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Sehenswürdigkeiten

Volkspark Friedrichshain

Der Volkspark Friedrichshain ist Berlins ältester Park und eine beliebte grüne Oase in der Stadt. Die bekannteste Sehenswürdigkeit des Parks ist der Märchenbrunnen.
Volkspark Friedrichshain
© Franziska Delenk

Der Volkspark Friedrichshain ist eine stark bevölkerte Freizeitoase, die gerne von jungen Familien besucht wird. Kein Wunder, das Angebot für Kinder und Jugendliche ist riesengroß – auf unzähligen Sport- und Spielplätzen und auf weiten Wiesen können sie sich uneingeschränkt austoben. Das erwachsene Stadtpublikum besucht gerne die Gartencafés. Aber auch kulturell hat der Park viel zu bieten.

Spaziergang durch den Volkspark Friedrichshain

Ein Spaziergang durch den Friedrichshain gleicht einem Gang durch die Geschichte der Demokratie in Deutschland. Angefangen von der Märzrevolution 1848 über die Irrwege des 20. Jahrhunderts bis zur friedlichen Revolution in der DDR von 1989 erinnern viele Denkmale und gestalterische Elemente an prägende Kapitel der deutschen Historie.

Entstehung des Parks

Der Friedrichshain schrieb schon bei seiner Entstehung Geschichte: Er war der erste kommunale Park Berlins, also das erste städtische Grün, das nicht von Königshaus oder Adel und ausschließlich für das Volk geschaffen wurde. Anlässlich des 100. Jahrestages der Thronbesteigung Friedrichs des Großen beschlossen die Stadtverordneten im Mai 1840, eine große Grünfläche im Osten der Stadt anzulegen, die den Namen des Monarchen tragen sollte. Sie folgten dabei einer Idee Peter Joseph Lennés (1789 bis 1866), der einen visionären Plan mit dem Titel "Schmuck- und Grenzzüge von Berlin und nächster Umgebung" veröffentlicht hatte. Darin schlug der Altmeister der preußischen Gartenkunst als Gegenstück zum Tiergarten einen Park "zwischen dem neuen Königs- und Landsberger Tor" vor.

Historisches Ereignis im Volkspark Friedrichshain

Zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich 1846 neigten sich die Arbeiten am Friedrichshain dem Ende entgegen. Zeitgleich gingen die Bürger gegen die Krone auf die Barrikaden: Die demokratische Erhebung gipfelte am 18. und 19. März 1848 im gewaltsamen Aufeinandertreffen von Bevölkerung und königlichem Militär. Die Beerdigung der Opfer der Märzrevolution wurde zu einer beeindruckenden Manifestation. Vom Gendarmenmarkt, wo die Särge aufgebahrt worden waren, setzte sich am 22. März ein Trauerzug von rund 40000 Menschen in Bewegung, in Richtung des neuen Bürgerparks. Dort wurden die 255 Opfer der Revolution auf der damals höchsten Erhebung des frisch bepflanzten Geländes begraben. Der eigens errichtete Ehrenfriedhof war ein starkes Symbol gegen die adelige Obrigkeit, denn er sollte für alle Zeit an die im Kampf um Freiheit, Gleichheit und Demokratie Verstorbenen erinnern.

Friedhof der Märzgefallenen im Volkspark Friedrichshain

Der Friedhof der Märzgefallenen ist seitdem neben der Frankfurter Paulskirche und der Festung Rastatt ein herausragender Gedenkort für die Ereignisse von 1848/49. Den Friedhof erreicht man von der Landsberger Allee aus, dem Ernst-Zinna-Weg folgend. Neben 24 schlichten Grabsteinen sind dort Gedenksäulen aus Gusseisen, geschaffen von Fabrikarbeitern der Borsig-Werke, zu sehen. Auch 33 Opfer der Novemberrevolution 1918 wurden hier bestattet. Am Zugang steht seit 1960 der „Rote Matrose“ von Hans Kies.

Heutige Gestaltung des Friedhofs

Die heutige Gestaltung des Ehrenfriedhofs wird kaum der Bedeutung des Ortes gerecht. Das Kuratorium Friedhof der Märzgefallenen setzt sich daher für eine Aufwertung der Anlage zu einer nationalen Gedenkstätte ein. Bis dieses Ziel erreicht ist, informieren eine Ausstellung in einem umgebauten Seecontainer und eine Plakatrotunde auf der Begräbnisstätte über den historischen Hintergrund der Berliner Märzrevolution und den Werdegang des Gedenkortes.

