Ruine der Franziskaner Klosterkirche

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Bild: Philipp Kast

Als eines der letzten erhaltenen Zeugnisse der Gründungsgeschichte Berlins gehört die Ruine des ehemaligen Franziskanerklosters zu den wichtigsten Baudenkmälern der Stadt Berlin, die öffentlich zugänglich und kulturell genutzt werden. Inmitten einer Stadt, die in ihrem historischen Zentrum über die Jahrhunderte gravierende Veränderungen verzeichnen musste, gilt der Baukörper der Ruine der Klosterkirche als herausragender Orientierungspunkt in der Architektur der Stadt.

Die Ruine wurde in den 1960er-Jahren gesichert und in den 1980er-Jahren saniert. 2002-2004 wurde eine umfangreiche Sanierung durchgeführt, die schließlich das Baudenkmal vor dem Zerfall bewahrte. Durch die gegenwärtigen Debatten um die historische Mitte Berlin und die städtebaulichen Planungen für den Molkenmarkt erlebt das Baudenkmal eine große Aufmerksamkeit und Aufwertung seiner Bedeutung. Im Mai 2016 hat das Berliner Abgeordnetenhaus den Bebauungsplan für den Bereich Molkenmarkt/ Klosterviertel verabschiedet, der das Gebiet um die Ruine neu ordnen und sich dabei an den historischen Stadtgrundrissen orientieren soll. Vor diesem Hintergrund fand im Juni 2016 ein Workhsop zu einer zukünftigen Nutzungsperspektive statt, die das Berliner Kulturdenkmal stadträumlich, kulturell und denkmalsgerecht neu denken lässt.

2016 ist die Ausstellungsreihe DIE RUINE DER KLOSTERKIRCHE angelaufen, die site-spezifische Arbeiten zum Baudenkmal, dessen Geschichte und städtebauliche Einbindung zeigt. Der Luxemburger Künstler Luc Wolff hat im September und Oktober 2016 in der Ruine der Klosterkirche eine raumgreifende Baustelle eingerichtet, die die Apsis der ehemaligen Kirche aufgreift und räumlich spiegelt. Zeitgleich zeigte die Künstlerin Patrica Detmering eine Videoinstallation in den verbliebenen Innenräumen der Kirche und dehnte diese räumlich bis auf die andere Seite der Erdkugel aus. Der Licht- und Tondesigner Martin Bretag hüllt in den Wintermonaten erstmalig die Ruine in ein Lichtambiente und das Künstlerinnenduo Maria und Natalia Petschatnikov beleben im Februar 2017 mit ihren pelzige, runden Kreaturen die Klsoterkirchenruine mit Leben.

Ausführliche Informationen zum Baudenkmal, zum kulturellen Programm, zum Educationprogramm für Kinder und Jugendliche und Pressematerial finden Sie unter: www.klosterruine.berlin

Lichtinstallation von Martin Bretag

Im Rahmen der Ausstellungsreihe
[statement & dialogue]
16.12.2016 bis 02.04.2017
in den Abendstunden sichtbar

Der Licht- und Tondesigner Martin Bretag sorgt erstmalig dafür, dass die Ruine der Klosterkirche in der Winterzeit nicht im Dunkeln bleibt. Seine Installation aus Scheinwerfern und Neonröhren hüllt die Klosterkirchenruine in ein Lichtambiente und zeichnet die einzigartige Architektur des kulturgeschichtlichen Baudenkmals nach. Seine Arbeit spielt mit der historischen Bausubstanz und versetzt den Standort in eine moderne Lichtwerkstatt. Bretag greift Elemente der umliegenden zeitgenössischen Stadtarchitektur auf und überträgt sie auf den Boden des ehemaligen Kirchenraums.

