Büste von Karl Marx
Foto: Kulturamt Spandau
10 Jahre Dauerausstellung "ENTHÜLLT. Berlin und seine Denkmäler"
Proviantmagazin / Zitadelle
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Im Jahr 2016 öffnete das Museum „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ seine Türen zu den schweren Objekten unerwünschter Erinnerungskultur: Von der Siegesallee aus dem Tiergarten bis zum Kopf des berühmten Lenin-Denkmals – problematische Geschichte zum Anfassen.
Seit den Denkmalstürzen 2020 erfährt das noch immer weltweit einzigartige Museum internationale Aufmerksamkeit und bekommt auch immer wieder weitere „toxische“ Denkmäler aus NS- sowie DDR-Zeiten. Zum 10-jährigen Jubiläum der Ausstellung wird als Auftakt des Veranstaltungsjahres nun die Bronzebüste von Karl Marx (1953, Willi Lammert) enthüllt, die im Eingangsbereich der Humboldt-Universität zu Berlin stand und nach der Wende im Keller verschwand.
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Veranstaltungen im Rahmen von 10 Jahre "ENTHÜLLT."
Der Besuch der Veranstaltungen ist kostenfrei.
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Sonntag, 26. Juli um 15 Uhr
Dialogische Führung zur Architektur und Gestaltung der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“
Manchmal wird es dem Museum zum Vorwurf gemacht, meistens aber bewundert: Die architektonische und kuratorische Gestaltung der Ausstellung war 2016 eine Innovation. Die Räume sind beeindruckend, die Farbwahl wirkungsvoll, die Konzentration auf Objekte statt Texte konsequent, die multimediale Einbettung effektiv.
Doch besonders und zukunftsweisend war die Entscheidung, Denkmäler in ihrem konserviert in ihrem Zustand mit Verfärbungen, Einschusslöchern und Graffiti zu zeigen – und sogar die Berührung zu erlauben. Das alles trägt zu einem inklusiven Erlebnis bei, an dem auch blinde und sehbehinderte Menschen teilnehmen können.
Erhalten Sie bei einem Rundgang durch „Enthüllt“ mit Carmen Mann (Sammlungsleiterin) und Brigitte Fischer (Ausstellungsgestalterin) Einblicke in die Entstehung und Entscheidungsfindung – und diskutieren Sie mit: Wie ästhetisch beeindruckend darf eine Ausstellung für problematische Denkmäler sein?
> Treffpunkt in der Ausstellung „Enthüllt.“ im Proviantmagazin
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Sonntag, 2. August um 13 Uhr
Ein neues Objekt enthüllt: Hitlers Hengste
Seit 2023 sind die als „Hitler‘s Horses“ bekannten Bronzepferde auf der Zitadelle Spandau. Eines der „Schreitenden Pferden“ (Josef Thorak, 1938), die im Garten der Neuen Reichskanzlei Adolf Hitlers standen, ist in der Ausstellung zu sehen. Erfahren Sie bei dieser Sonderführung mehr über die bewegte Geschichte der Objekte: Was ist eigentlich „Nazi-Kunst“? Wo waren die Pferde bis 2019 versteckt? Und was hat ein Kunstschmuggel über die innerdeutsche Grenze mit all dem zu tun?
> Treffpunkt in der Ausstellung „Enthüllt.“ im Proviantmagazin
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Sonntag, 23. August um 15 Uhr
Stadtgespräch mit der Künstlerin Betina Kuntzsch und Museumsleiterin der Zitadelle Spandau, Dr. Urte Evert, beim Ernst-Thälmann-Denkmal
Prenzlauer Berg und Spandau teilen sich seit 10 Jahren ein Denkmal: 1986 wurde das monumentale Werk des sowjetisch-ukrainischen Künstlers Lev Kerbel (1917-2003) im Thälmann-Park enthüllt – und bereits vier Jahre der Abbau beschlossen. 1990 verschwanden allerdings nur die Spruchstelen mit Zitaten von Erich Honecker und Ernst Thälmann, die seit 2016 in „Enthüllt“ zu sehen sind. Der Thälmann-Kopf blieb auf seinem Platz und sorgt seither immer wieder für Aufregung.
Die Künstlerin Betina Kuntzsch gewann 2019 mit dem Werk „Vom Sockel denken“ den Wettbewerb um die „künstlerische Kommentierung des Ernst-Thälmann-Denkmals“. Die Auseinandersetzung um die historische Einordnung flammt dennoch immer mal wieder auf. Nehmen Sie Teil an der Diskussion um die Kraft der Kunst im umstrittenen Stadtgedächtnis!
> Treffpunkt: Ernst-Thälmann-Denkmal, Greifswalder Straße 52, 10405 Berlin
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Donnerstag, 3. September um 15 Uhr
Tastführung für blinde und sehbehinderte Menschen
Die Tastführung lädt blinde und sehbehinderte Menschen zu einem dialogischen Rundgang durch die Dauerausstellung Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler ein. Sie erhalten historische Informationen und ausführliche Beschreibungen zu ausgewählten Objekten der Ausstellung, wie dem Denkmal der Königin Luise, einzelnen Büsten der Siegesallee und dem Denkmal der gefallenen Eisenbahner. Die Objektbeschreibungen werden durch Tastmodelle und akustische Erlebnisräume ergänzt. Die Führung bietet Zeit für eine intensive Auseinandersetzung mit den Objekten sowie für Fragen der Teilnehmenden.
> Treffpunkt im Torhaus
Anmeldung bis zum 25. August unter: anmeldung@zitadelle-berlin.de oder 030/354944-445.
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Freitag, 9. Oktober um 19 Uhr
Filmvorführung „Good bye Lenin!“ (2003) und Filmgespräch mit Knut Elstermann und N. N.
