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Verbinden statt Spalten Konzerenz

Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung

Das Vertrauen junger Menschen in demokratische Strukturen schwindet, während rechte Positionen zunehmend normalisiert werden und Gewalt immer häufiger als gesellschaftsfähig wahrgenommen wird. Diskriminierung, Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus, Queerfeindlichkeit und rechte Erzählungen gewinnen an Sichtbarkeit und Akzeptanz – nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch in Schule, Familie und digitalen Lebenswelten junger Menschen.

Bildungs- und Kulturorte wie Schulen, Theater und Einrichtungen der kulturellen Bildung stehen daher vor der dringenden Aufgabe, Räume zu schaffen, die solidarisch, inklusiv und handlungsfähig bleiben – Orte, an denen junge Menschen Demokratie als wertvoll und zukunftsfähig erleben können.

Die Konferenz „Verbinden statt Spalten“ am Theater an der Parkaue versteht sich als Reaktion auf diese gesellschaftlichen Entwicklungen. Sie bringt Kulturschaffende, Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen, Pädagog*innen und Künstler*innen zusammen und eröffnet Räume für Austausch, kritische Reflexion und gemeinsames Handeln – über institutionelle und fachliche Grenzen hinweg. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit gesellschaftlichen Spannungsfeldern zu gewinnen, Jugendliche zu stärken und ein reflektiertes sowie solidarisches Positionieren zu fördern.

Die kommenden zwei Ausgaben der Konferenz entstehen in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung. In der ersten gemeinsamen Ausgabe steht das Thema Queerfeindlichkeit – vor dem Hintergrund zunehmender queerfeindlicher Stimmungen und Haltungen in vielen gesellschaftlichen Bereichen – im Fokus. Im Zentrum stehen Fragen danach, wie Queerfeindlichkeit erkannt werden kann, wie sie wirkt und welche Strategien und Handlungsoptionen ihr entgegenwirken können. Das Programm umfasst Impulse, Tischgespräche und Workshops. Eingeladen sind Akteur*innen aus Bildung, Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos. Lehrer*innen haben zudem die Möglichkeit, sich die Teilnahme als Fortbildung anrechnen zu lassen.

 

PROGRAMM

Montag, 15. Juni

14:30 Ankommen und Anmeldung

15:00 Begrüßung und Einführung durch Christina Schulz (Theater an der Parkaue) und Karin Lenski (Heinrich-Böll-Stiftung)

15:30 Impulsvorträge von

- Queerformat – Fachstelle queere Bildung

- María do Mar Castro Varela · Professorin für Soziale Arbeit und Allgemeine Pädagogik an der Alice Salomon Hochschule Berlin

- Henri Maximilian Jakobs · Musiker und Autor

Moderation: Aisha Camara · Moderatorin, Strategieberaterin und politische Bildnerin

16:30 Pause

16:45 Tischgespräche mit María do Mar Castro Varela ,Henri Maximilian Jakobs und Queerformat – Fachstelle queere Bildung

17:45 Gemeinsamer Abschluss im Plenum

19:00 Vorstellungsbesuch „Antigones Vermächtnis“

→ optional

Dienstag, 16. Juni

09:30 Ankommen

10:00 Demokratie-Fitness mit Katharina Dorn und Anke Bremer · Trainerinnen der Heinrich-Böll-Stiftung

Demokratie-Fitness ist ein interaktives Bildungskonzept, das demokratische Teilhabe analog zu einem sportlichen Workout versteht. Die Idee: Die Fähigkeiten, die wir für ein demokratisches Miteinander brauchen, müssen wie Muskeln regelmäßig gestärkt werden. Es wurde 2017 in Dänemark von der Organisation „We Do Democracy“ entwickelt. In kurzen, 30-minütigen Übungen werden „Demokratie-Muskeln“ trainiert.

10:45 Workshops

- Aufklärungs- und Sensibilisierungsworkshop von ABqueer e.V.

