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Organspende - Dilek Kolat plädiert für Widerspruchslösung

Senatorin Dilek Kolat mit ihrem Organspendeausweis
Pressemitteilung vom 01.06.2018

Zum Tag der Organspende am 2. Juni ruft Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kolat dazu auf, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und Organspender zu werden.

Kolat: „Mehr als 10.000 Schwerkranke warten derzeit in Deutschland auf die Transplantation eines Organs. Für sie ist das die einzige Chance zu überleben oder für ihre Lebensqualität entscheidend. Darüber sollte jede und jeder ernsthaft nachdenken.“

Das Transplantationsgesetz schreibt die Feststellung des Todes als Voraussetzung für die Organentnahme vor. Dies muss nach Regeln erfolgen, die dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechen.

Angesichts des Mangels an Spenderorganen und wachsender Wartelisten spricht sich Kolat für eine Gesetzesänderung und für die sogenannte Widerspruchslösung aus. Danach würde man anders als heute in Deutschland grundsätzlich davon ausgehen, dass der Spender einer Organspende zustimmt, es sei denn, er hat ausdrücklich widersprochen. Diese Regelung gilt bereits in der Mehrheit der EU-Staaten. In Deutschland gilt bisher noch die Regel, dass man einer Organspende ausdrücklich zustimmen und dies in einem Organspenderausweis dokumentieren muss.

Kolat: „Die Entscheidung für eine Organspende ist eine höchst persönliche. Ich selbst habe mich dafür entschieden. Aber wer seine Organe nicht spenden möchte, ist frei zu widersprechen. Niemand darf gezwungen werden. Aber es ist sehr wohl zumutbar, dass man sich mit dieser wichtigen Frage bewusst auseinandersetzt und eine Entscheidung trifft. Die Bundesärztekammer und auch eine Mehrheit der Bevölkerung sind laut einer aktuellen Umfrage für die Widerspruchslösung. Ich fordere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf, hier aktiv zu werden.“

Anlässlich des Tags der Organspende wirbt die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung mit Spots in den Berliner U-Bahnen („Berliner Fenster“) dafür, Organspender zu werden.