Weitere Gestaltung des Volkspark Friedrichshain

Gustav Meyer - Architekt des Volkspark Friedrichshain

Freiheitliches Gedankengut spielte auch bei dem städtischen Projekt Friedrichshain eine wichtige Rolle. Für die Gestaltung des Parks wurde erstmals vom Magistrat ein Wettbewerb ausgeschrieben. Gewinner war Gustav Meyer (1816–77), damals ein junger Mitarbeiter Lennés in Sanssouci. Vom grünen Werk Meyers, das sich damals lediglich von der Friedensallee bis zur Virchowstraße erstreckte, ist der heutige Friedrichshain weit entfernt.

Denkmal Friedrichs des Großen

Einen kleinen Eindruck von seinem Stil bekommt man am Denkmal Friedrichs des Großen im Zentrum des alten Parkteils. Die Büste des Königs, platziert auf einer Säule, war nach dem Zweiten Weltkrieg verschollen. Im Jahr 2000 wurde sie gemeinsam mit dem kreisrunden Platz an der Gedenksäule und der damit verbundenen Promenade wieder hergestellt. Unterhalb des Denkmals liegt ein kleiner Teich mit Fontäne.

Der Neue Friedrichshain im Volkspark

Zur Friedenstraße erstreckt sich ein ruhiges landschaftliches Areal mit Liegewiese. In einem reetgedeckten Häuschen nahe der Straße ist der heimelige Biergarten „Pavillon“ zu finden. Der Parkbereich, welcher sich der ursprünglichen Gestaltung Meyers am stärksten annähert, ist eigentlich der jüngste: Der sogenannte Neue Friedrichshain zwischen Virchowstraße und Danziger Straße entstand 1874/75,wieder um nach Plänen Meyers. Die Erweiterung war als Ausgleich gedacht für die Flächen, die 1868 durch den Bau des ersten städtischen Krankenhauses an der Landsberger Allee dem alten Park verlorengingen.

Hippodrom im Volkspark Friedrichshain

Auf dem neuen Areal schuf Meyer, mittlerweile Gartendirektor Berlins, einen von Linden umstandenen ovalen Freiraum von 250 Meter Länge und 100 Meter Breite, der als Spielplatz dienen sollte: das Hippodrom. Nach starken Veränderungen in der Nachkriegszeit ist die Anlage inzwischen nach dem Vorbild Meyers in moderner Form neu erstanden. Damit wurde ein gärtnerisches Gestaltungselement wieder belebt, das zum festen Repertoire sowohl Lennés als auch seines Schülers Meyer gehörte, jedoch in Berlin gänzlich verschwunden war.

Das erneuerte Hippodrom dient vor allem der sportlichen Betätigung. Eine Laufstrecke von 820 Meter Länge und eine befestigte Strecke für Skater in Stadionform bilden den äußeren Ring. Anstelle der historischen Lindenbepflanzung säumen heute Eichen den Parcours. Im Zentrum befindet sich, nach dem Vorbild antiker Stadien, ein tiefer liegendes Wiesenareal. Dort liegen auch Spielfelder mit Sand, auf denen der Nachwuchs Beachvolleyball trainiert. Neben diesem Areal steht ein blockartiger Kletterfelsen.

Zwischen Altem und Neuen Friedrichshain

An der Danziger Straße führt der sogenannte Finnpfad unter Eichen entlang, der sich auch zum Joggen eignet. Ein Auslaufgebiet für Hunde findet sich an der südlichen Virchowstraße. Den Neuen Friedrichshain quert ein beleuchteter Hauptweg, der direkt zum Alten Friedrichshain führt. Hinter der (hier aufgehobenen) Virchowstraße liegt ein sogenannter "Duft- und Behindertengarten". In dem eingefriedeten Areal sind Kräuter und Blumen in Hochbeeten gepflanzt, so dass man sie gut riechen und betasten kann. Blickfang ist die überlebensgroße Skulptur "Mutter mit Kind" von 1898, ein Werk des Bildhauers Edmund Gomansky.

Trümmerhügel und Rodelberg

Entlang des Weges, auf dem man sich dem Zentrum des alten Parks nähert, erhebt sich ein sehr dicht bewachsender Hügel. Die Anhöhe ist eines der beiden künstlichen Idyllen im Friedrichshain, die aus den traurigen Trümmern des Zweiten Weltkrieges entstanden sind. 1941 wurden im Friedrichshain zum Schutz der Bevölkerung zwei gigantische Bunker errichtet. Nach Kriegsende entsorgte man rund um die Relikte der NS-Diktatur den Schutt der unzähligen Hausruinen Berlins. Zwei Hügel wuchsen empor, die große Flächen des ramponierten Volksparks unter sich begruben und ihm den Beinamen "Mont Klamott" bescherten. Mit Erde bedeckt und mit Gehölz kultiviert, sind die Trümmerberge seit Jahrzehnten lebendige, von Wegen erschlossene Ausflugsziele im Friedrichshain.