- „Liebe ist halal“ von der Anlaufstelle für Islam und Diversity AID

- Queere Theatervermittlung: Räume schaffen für Community, Sichtbarkeit und Widerstand mit Laura Kallenbach, Nikola Schellmann

- Empowerment-Workshop mit Marietheres Mio Jesse und Gianna Pargetzi (Chicks* Performancekollektiv)

13:45 Mittagspause

14:30 Fortsetzung der Workshops

15:30 Kaffeepause

15:45 Abschluss im Plenum

Im Anschluss informeller Austausch und Abschluss mit kleinen Snacks

TEILNAHME

Für Lehrer*innen

Berlin: Die Konferenz „Verbinden statt Spalten“ ist als Fortbildung über die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin angemeldet. Aktuell ist die Konferenz noch nicht unter Fortbildung Berlin gelistet, worüber die Anmeldung für die Anerkennung notwendig ist.

Information zur Anerkennung per E-Mail

Brandenburg: Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen des Landes Brandenburg melden sich über den Besucher*innenservice an.

Sobald die Konferenz als Ergänzungsangebot im FortbildungsNetz des Landes Brandenburg gelistet ist wird die Anerkennungsnummer hier veröffentlicht. Eine Anmeldung über das FortbildungsNetz des Landes Brandenburg ist nicht möglich.

Anmeldung über den Besucher*innenservice:  oder 030.55 77 52 52

Für Kulturschaffende, Sozialarbeiter*innen, Pädagog*innen und alle weiteren InteressiertenDie Konferenz ist kostenlos.

Anmeldung über unseren Besucher*innenservice:  oder 030.55 77 52 52

Die Anmeldung zur Konferenz enthält nicht den Vorstellungsbesuch am 15.06. von „Antigones Vermächtnis“.

Vorstellungsbesuch „Antigones Vermächtnis“Für den Vorstellungsbesuch von „Antigones Vermächtnis“ am Mo, 15.06. um 19:00 ist ein Ticket erforderlich. Konferenzteilnehmer*innen erhalten ein ermäßigtes Ticket für 7,50 €.

Das Ticket kann direkt bei der Anmeldung zur Konferenz mitgebucht werden oder zu einem späteren Zeitpunkt an der Theaterkasse, per Telefon oder E-Mail beim Besucher*innenservice mit dem Stichwort „Konferenz“.

Buchung per E-Mail: 

Telefonische Erreichbarkeit: Mo – Fr, 10:00 – 17:00

030 55 77 52 52

Öffnungszeiten Theaterkasse: Mo – Fr, 13:00 – 17:00

 

IMPULSVORTRÄGE UND TISCHGESPRÄCHE

Die Impulse zum Auftakt der Konferenz kommen aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kunst. Im Impuls von Queerformat – Fachstelle queere Bildung werfen wir einen Blick auf das Arbeitsfeld Schule mit der Frage, wie es gelingen kann, dass alle Kinder und Jugendlichen in einem Schulumfeld lernen können, in dem Vielfalt willkommen ist. Welche Ansätze es dafür aus wissenschaftlicher Perspektive und in der Ausbildung von Pädagog*innen gibt, darum wird es im Impuls von María do Mar Castro Varela – Professorin an der Alice-Salomon-Hochschule – gehen. Henri Maximilian Jakobs nimmt uns in seinem Impuls mit in die Welt der Fragen, die junge Menschen mit Transidentität mit sich tragen. Ausgehend von seinem Buch „All die brennenden Fragen“ wirft er einen Blick auf die ureigenen Fragen von jungen Menschen aber auch auf all die Fragen, mit denen sie von ihrer Umwelt konfrontiert werden und von denen einige besser nicht gestellt werden.

Im Anschluss an die Impulse besteht in Tischgesprächen mit den Impulsgeber*innen die Möglichkeit für weitergehende Fragen, Vertiefung und Austausch zum Thema.