Martin Bretag, 1988 in Frankfurt/Oder geboren, studierte Kultur und Technik und Wissenschafts- und Technikgeschichte an der Technischen Universität zu Berlin. Seit 2012 betreut er als Licht- und Tondesigner mit seiner Firma Klangkultur viele regionale und überregionale Veranstaltungen, u.a. Konzerte des Pop-Projektes „Schiller“, der Gospel- und Soulsängerin Ingrid Arthur und der Band „Radio Doria“ von Schauspieler Jan-Joseph Liefers. Für sein Lichtdesign zur Eröffnung des Museums „Himmlisches Theater“ in Neuzelle gewann Martin Bretag 2016 den Future Talents Project – Wettbewerb. Grundlage seiner Arbeit als Licht- und Tondesigner ist stets der Ort bzw. der Raum. Das Spiel mit Harmonien und Disharmonien, sowie die historischen Epochen eines Orts sind entscheidend für seine Arbeit. Sein Schaffen begreift Bretag auf der Schwelle zwischen Kunst/Gestaltung und Technik.

Mehr Informationen finden Sie in der Pressemappe.

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Bild: maria und natalia petschatnikov

“creatures”, Rauminstallation von
Natalia und Maria Petschatnikov

Im Rahmen der Ausstellungsreihe
[statement & dialogue]
10.02.2017 bis 02.04.2017
Eröffnung am 10. Februar 2017, 18 Uhr

Die Künstlerinnen und Zwillingsschwestern Maria und Natalia Petschatnikov , geboren 1973 in Sankt Petersburg, studierten in New York und Paris und leben und arbeiten seit 2000 in Berlin. In ihren künstlerischen Arbeiten bewegen sie sich zwischen Malerei, Plastik und Rauminstallation. Mit Blick für die kleinen Dinge erkunden, interpretieren und experimentieren sie mit Räumen, Orten und Gegenständen. Ihre Serie „Forschungslabor“ verweist auf phantasie- und humorvolle Weise auf Parallelen zwischen Kunst und Wissenschaft. Die runden, pelzigen Kreaturen in unterschiedlichen Größen und natürlichen Farben könnten geklonte Organismen der Zukunft oder eine unbekannte Spezies aus längst vergangen Zeiten sein. Für die Ausstellung „Creatures“ haben die Künstlerinnen die Fellbälle in den Außenraum der Ruine der Klosterkirche platziert. Beobachten kann man diese künstlichen Kreaturen durch das geschlossene Eingangstor der Ruine, das uns den Ort als eine Art Käfig wahrnehmen lässt. „Creatures“ experimentiert mit dem Raum der Kirchenruine des mittelalterlichen Klosters und bewegt sich auf dem schmalen Grat zwischen Fiktion und Realität. Die Installation verweist auf den gegenwärtigen Zustand des Baudenkmals in einer Situation des Umbruchs, die sich auch als eine Art öffentliches Forschungslabor oder Zukunftswerkstatt beschreiben lässt.

Mehr Informationen finden Sie in der Pressemappe.

Bildvergrößerung: Luc Wolff, Baustelle
Bild: Foto:Holger Herschel

“Baustelle”, Rauminstallation von Luc Wolff
“Antipod”, Videoinstallation v. Patricia Detmering

Im Rahmen der Ausstellunsgreihe
[statement & dialogue]
02.09. bis 31.10.2016

Die Bildenden Künstler*innen Luc Wolff und Patricia Detmering machen auf Einladung des Fachbereichs Kunst und Kultur, kuratiert von Dr. Ute Müller-Tischler und Sebastian Häger, den Auftakt für eine Reihe von zetigenössichen Positionen in der Ruine der Franziskaner Klosterkirche. Die Ausstellungsreihe DIE RUINE DER KLOSTERKIRCHE [statement & dialogue] zeigt künstlerische Reflexionen über das Kulturdenkmal aus dem Mittelalter, dessen Geschichte und mögliche Rolle in nicht allzu ferner Zukunft.

