Foto: Bundeswehrprint / privat
Ernst Schüßling und Andreas von Studnitz: "Wie das Militär den Norden Berlins für sich entdeckte - Die Geschichte von 200 Jahren militärischer Präsenz"
Eine Entdeckungsreise durch 200 Jahre Berliner Militär-, Technik- und Stadtgeschichte:
Wer heute durch Reinickendorf und den nördlichen Wedding fährt, ahnt kaum, dass hier fast 200 Jahre Militärgeschichte ihre Spuren hinterlassen haben. Wo heute Wohnquartiere entstehen, Flugzeuge längst nicht mehr starten und die Julius-Leber-Kaserne zum vertrauten Stadtbild gehört, wurde geschossen, geforscht, experimentiert und Militärgeschichte geschrieben.
Die Geschichte beginnt 1826 mit den „Maikäfern“ des preußischen Garde-Füsilier-Regiments und einfachen Schießständen in den Rehbergen. Bald folgten Artillerie, militärische Forschung und die ersten Luftschiffer. In Tegel wurden Ballons und Luftschiffe erprobt, neue Techniken entwickelt und eine Kaserne errichtet, deren Gebäude teilweise noch heute stehen.
Nach 1945 begann ein neues Kapitel. Fast ein halbes Jahrhundert prägten französische Soldaten den Norden West-Berlins. Aus ehemaligen Gegnern wurden Schutzmacht, Alliierte und schließlich Freunde. Das Quartier Napoléon, der Flughafen Tegel und zahlreiche französische Einrichtungen wurden sichtbare Zeichen dieser besonderen Beziehung.
1994 übernahm die Bundeswehr die militärische Verantwortung. Damit zog die vierte Generation von Soldaten in jene Liegenschaften ein, deren Geschichte fast zwei Jahrhunderte zuvor mit einigen Schießständen im märkischen Sand begonnen hatte.
Das Buch folgt den tiefen Einschnitten der deutschen Geschichte: dem Ende des Kaiserreichs, der Weimarer Republik und der Wiederaufrüstung im Nationalsozialismus. Ab 1935 entstand am heutigen Kurt-Schumacher-Damm eine gewaltige Kasernenanlage – die spätere Julius-Leber-Kaserne.
Ernst Schüßling und Andreas von Studnitz erzählen diese außergewöhnliche Geschichte anhand zahlreicher Quellen, Bilder, Pläne und bislang wenig bekannter Details. Dabei geht es um weit mehr als Kasernen und Truppenteile. Es geht um technische Pioniere und politische Umbrüche, um den Alltag von Soldaten und Zivilisten – und um die Frage, wie das Militär einen Teil Berlins geprägt hat, dessen Geschichte bis heute im Stadtbild sichtbar geblieben ist.
Ernst Schüßling war Personaloffizier im Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung. Er begründete die militärgeschichtliche Sammlung des Wachbataillons. Seit dem Beginn seines Ruhestands als Hauptmann a.D. führt er die Geschäfte des von Rohdichschen Legatenfonds, einer Organisation, die unschuldig in Not geratenen Soldaten und ihren Familien hilft.
Andreas von Studnitz war ständiger Vertreter des Stellvertretenden Kommandeurs des Landeskommando Berlin und Kasernenkommandant der Julius-Leber-Kaserne. Er kuratierte die Dauerausstellung „49 Jahre französische Soldaten in Berlin“ in der Kaserne und die Dauerausstellung „Britische Streitkräfte in Berlin – Besatzer. Schutzmacht. Alliierte und Freunde“ der militärgeschichtlichen Sammlung in der Blücher-Kaserne in Kladow. Beide Ausstellungen sind Kooperationsprojekte mit dem Alliiertenmuseum Berlin.
Mit Begrüßung durch Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner.
Kategorien: Lesungen, Vorträge
Bezirk: Reinickendorf
Veranstaltungsort
Veranstalter
Termin
- 03.09.2026 um 19:00 Uhr
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