Moderation: Aisha Camara

 

WORKSHOPS

Aufklärungs- und Sensibilisierungsworkshop

von ABqueer e.V

Unser Einführungs- und Sensibilisierungsworkshop zum Thema „Queerfeindlichkeit“ vermittelt zunächst grundlegende Begriffe rund um queere Lebensweisen und bietet einen Einblick in die Erfahrungswelten queerer Jugendlicher in pädagogischen Kontexten.

Darauf aufbauend geben wir einen Überblick über aktuell verbreitete queerfeindliche Narrative. Ziel ist es, die Teilnehmenden darin zu stärken, Queerfeindlichkeit zu erkennen und einzuordnen. Gleichzeitig fördern wir die Selbstreflexion und unterstützen die Entwicklung einer solidarischen Haltung. Abschließend stellen wir den Bezug zum pädagogischen Handlungsfeld her: Wir präsentieren praxisnahe Methoden zur Thematisierung queerer Lebensrealitäten mit Jugendlichen und geben Hinweise auf Materialien für die eigene Weiterbildung.

Der Berliner Verein ABqueer e.V. bietet Bildungsveranstaltungen und Beratungen zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt und gegen Queerfeindlichkeit an. Im Schulprojekt werden Peer-to-Peer-Workshops für Jugendliche angeboten und Referendar*innen im Umgang mit queeren Lebensweisen im Kontext Schule fortgebildet. Im Rahmen des Projektes „Queerfeindlichkeit Solidarisch Entgegentreten“ gibt es außerdem Trainings, Beratungen und praxisnahe Materialien zu Gewaltschutz, Zivilcourage und queersensiblem Handeln.

 

Liebe ist halal

von der Anlaufstelle für Islam und Diversity AID

Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit im Islam – für viele geht das nicht zusammen. Das gilt sowohl für Menschen, die von außen auf ihn schauen, als auch für Menschen, die ihn von innen kennen, ihn selbst leben. Aber auch unter Muslim*innen wird Homosexualität und andere, vielfältige Formen der sexuellen und/oder geschlechtlichen Identität gelebt. Unser Workshop Islam und Vielfalt mit dem Schwerpunkt LGBTIAQ* geht auf gängige Vorurteile, Klischees und Herausforderungen ein, die sich aus dieser Verbindung ergeben. Darüber hinaus geben die Referent*innen einen Einblick in den Sammelband „Liebe ist halal – Queer und Muslimisch“ und sprechen über die biografischen sowie wissenschaftlichen Texte und Erkenntnisse des Werks.

Workshopleitung: Berfin Çelebi, Caro Leder

Berfin Çelebi ist queere, trans Aktivistin und Sozialarbeiterin. Unter dem Namen „kurdischekween“ spricht sie auf Social Media über Transidentität, Islam und kurdische Kultur. In ihrer Arbeit setzt sie sich für Sichtbarkeit, Selbstermächtigung und intersektionale Perspektiven ein und schafft Räume für queere muslimische Identitäten.

Caro Leder ist Erziehungswissenschaftlerin, Autorin und Bildungsreferentin. Ihre Schwerpunkte liegen auf geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, Intersektionalität sowie queeren Perspektiven in Bildungs- und Gesellschaftsarbeit. Gemeinsam mit Tugay Saraç gab sie den Sammelband „Liebe ist halal. Queer und muslimisch“ heraus.

 

Queere Theatervermittlung:

Räume schaffen für Community, Sichtbarkeit und Widerstand

mit Laura Kallenbach und Nikola Schellmann

Ausgangspunkt des Workshops ist die Publikation „Queere Theatervermittlung. Gedanken und Gespräche", erschienen 2025 im ASSITEJ-Programm PERSPEKTIV:WECHSEL.

