Sehenswürdigkeiten

Britzer Garten

Der Britzer Garten wurde für die Bundesgartenschau in den achtziger Jahren angelegt und ist dank seines Abwechslungsreichtums zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.
Britzer Garten
© Franziska Delenk

Der Britzer Garten im Süden Berlins ist nicht nur für Blumen und Gartenfreunde ein Hochgenuss. Diese exzellente Grünanlage begeistert ein breites Publikum durch ihren Abwechslungsreichtum. Kaum ein anderer Park verändert im Wechsel der Jahreszeiten so stark sein Gesicht. Die Sonderschauen im Frühjahr und im Spätsommer, die mit einem farbenprächtigen Blütenmeer aus Tulpen bzw. Dahlien das Auge verwöhnen, gehören zu den Höhepunkten im Berliner Veranstaltungskalender.

Geschichte des Britzer Gartens

Wer die harmonisch-schöne Gartenkunst auf dem rund 90 Hektar großen Gelände in Gänze genießen möchte, sollte viel Zeit mitbringen. Entstanden ist der Britzer Garten als Hauptgelände der Bundesgartenschau in Berlin 1985. Das Areal mit unregelmäßigem Grundriss wurde auf landwirtschaftlich und gartenbaulich genutzten Flächen angelegt und ist zwischen Kleingartenkolonien eingebettet. Mit ihm erhielt die damalige Inselstadt West- Berlin erstmals eine neue große Erholungsanlage. Von dieser profitiert insbesondere die Bevölkerung in den nahen Großsiedlungen Neuköllns.

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Seen und Hügel im Britzer Garten

Im Zentrum des Parks erstreckt sich ein rund zehn Hektar großer See mit unregelmäßig angelegtem Ufer. Die Wasserfläche ist in den Hauptsee und drei weitere, ineinander übergehende Seebereiche gegliedert: den Irissee, den Ostsee und den Südsee. Buchten sorgen für eine kluge Aufteilung des Parkgeländes. Den Aushub der künstlichen Seenlandschaft verwendete man, um das umliegende Gelände sanft zu modellieren und drei Aussichtshügel zu einer Höhe von 56, 60 und 63 Meter über dem Meeresspiegel aufzuschütten. Das entspricht in Berlin einer tatsächlichen Erhebung von maximal 18 Meter. Den Hügeln entspringen jeweils Quellen, deren Wasser Bäche und Wasserfälle speist und in den See mündet.

Rundweg durch den Britzer Garten

Ein Rundweg führt um das gesamte Seengebiet herum. Stege und Brücken ermöglichen aber auch eine kürzere Strecke um den Hauptsee. Grünkorridore führen strahlenförmig vom See zu den vier Haupteingängen. Entlang dieser Korridore findet man verschiedene Erlebnisbereiche und Zonen mit gärtnerischen Themenschwerpunkten.

Landschaftskonzept und Besuchsregeln

Das ausgeklügelte Konzept für den Park stammt vom Stuttgarter Landschaftsarchitekten Wolfgang Miller, der 1981 auch schon die Bundesgartenschau in Kassel geplant hatte. Der Britzer Garten bietet Raum für so ziemlich jedes Bedürfnis Erholungssuchender: Ein Picknick in wildromantischer Gebirgslandschaft, Ausspannen an lauschigen Orten oder Sonnetanken am Wasser – alles ist möglich.

Einschränkungen gibt es nur in dreierlei Hinsicht: Hunde dürfen nicht auf das Gelände, Fahrräder sind nicht gestattet, und im See darf nicht gebadet werden. Restaurants, Cafés, eine Milchbar und zahlreiche Kioske bieten ein reiches kulinarisches Angebot.

Veranstaltungen im Britzer Garten

Lang ist auch die Liste der Veranstaltungen, die von März bis Oktober im Park stattfinden. Dazu zählen das Sonnenwendfest im Juni, das Flug- und Drachenfest im Herbst und das Klassik-Konzert "Feuerblume" mit Feuerwerk im August. Eine Besonderheit ist die Parkbibliothek mit umfangreicher Literatur zu den Themen Natur, Pflanzen, Garten und Landschaften. Sie befindet sich im Karl-Foerster-Pavillon (Mo–Sa 10–16 Uhr, So 11–17 Uhr).