Der Kopf des bekannten Lenin-Denkmals vom Lenin-Platz (heute Platz der Vereinten Nationen in Friedrichshain) ist seit 2016 in der Dauerausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ zu sehen. Der Abriss des ikonischen Denkmals ging damals (bis heute andauernd) mit öffentlichen Diskussionen einher: Sollen die Spuren der DDR aus dem öffentlichen Raum gänzlich verschwinden? Auch im Film „Good Bye, Lenin!“ (2003) spielt der Abriss des Denkmals eine zentrale Rolle: Der Flug über den Ostberliner Hochhäusern wird zum eindrücklichen Bild für den Verfall der DDR und den Umbruch einer ganzen Gesellschaft.
Im Anschluss an den Film findet ein Podiumsgespräch mit Knut Elstermann und N. N. statt, moderiert von Dr. Urte Evert. Diskutieren Sie mit uns über Ostalgie-Filme, Denkmäler der DDR im öffentlichen Raum und Lenin-Kult.
Der Film beginnt um 18 Uhr. Sie haben die Möglichkeit, vorab um 17 Uhr an einer Führung am originalen Lenin-Kopf mit Museumsleiterin Dr. Urte Evert teilzunehmen. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob Sie an der Führung teilnehmen möchten.
> Treffpunkt: 2. Obergeschoss Alte Kaserne, Zitadelle
Anmeldung bis zum 6. Oktober unter anmeldung@zitadelle-berlin.de oder 030/354944-445.
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Donnerstag, 29. Oktober um 18 Uhr
Dialogische Führung mit Sascha-Ilko Kowalczuk und Museumsleiterin Dr. Urte Evert
Im letzten Raum des Museums „Enthüllt“ stehen sechs Denkmäler aus Ostberlin, die nach der Wiedervereinigung abgebaut und zunächst in Lagerhallen oder gar in der Erde verschwanden. Alle Westberliner Denkmäler, die vor Ende des Kalten Krieges aufgestellt wurden, stehen noch immer an ihrem originalen Standort im Stadtraum.
In einer dialogischen Führung mit dem Experten für DDR-Geschichte und deutschdeutscher Erinnerungskultur Ilko-Sascha Kowalczuk werden die einzelnen Denkmäler vorgestellt und auch ihre Wirkung auf ein kollektives Gedächtnis diskutiert.
Auch die Meinung der Besucherinnen und Besucher ist gefragt, wenn es um streitbare Themen geht: Wie demokratisch verlief 1990/91 der Abbau von Ostberliner Denkmälern? Gibt es Westberliner Denkmäler, die zumindest eine kritische Einordnung bräuchten? Welche Auswirkungen haben die Wunden der Teilung, aber gerade auch der Wiedervereinigung auf die heutige Gesellschaft?
> Treffpunkt in der Ausstellung "Enthüllt." im Proviantmagazin
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Sonntag, 1. November um 13 Uhr
Ein neues Objekt enthüllt: Marx-Büste – Sonderführung durch die Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“
Anlässlich des 70. Todestages und des 135. Geburtstags von Karl Marx feierte die damals noch junge DDR 1953 das Karl-Marx-Jahr. In diesem Rahmen wurde von Will Lammert die Karl-Marx-Büste angefertigt, die den Senatssaal und dann das Foyer der Humboldt-Universität zu Berlin zierte. Seit 1991 stand sie dann aus Sorge vor Vandalismus im Keller der Universität.
Mit dem Ende der DDR wurden zahlreiche Marx-Denkmäler abgebaut oder versetzt, um sich vom politischen System der DDR und der Sowjetunion abzugrenzen. Heute ist der Umgang mit der Figur und den politischen Thesen zwar differenzierter, dennoch löst Karl Marx auch heute noch Kontroversen aus. Und seine Bronzebüste wirft die Frage auf, wie wir heute mit DDR-Erinnerung im öffentlichen Raum umgehen wollen.
> Treffpunkt in der Ausstellung "Enthüllt." im Proviantmagazin
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Donnerstag, 26. November um 18 Uhr
Gespräch mit Dr. Urte Evert und Andrea Theissen über Vergangenheit und Zukunft des Museums „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“
Als im Jahr 2016 „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ eröffnete, war das Ausstellen von unerwünschten Denkmälern ein ganz neues Konzept – und bis heute ist es weltweit einzigartig. Zum 10-jährigen Jubiläum möchten wir zurückschauen: Wie kam die ehemalige Museumsleiterin Andrea Theissen eigentlich zu dieser Idee und welche Hürden mussten überwunden werden, bis die Ausstellung schließlich realisiert wurde?
Doch auch seit der Eröffnung ist viel passiert: Sowohl die Ausstellung als auch die gesellschaftliche Diskussion über Denkmäler haben sich immer weiterentwickelt. Mit Dr. Urte Evert, die das Museum seit 2017 leitet, sprechen wir über (politische) Herausforderungen, neue Denkmäler und was für Möglichkeiten das Museum auf der Zitadelle eröffnet hat. Wir werfen außerdem einen Blick in die Zukunft und bekommen einen exklusiven Einblick in die geplanten kommenden Projekte in diesem besonderen Museum.
Moderation: Dr. Ralf F. Hartmann (Fachbereichsleiter Kultur)
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Zitadelle Öffnungszeiten: Fr-Mi 10-17 Uhr; Do 13-20 Uhr
Aufgrund von Konzerten von Juni bis Ende August können die Zeiten abweichen.
Bitte besuchen Sie auf unserer Webseite die Sonderöffnungszeiten.
Kategorien: Infoveranstaltungen, Kunst, Kultur, Ausstellungen
Bezirk: Spandau
Veranstaltungsort
Am Juliusturm 64
Veranstalter
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