeitet haben, können sich neuerdings an das Netzwerk CreAid wenden. Das Ziel der Initiatoren: Eine Plattform zu bieten, auf der sich die hiesige Szene mit den musikalischen Neuankömmlingen austauscht. Dafür wurde im vergangenen Dezember der Verein “CreAid Network Berlin” ins Leben gerufen und in den Riverside Studios vorgestellt.

Was manchmal untergeht: 2014 verdienten in der Musikwirtschaft 127.00 Selbstständige und Arbeitnehmer deutschlandweit ihr täglich Brot. Der Studie “Musikwirtschaft in Deutschland” zufolge, sind dies mehr Menschen als in jeder anderen Medienbranche. Musik ist also auch für Flüchtlinge eine relevante Möglichkeit, um in Deutschland Fuß zu fassen. Und zwar nicht nur im Rahmen des geselligen Beisammenseins, sondern auch auf der Suche nach einem neuen Job oder Arbeitgeber.

Professionelle Musiker, Tontechniker oder Musiklehrer, die sich unter den in Berlin registrierten Flüchtlingen befinden, sollen durch CreAid Berlin leichter Anschluss an die hiesige Musik-Szene finden. Gleiches gilt für Migranten, die nicht als Flüchtlinge nach Berlin gekommen sind. Ziel sei die “berufliche Wiedereingliederung”, heißt es seitens des Vereins. All diejenigen, deren Beruf in ihrem Herkunftsland mit Musik zu tun hatte, sollen auch in ihrer neuen Berliner Heimat in diesem Bereich weiterarbeiten können.

“Hierbei wird ganz konkret daran gearbeitet, Immigranten und Geflüchteten, die nach Deutschland kommen, dabei zu helfen sich wieder an ein Netzwerk mit Kontakten anzuschließen.“ Durch die Einbindung in hiesige professionelle Netzwerke werden Möglichkeiten geschaffen sowie Hilfestellungen gegeben, um langfristig und nachhaltig wieder in Lohn und Brot zu kommen”, teilt der Verein CreAid in einer offiziellen Mitteilung mit.

Gründungsmitglieder des Vereins sind neben den Riverside Studios auch die Berlin Music Commission, die Landesmusikakademie Berlin, die Club Commission, die Stiftung Zukunft sowie Flux FM. Auch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung unterstützt das Vorhaben, Musikschaffende, die neu in Berlin sind, mit Berliner Künstlern und mit der Musikindustrie zu verknüpfen.

Auf den jungen Verein warten nun allerdings ereignisreiche Zeiten. Schließlich soll sich das „CreAid Network Berlin“ perspektivisch mit Geldern aus der Musikbranche heraus tragen. Verhandelt wird daher zur Zeit mit Fördermitgliedern über finanzielle oder anderweitige materielle Unterstützung. Fast noch wichtiger, um sich zu einer Erfolgsgeschichte zu entwickeln, ist aber, dass sich das Projekt in der Musikszene herumspricht – und insbesondere die Neuankömmlinge fleißig “netzwerken”. Dann dürfte sich auch ein weiterer Traum der Initiatoren erfüllen: Dass ihr Vorbild nachgeahmt wird und andere Branchen ähnliche Projekte ins Leben rufen. 


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