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Nervenkitzelmaschine

Kinemathek – Studiokino

Buchcover "Nervenkitzelmaschine" ›Nervenkitzelmaschine‹, 2026, Cover, © Schüren – Buchcover "Nervenkitzelmaschine": schwarz-weiß, grüner Hintergrund, zwei Personen im Profil.

Buchcover "Nervenkitzelmaschine" ›Nervenkitzelmaschine‹, 2026, Cover, © Schüren – Buchcover "Nervenkitzelmaschine": schwarz-weiß, grüner Hintergrund, zwei Personen im Profil.

Buchvorstellung & Kurzfilmprogramm

Dr. Stephanie Werder: ›Nervenkitzelmaschine. Frühes Kino und Nervositätsdiskurs in Deutschland‹

Wie wirkte das frühe Kino auf die Nerven? Und warum galt es zu Beginn des 20. Jahrhunderts zugleich als Gefahr und als aufregende Attraktion?

In ihrem Buch ›Nervenkitzelmaschine‹ untersucht Stephanie Werder, wie eng die öffentliche Wahrnehmung des neuen Mediums Kino mit dem damaligen Diskurs über Nervosität verbunden war. Um 1900 veränderten technischer Fortschritt, Großstadtleben und ein immer schnellerer Alltag die Wahrnehmung der Menschen. Neurasthenie galt als typische »Modekrankheit« dieser Zeit – und inmitten in dieser nervösen Atmosphäre etablierte sich das Kino.

Mit Blick auf Deutschland zeigt Werder, wie Vorstellungen von Nervosität ab etwa 1907 die Debatten über Film prägten. Besonders in den 1910er-Jahren galt das Kino als Medium mit starken Wirkungen auf die Nerven. Dabei standen sich gegensätzliche Positionen gegenüber: Die Kinoreformbewegung kritisierte das kommerzielle Kino als gefährliche »Nervenkitzelmaschine«. Branchenzeitschriften wiederum warben gerade mit der intensiven Wirkung der Filme.

Die Studie verbindet filmwissenschaftliche, medizin- und wissensgeschichtliche sowie diskurshistorische Perspektiven und erschließt zahlreiche bislang wenig beachtete Quellen.

Ein Kurzfilmprogramm ergänzt die Buchvorstellung und macht die Filmkultur der Zeit auf der Leinwand erfahrbar.

Zu Gast

Dr. Stephanie Werder studierte Germanistik, Filmwissenschaft und Anglistik an der Universität Zürich. Ihr Buch basiert auf ihrer Dissertation am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich, die im Rahmen des Schweizer Nationalen Forschungsschwerpunkts »Mediality« entstand. Heute arbeitet sie als Kinoleitungsassistentin im Programmkino Cameo in Winterthur.

Moderation: Karin Herbst-Meßlinger (Deutsche Kinemathek)

Preisinformationen: Kostenlos mit Ticket

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