Die Idee des Buchs und des Workshops steht in Verbindung mit queerfeindlichen Vorfällen in der Theaterpraxis: Es geht nicht um Aufarbeitung, sondern wir suchen mit kollektiver Expertise nach Handlungsfähigkeit, nach Resilienz, nach einer queerfeministischen Praxis, um dem etwas entgegenzusetzen. Laura Kallenbach (Mitautorin des Buchs) und Nikola Schellmann (Redaktion/Lektorat), möchten mit euch ins Gespräch kommen zu Arbeitspraktiken, gemeinsam lesen und Raum geben für Austausch, wie queersensibles Arbeiten aussehen kann.

Laura Kallenbach ist Dramaturgin, Theaterwissenschaftlerin und -vermittlerin. Sie studierte Theater- und Filmwissenschaft an der FU Berlin sowie Inszenierung der Künste und der Medien mit dem Schwerpunkt Theater an der Uni Hildesheim. Seit 2019 promoviert sie zum Gender-Performance in der Theaterpädagogik. Laura Kallenbach ist Gründungsmitglied von CHICKS* freies performancekollektiv und als Lehrbeauftragte u. a. an der UdK Berlin, der Universität Hildesheim und der HMT Rostock tätig.

Nikola Schellmann ist Theaterwissenschaftlerin und kuratiert Veranstaltungen, bei denen Menschen über darstellende Künste ins Gespräch kommen -- und über die Strukturen, in denen diese entstehen. Ihre Positionierung ist die einer weißen, queeren, nicht-behinderten cis Frau, die westdeutsch sozialisiert ist. Ihre Generation ist die erste in der biologischen Kernfamilie, die Abitur hat und studieren konnte.

Empowerment-Workshop

mit Marietheres Mio Jesse und Gianna Pargetzi (Chicks* Performancekollektiv)

Der Workshop richtet sich an queere Personen, die sich über den Umgang mit Queerfeindlichkeit in ihren Arbeitskontexten austauschen möchten. In praktischen und performativen Übungen arbeiten wir mit Erfahrungen, teilen Strategien und stärken uns gegenseitig.

Gemeinsam entwickeln wir Handlungsmöglichkeiten für herausfordernde Situationen und fragen: Wie können wir in feindlichen Situationen reagieren, ohne uns selbst zu verlieren? Welche Arbeitsbedingungen brauchen queere Menschen, um möglichst gut und sicher arbeiten zu können? Welche Formen von Solidarität und Unterstützung stehen uns zur Verfügung? Und wie bauen wir tragfähige solidarische Netzwerke auf?

Im zweiten Teil wenden wir uns queerer Freude als politischer Praxis zu. In performativen Übungen erkunden wir Queer Joy als widerständige Kraft: als etwas, das uns verbindet und stärkt.

Gianna Pargätzi und Marietheres Mio Jesse sind queere Theatermacher*innen und Gründungsmitglieder von CHICKS* freies performancekollektiv.Seit 2015 entwickeln sie queere und feministische Performances mit jugendlichen und erwachsenen Expert*innen und interdisziplinären Künstler*innen. In intensiven Rechercheprozessen hinterfragen CHICKS* gesellschaftliche Konstruktionen von u.a. Körper, Gender und Sexualität, um performative Alternativen und utopische Zusammenkünfte zu entwickeln.

Seit 2021 arbeiten CHICKS* verstärkt am Abbau unterschiedlicher Barrieren. So entstanden mehrere Inszenierungen mit verschiedenen Formaten der Audiodeskription und als Relaxed Performance. Außerdem geben CHICKS* regelmäßig Workshops, Seminare und Fortbildungen in den Bereichen der queer-feministischen Theater- und Bildungsarbeit und Sexuellen Bildung. Dort kombinieren sie queer-feministische Theaterpraxis mit emanzipatorischer, politischer Jugendbildung und dem Empowerment von Queers und FLINTA*. Des Weiteren ist Gianna Pärgätzi Systemische*r Berater*in für TINQ in Weiterbildung beim Bundesverband Trans* und ISTB. Marietheres Mio Jesse ist zertifizierte*r Sexualpädagog*in (BiKo Berlin) und Trainer*in für Social Justice & Diversity (Fachhochschule Potsdam).

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