Allgemeines

Sozialgericht Berlin Gebäude
Bild: SG Berlin

Das größte Sozialgericht Deutschlands

Das Sozialgericht Berlin ist das größte Sozialgericht in der Bundesrepublik Deutschland. Derzeit sind etwa 350 Menschen am Gericht beschäftigt, davon rund 140 Richterinnen bzw. Richter. Im Jahr 2016 sind insgesamt 33.876 neue Verfahren beim Sozialgericht eingegangen. Rund 54% der neu eingehenden Verfahren betreffen das Recht der Grundsicherung für Arbeitsuchende („Hartz IV“).

Mit Sitz in der Mitte Berlins

Seinen Sitz hat das Sozialgericht Berlin seit 1968 in der Invalidenstraße 52 im Bezirk Mitte (Ortsteil Moabit) – schräg gegenüber vom Hauptbahnhof und in Sichtweite des Reichstagsgebäudes.

Davor, d. h. von seiner Gründung im Jahr 1954 bis 1968, war das Berliner Sozialgericht im Haus des ehemaligen Reichsversicherungsamts am Reichpietschufer untergebracht.

Akten, Akten, Akten …

In einer Aktenhalle im Innenhof des Gerichtsgebäudes lagern zurzeit etwa 185.000 abgeschlossene Verfahren. Der größte Teil des Archivs des Sozialgerichts wurde jedoch aus Platzgründen ins Brandenburgische Großbeeren ausgelagert; dort stapeln sich rund 680.000 Akten.

Nach den gesetzlichen Bestimmungen muss jede Gerichtsakte, nachdem das Verfahren abgeschlossen ist, 10 Jahre lang aufbewahrt werden. Wichtige Aktenteile wie z. B. Urteile sind sogar 30 Jahre lang aufzubewahren.

Geschichte des Gebäudes

Sitzungssaal 113 des Sozialgerichts Berlin
Sitzungssaal 113 Bild: Andrea Vollmer

Das Gebäude in der Invalidenstraße 52 wurde 1874 als Verwaltungsgebäude der Berlin-Hamburger Eisenbahn-Gesellschaft im Stil der Neorenaissance errichtet. Architekt war Friedrich Neuhaus, der auch den benachbarten Hamburger Bahnhof entworfen hat.

Nach der Stilllegung des Hamburger Bahnhofs im Jahr 1889 übernahm der Preußische Staat das Gebäude und die Königliche Ministerial-, Militär- und Baukommission wurde hier ansässig. Eine Gedenktafel im Treppenhaus erinnert an im Ersten Weltkrieg verstorbene Mitarbeiter dieser Behörde.

Bereits 1896 wurde der erste Erweiterungsbau an der Heidestraße errichtet. Er wurde 1906 aufgestockt und 1935 um einen Innenhof erweitert.

Das Gebäude hat den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstanden und wurde nach 1945 vom Landesgesundheitsamt genutzt – bis zum Einzug des Sozialgerichts Berlin im Jahr 1968.

Noch heute sind die Spuren der Geschichte sichtbar. Der größte Saal des Gerichts, Saal 113, wird durch ein prächtiges Deckengemälde geschmückt, in dem die Namen bekannter Naturwissenschaftler wie Archimedes, Leibniz, Newton und Watt auftauchen.