Mit Kindern im Britzer Garten

Insbesondere Kinderherzen schlagen im Britzer Garten höher. Für die Kleinen gibt es eine spektakuläre Spiellandschaft, in der auf sinnliche Weise Naturextreme der Erde erfahrbar sind, etwa in der großen Sandfläche "Sahara" oder dem Dschungel aus Bambus. Abkühlung bieten schattige Felsen und Wasserduschen. Während der Sommerferien lockt zudem das Lehmdorf „Makunaima“ in den Spielbereich: Unter fachkundiger Anleitung werden hier Lehmbauten errichtet. Die Spiellandschaft befindet sich nahe dem Eingang Tauernallee. Eine weitere Attraktion für Kinder ist der Wasserspielplatz, wo insbesondere die ganz Kleinen im Sommer planschen und spielen können. Das Paradies für die jungen Wasserratten liegt in der sogenannten „Blütenachse“. Dort befinden sich auch ein Tiergehege mit Schafen, Ziegen, Kaninchen und Eseln sowie ein Bienenhaus, das sonntags (14–16 Uhr) besichtigt werden kann. Auch eine Minigolfanlage gibt es am Eingang zur Blütenachse. Neben dem breiten Freizeitangebot stehen natürlich Pflanzen im Mittelpunkt des Parks.

Pflanzenwelt

Zwischen den Wiesen, Wäldern, Blumenrabatten und Biotopen findet man in Britz eine Fülle von Gärten mit verschiedenen botanischen Schwerpunkten, etwa den Rosengarten, den Rhododendrenhain oder den Wassergarten. In ihnen werden nicht nur ausgewählte Arten zur Schau gestellt, es wird auch deren Kulturgeschichte vermittelt. Eine amüsante Variante dieser lehrreichen Gärten ist der Berliner Garten. Hier wachsen nicht nur die Nutzpflanzen, die dem Stadtbewohner üblicherweise in zubereiteter Form auf dem Teller begegnen. Es gedeihen zudem Pflanzen, die wegen ihrer Züchter oder Namenspatrone mit der Stadt Berlin eng verbunden sind. Alpenveilchen sind darunter, die „Perle von Zehlendorf“ heißen oder ganz majestätisch "Kaiser Wilhelm II.", die Pyramidenpappel "Berolinensis" und ein Fensterblatt mit der botanischen Bezeichnung "Monstera deliciosa Borsigiana". Der "Hexengarten" entführt den Neugierigen in die Gartenkultur des Mittelalters. In einer kleinen, etwas versteckt gelegenden künstlichen Ruine wird die vielfältige Nutzung und Bedeutung heimischer Pflanzen zwischen den Jahren 800 und 1500 anschaulich gemacht.

Hier wachsen die Heilkräuter der Klostergärten, aber auch Pflanzen wie der zarte Lein, aus denen Garn hergestellt wurde. In einem Beet sind die Kräuter zusammengestellt, welche die Heilige Hildegard von Bingen (um 1100) in ihrem Kompendium damals bekannter Heilpflanzen erwähnt. Man erfährt Näheres über die symbolische Bedeutung bestimmter Pflanzen im Mittelalter – etwa, dass bestimmte Blumen Zeichen des Glaubens waren oder böse Geister abwehren sollten, anderen wiederum dunkle Zauberkräfte nachgesagt wurden.

Rosengarten im Britzer Garten

Im Mittelalter wurde die Rose als Marien- und Liebessymbol verehrt. Noch heute ist sie als Königin der Blumen Ansporn ehrgeiziger Züchter. Im Rosengarten kann man sich davon ein Bild machen. Gestaltet ist der Garten in traditioneller Weise durch geometrische Beete, die von kurzgeschnittenen Eibenhecken eingefasst sind. Kugeln, Pyramiden und eine kunstvoll geschnittene Hecke aus Eiben setzen Akzente. Lauben aus Kletterrosen betören durch ihren Duft. Eine lustige Brunnenskulptur lockert das Ensemble auf.

