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Berlin erfüllt Zwischenziele der Fast-Track Cities Initiative gegen HIV/AIDS

Pressemitteilung vom 30.11.2020

2016 trat das Land Berlin der Fast-Track Cities Initiative bei und verpflichtete sich somit, bis 2020 die Zwischenziele 90-90-90-0 zu erreichen. Diese Ziele setzen sich wie folgt zusammen: 90 % aller Infizierten sollen ihren HIV-Status kennen, von diesen sollen 90 % in einer antiretroviralen Behandlung sein und von den in Behandlung Befindlichen soll wiederum bei mindestens 90 % eine Virussuppression festgestellt werden, sodass das Virus nicht oder nur noch vermindert übertragbar ist. Darüber hinaus setzt sich die Initiative für eine Nulltoleranzstrategie gegenüber der Diskriminierung von HIV-betroffenen Menschen ein.

Die vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Zahlen für das Jahr 2019 bezeugen, dass das Land Berlin die Ziele bereits erreicht und mit Werten von 90-96-97 teilweise sogar deutlich überschritten hat. Bei rund 84 % der etwa 16.800 Menschen mit einer HIV-Infektion in Berlin ist eine Infektion anderer Menschen mit dem Virus nicht mehr möglich. Wurden in 2016 noch 380 Neudiagnosen mit HIV in Berlin festgestellt, sank diese Zahl in 2019 auf 310 Neudiagnosen. Dennoch wissen etwa 10 % der Menschen mit einer HIV-Infektion in Berlin nicht, dass sie positiv sind.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci: „Das sind überaus ermutigende Zahlen, die zeigen, dass wir dem Ziel AIDS zu beenden, ein gutes Stück nähergekommen sind. Danke an die vielen Projekte und Freiwilligen für ihren Beitrag. AIDS beenden heißt aber nicht, dass wir beim Erreichten stehenbleiben dürfen. Vor allem steht die Bekämpfung von Diskriminierung und Stigmatisierung Betroffener im Vordergrund und wird einen der Schwerpunkte unserer Arbeit für 2021 darstellen.“

Mit der offiziellen Eröffnung des Checkpoint BLN am Hermannplatz im Januar 2020 wurde ein bundesweit einzigartiges Projekt zur Prävention, Diagnostik und Behandlung von Menschen mit HIV und sexuell übertragbaren Infektionen (STI) gestartet. Dort erhalten Ratsuchende medizinische Hilfe durch spezialisierte Ärztinnen und Ärzte, können HIV-und STI-Tests durchführen sowie sich z.B. gegen Hepatitis impfen lassen. Dort werden auch Beratungen und medizinische Leistungen zur Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) angeboten.

Um das oberste Ziel der Fast-Track Cities Initiative – AIDS bis 2030 zu beenden – zu erreichen, muss allen in Berlin lebenden Menschen mit einer HIV-Infektion die Möglichkeit gegeben sein, eine antiretrovirale Therapie zu erhalten. Im Zusammenspiel zwischen Checkpoint BLN und der Clearingstelle für Nicht-Versicherte ist hier in diesem Jahr ein Einstieg gelungen, der im nächsten Jahr ausgeweitet werden wird.

Im Zuge der mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen konnten Trägerinnen und Träger des Bereichs ihre Angebote anpassen und zahlreiche digitale Beratungs- aber auch Gruppenangebote schaffen, um den Auswirkungen wie der etwaigen Isolation und Vereinsamung von Menschen mit einer HIV-Infektion entgegenzuwirken.

Pressekontakt: Moritz Quiske,
Pressesprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
(030) 9028-2853
pressestelle@sengpg.berlin.de