Vom Kleinen Bunkerberg an der Virchowstraße mit 48 Meter Höhe führt eine beliebte Rodelbahn hinunter. Der Große Bunkerberg mit 78 Meter Höhe teilt den Park an der Friedenstraße in zwei Abschnitte.

Umgestaltung des Volkspark Friedrichshain

Die Pläne zur Nachkriegsneugestaltung des 53 Hektar großen Friedrichshains entwarf Stadtgartendirektor Reinhold Lingner (1902–68) um1950. Danach erhielt der Volkspark auch eine Freilichtbühne, die sich nahe dem Denkmal für Friedrich II. befindet. Zur Bereicherung der grünen Oase entstand 1973 eine attraktive Freizeitanlage im Bereich der Straße Am Friedrichshain. Nach Entwürfen von Hubert Matthes und Oskar Köster konzentrieren sich dort Spiel-, Bolz- und Tennisplätze und ein Indianerdorf für die Kleinen.

Schwanenteich und Staudengärten

Am Schwanenteich mit Fontäne fand eine Gaststätte mit Sommerterrasse Platz. Unter dem vielversprechenden Namen "Schoenbrunn" ist sie heute ein modernes, städtisches Lokal mit Restaurant und Biergarten.

Ein Staudengarten mit der plätschernden "Wasserglocke" von Achim Kühn (1973) befindet sich gleich nebenan. Aus der DDR-Zeit stammen auch zwei Denkmale am Rande des Parks, die dem Widerstand gegen den Faschismus in Europa gewidmet sind. Eine 15 Meter hohe Stele mit bronzenem Fahnentuch von 1972 erinnert an den gemeinsamen Kampf polnischer Soldaten und deutscher Antifaschisten im Zweiten Weltkrieg. Das deutsch-polnische Gemeinschaftswerk der Künstler Zofia Wolska, Tadeusz Lodzian, Arnd Wittig und Günter Mertel ist an der Ecke Virchowstraße/Am Friedrichshain zu finden.

Denkmäler im Volkspark Friedrichshain

Das "Denkmal der Spanienkämpfer" an der Friedenstraße in Gedenken an den Spanischen Bürgerkrieg 1936–39 ist eine Arbeit von Fritz Cremer und Siegfried Krepp (1968). Nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 bekam der Friedrichshain einen weiteren Ort des Gedenkens, an den sich die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft knüpft.

Weltfriedensglocke am großen Teich

Am Ufer des Schwanenteiches, der in einem Tal zwischen den beiden Trümmerbergen eingebettet ist, steht die Weltfriedensglocke, die auf Initiative der japanischen World Peace Bell Association aufgestellt wurde. Unter einem Pavillon im japanischen Stil installiert, erinnert sie an die beiden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki 1945.

Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain

Das bekannteste und zugleich das fröhlichste aller Kunstwerke im Friedrichshain ist der Märchenbrunnen von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann. Das grandiose Bauwerk im Stil italienischer Wassertheater entstand zwischen 1902 und 1913 an der Westspitze des Parks und war als Geschenk an die von Typhus und Rachitis bedrohten Arbeiterkinder gedacht.

Trotz der imposanten frühbarocken Architektur aus geschwungener Arkade und davorliegender flacher Kaskade mit Springbrunnen lädt das Bauwerk Kinder dazu ein, zwischen wasserspeienden Fröschen Herum zu planschen und über die von Joseph Rauch entworfenen Hirsche, Hunde oder Wildschweine auf der Balustrade der Arkade zu staunen. Am Rande der Kaskade sind neben steinernen Schildkröten zehn Märchenskulpturen des Bildhauers Ignatius Taschner aufgestellt: Aschenputtel, Dornröschen, Hans im Glück, Schneewittchen, Rotkäppchen und das Mädchenmit den sieben Raben. Hinter dem Märchenbrunnen befindet sich der runde Delphinbrunnen von Georg Wrba.

Informationen

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Text aus: Parks in Berlin. Die 50 schönsten Grünanlagen zwischen Pankow und Britz 

Autor: Bahr, Christian
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Broschur, 240 Seiten, 58 farbige Fotos
ISBN 978-3-89773-420-3
12,95 Euro mehr » 
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Quelle: Jaron Verlag | Alle Texte, Fotografien und Grafiken auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt (Copyright). Sie dürfen weder kopiert, vervielfältigt, übersetzt noch in anderer Weise verwendet werden.
Aktualisierung: 5. August 2016
(Bilder: Jaron Verlag; dpa; Antje Kraschinski ; Berlinonbike.de; Berlin WelcomeCard; Ampelmann GmbH; Klicker/pixelio.de; Accor Hotels)

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