Staudengarten im Britzer Garten

Sehenswert ist der Staudengarten, der zu Ehren Karl Foersters (1874–1970), des berühmten Staudenzüchters aus Potsdam, angelegt wurde. Er verdeutlicht dessen Methode, Stauden nach formalen Gesichtspunkten oder naturnah zu gruppieren. So sind beispielsweise Blumen nach Farben geordnet angepflanzt. Ein „Südlicher Garten“mitmediterranen Pflanzen und ein klassisch-geometrischer Steingarten befinden sich im Bereich des Staudengartens.

Exotische Gewächse und Wildgarten

Mediterranes Flair verströmt auch die Terrasse am Irissee. Hier gedeihen exotische Gewächse, die man von Reisen in den Süden kennt. Am Irissee befindet sich auch ein naturnah gestalteter Wildbach, der der "Wildspitzquelle" entspringt und über Felsen rinnt

Der nahe gelegene "Wildgarten" komplettiert das urwüchsige Bild. Publikumsmagneten sind die drei großen Sonderschauen im Britzer Garten: Die Tulpenblüte ("Tulipan"), die Blüten von Rhododendron und Azaleen ("Zauberblüten") und, im Spätsommer, die Dahlienblüte ("Dahlienfeuer") entfachen wahre Feuerwerke leuchtender Farben. Rund 300 verschiedene Sorten der aus Mexiko stammenden Dahlie kannman hier bewundern.

Architektur im Britzer Garten

Auch die Architektur im Britzer Garten zeigt sich von ihrer naturnahen Seite. Das "Café am See" wächst sozusagen aus dem höchsten Hügel heraus und entstand in einer speziellen "organischen" Bautechnik. Der Architekt Engelbert Kremser ließ zunächst einen großen Lehmhügel aufschütten und formen. Auf diesen wurde Beton aufgebracht, der die schroffe Schale des Bauwerks bildet. Nach dem Erstarren des Betons entfernte man durch die ausgesparten Fenster- und Türöffnungen den Lehm im Innern. Die markante Brücke zwischen Süd- und Hauptsee wird als "Rhizomatische Brücke" bezeichnet, da ihre Gestaltung einem verzweigten Wurzelgeflecht (Rhizom) nachempfunden ist. Das skulpturenartige Bauwerk aus Holz und Stahl entwarfen die Architekten Clod Zillich, Jasper Halfmann und Jürgen Zilling.

Größte Sonnenuhr Europas im Britzer Garten

Von Zillich, Halfmann and Zilling stammt auch der Kalenderplatz am Ufer des Ostsees. 24 doppelte Pfeiler und ein riesiger Mast bilden die größte Sonnenuhr Europas mit einem Durchmesser von 99 Meter. In den Bodenbelag des kreisförmigen Platzes eingelassen findet man Informationen zum Sonnensystem. Der Platz selbst dient einem Caféhaus – der sogenannten Orangerie – als Terrasse.

Besondere Angebote im Britzer Garten

Im Britzer Garten verkehrt eine Schmalspurbahn, die auf einem fünf Kilometer langen Rundkurs an den wichtigsten Stationen hält. Die Fahrpreise sind nicht im Eintrittsgeld enthalten. Für Sehbehinderte und Blinde wurde ein spezielles Leit- und Informationssystem geschaffen. Am Eingang Mohriner Allee können kostenlos Rollstühle ausgeliehen werden.

Informationen

Adresse: Britzer Garten
Sangerhauser Weg 1
12349 Berlin
Internetadresse: www.gruen-berlin.de 
Öffnungszeiten: täglich ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit
Eintrittspreise: 2,- Euro, ermäßigt 1,- Euro
3,- Euro, ermäßigt 1,50 Euro während "Tulipan im Britzer Garten" (April/Mai), "Zauberblüten im Rhododendronhain" (Mai/Juni) oder "Dahlienfeuer" (August bis Oktober)
Führungen: verschiedene thematische Führungen am Wochenende, auch nach Vereinbarung unter Tel. 030 70 33 02 0

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Aktualisierung: 19. Juli 2016
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