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Theater Macht Archive

Online-Vorlesungsreihe

Im Wintersemester 2025/26 ging im Rahmen der Reihe Theater Macht Archive eine Vorlesung von Jan Lazardzig der Frage nach, wie technische und bauliche Wissensbestände im und durch das Archiv zu Forschungsgegenständen werden. Ein weiterer Beitrag von Anna Blekastad Watson nahm das Wirken von Rudolf Penka, dem ehemaligen Direktor der Staatlichen Schauspielschule Berlin – der Vorgängerinstitution der HfS – erneut in den Blick.
Daran anschließend werden im Sommersemester 2026 mit Beiträgen von Hannah Speicher und Anja Klöck weitere Perspektiven auf das Verhältnis von Theater, Organisation und Archiv eröffnet. Hannah Speicher zeigt am Beispiel des Deutschen Theaters Berlin nach 1989, inwiefern Inszenierungen nicht nur als ästhetische Ereignisse, sondern als Verdichtungen organisationaler Entscheidungsprozesse lesbar werden und das Archiv dabei als integraler Bestandteil organisationaler Selbstbeobachtung in Erscheinung tritt. Anja Klöck nimmt ausgehend von den Transformationsprozessen der frühen 1990er Jahre die staatlich geprägte Schauspielausbildung in der DDR in den Blick und arbeitet am Beispiel der Theaterhochschule Leipzig die Spannungen zwischen kulturpolitischen Vorgaben, institutioneller Praxis und künstlerischen Handlungsspielräumen heraus.
Die Vorlesungsreihe richtet sich insbesondere an die archivarische, museale, künstlerisch-forschende Praxis und den Theater(wissenschafts-)nachwuchs und schafft Raum zur Vernetzung untereinander. Ob in Inszenierungsarchiven, Landesarchiven und Akten zu Theaterbauten, in privaten Sammlungen oder auf digitalen Plattformen, hier werden das Theater und seine Archivorte mit Fragen nach (un-)bewussten Sammlungsstrategien und Überlieferungspolitiken konfrontiert. Die Muster von „archival power“ (Michel-Rolph Trouillot) lagern sich in physischen und institutionellen Strukturen ab. Theatermacher*innen nutzen verschiedenste Archive, um historische Erfahrung in theatrale Ereignisse einfließen zu lassen, um neues Wissen hervorzubringen und zu dokumentieren. Dabei werden häufig die Muster der „archival power“ thematisiert und (kritisch) reflektiert, denn sie bestimmen die Dramaturgie und Ästhetik eines archivbasierten Theaters mit. Eine Vorlesungsreihe im Rahmen des BMFTR-geförderten Archiv- und Forschungsprojekts „Dramaturgien eines Archivs“ (DramA) an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin.
Die beiden Vorlesungen finden online statt. Bitte melden Sie sich zu den einzelnen Vorlesungen unter  an, damit wir Ihnen den Link zum Online-Meetingraum zusenden können.
Information zu Barrieren: Die Termine der Vorlesungsreihe finden in deutscher Lautsprache via Zoom statt (siehe jeweilige Ankündigungen). Bitte teilen Sie uns gern mit, falls Sie zu den Terminen eine Dolmetschung in deutsche oder englische Gebärdensprache wünschen.

Aktuelle Termine
Di, 02.06.2026Anja Klöck: „Schauspielausbildung in der DDR zwischen künstlerischer Praxis und der Kodifizierung von ‚Berufswissen‘“18.15 Uhr / ca. 1:15hHybrid (Zoom)

Anja Klöck: „Schauspielausbildung in der DDR zwischen künstlerischer Praxis und der Kodifizierung von ‚Berufswissen‘“
Ausgehend von den Transformationsprozessen und Debatten über kulturelle Ost-West-Unterschiede in den frühen 1990er Jahren eröffnet der Vortrag einen differenzierteren Blick auf die staatlich alimentierte Schauspielausbildung in der DDR. Am Beispiel der Theaterhochschule in Leipzig (1953 gegründet, aufgelöst 1992) werden die Aushandlungsdynamiken und Widersprüche eines staatlich gesteuerten, in Lehrplänen kodifizierten Verständnisses von berufsmäßigem Schauspielen aufgezeigt sowie die daraus entstandenen Spielräume zwischen staatsideologischen Vorgaben, institutioneller Umsetzung und künstlerischer Praxis.
Prof. Dr. Anja Klöck lehrt seit 2003 Szenenstudien, Theater- und Schauspielgeschichte, Schauspiel- und Performance-Theorien am Schauspielinstitut der HMT Leipzig. Sie studierte Sprechtheaterregie, Theater Studies, Theaterwissenschaft und Theaterhistoriografie an den Universitäten in Canterbury (UK), München und Minneapolis (USA). Theaterarbeit in den Bereichen Regie, Dramaturgie, Text, Performance. 2006-2013 Leitung eines DFG-Forschungsprojekts zur Schauspielausbildung in Deutschland zwischen 1945 und 1989. 2016 Habilitation an der LMU München. Sie leitet die Arbeitsgruppe Schauspieltheorie der Gesellschaft für Theaterwissenschaft und hat seit 2019 die Schriftleitung der Schriftenreihe der HMT Leipzig (Olms/Nomos) inne.

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