Luc Wolff, 1954 in Luxemburg geboren, studierte in den 80er Jahren Landschaftsarchitektur und später Kunst in Berlin. In seinen temporär angelegten Arbeiten untersucht Wolff die Grenzen etablierter Lebensräume. Er geht auf vorgefundene Orte ein und verändert diese auf eine leise, unspektakuläre Weise, meist mit einfachen, alltäglichen Mitteln. Durch das subtile Markieren augenfälliger Raumgrenzen im Kontext funktionaler Architektur verweist Wolff auf das Ausgegrenzte. Vermeintlich isolierte, fest definierte Orte werden nicht mehr als solche wahrgenommen. Beispielhaft hierfür ist seine Arbeit „MAGAZZINO“, die 1997 als Luxemburger Biennale-Beitrag in Venedig zu sehen war. Wolff zeigt Orte im Wandel, Orte mit flexiblen, durchlässigen Grenzen, die Veränderung zulassen oder gar generieren. Er nennt sie „Baustellen“. Eine dieser Baustellen richtet Wolff in Form eines monumentalen Dekagons (Zehnecks) aus Baugerüstelementen in der Ruine der Klosterkirche ein. Seine Arbeit greift die Apsis der Kirche formal auf und spiegelt diese räumlich. Mit seiner Installation bezieht sich Wolff sowohl auf die baulichen Besonderheiten des Raumes als auch auf dessen historische Funktion als Gotteshaus. Die Ästhetik einer realen Baustelle an diesem abgeschiedenen, verwunschenen Ort verweist zudem auf die bevorstehenden Umbauprozesse in dem umliegenden Areal des Molkenmarktes und dem Nikolaiviertel.

Patricia Detmering, 1980 in Arnstadt/Thüringen geboren, lebt und arbeitet als Bildende Künstlerin in Berlin. Bis 2015 studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, u. a. in der Klasse Kerbach. Detmering untersucht medienübergreifend Möglichkeiten der Irritation menschlicher Wahrnehmung. Ihren Arbeiten unterliegt die These, dass es keinen direkten Zugang zum Wesen der Dinge unserer sinnlich erfassbaren Umwelt gibt, sondern nur deren Erscheinungsform. Mit diesen Formen arbeitet Patricia Detmering, bricht sie auf, beleuchtet deren Kontexte und Konnotationen und spielt sie zurück zum Betrachter.Für die Ausstellung in der Ruine der Klosterkirche hat sie eine Videoinstallation entwickelt, die die Magie der verbliebenen, bisher nicht öffentlichen Innenräume der Kirche aufgreift und diese räumlich ausdehnt. In ihrer Arbeit „Antipod“ ist die Projektion des Himmels zu sehen, der sich von Berlin aus betrachtet auf der gegenüberliegenden Seite der Erde befindet. Im Gemäuer der Ruine der Klosterkirche simuliert Detmering hierfür ein Loch im Boden, mit dem Effekt, man würde einmal durch den kompletten Erdkern hindurch blicken. Begleitet wird ihre Arbeit durch ein Reisetagebuch dem man in den kommenden Wochen auf Instagram (www.instagram.com/patriciadetmering/) folgen kann.

Pressemappe DIE RUINE DER KLOSTERKIRCHE 2016

PDF-Dokument (1.1 MB)

Berichterstattung d’Lëtzebuerger Land

PDF-Dokument (198.6 kB)

Berichterstattung Tagesspiegel

PDF-Dokument (131.0 kB) - Stand: 10.10.2016

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Bild: © Robert Eckstein

Workshop zur Zukunft der Klosterkirchenruine

Im Juni 2016 fand ein Workshop zur Zukunft der Ruine der Klosterkirche statt, bei dem Vertreter*innen aus Kultur, Verwaltung und Politik Nutzungsperspektiven für das Baudenkmal entworfen und diskutiert haben.

Für die Durchführung des Workshops konnte der Architekt und ehemalige Direktor des Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, als Organi­sator gewonnen werden. Ziel des Workshops war die Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes, das die historischen Gegebenheiten der Ruine als eines der letzten erhaltenen Zeugnisse der Gründungsgeschichte Berlins zusammenführt mit gegenwärtigen Debatten um die historische Mitte Berlins und die städtebaulichen Planungen um den Molkenmarkt. Mitgedacht wurden ebenso zeit­genössische künstlerische Perspektiven, die das Portfolio des kulturellen Angebotes der Klosterkirchenruine erweitern sollen.

Presseinformation

Nachfolgend finden Sie die Dokumentation des Workshops, Presseinformationen und Pressefotos zum Download. Bitte beachten Sie, dass die Abbildungen urheberrechtlich geschützt sind und ausschließlich zur aktuellen Berichterstattung honorarfrei verwendet werden dürfen. Fotograf und Copyright müssen genannt werden. Gern stellen wir Ihnen auf Nachfrage weiteres Bildmaterial zur Verfügung. Hierfür senden Sie bitte eine E-Mail an karoline.schierz@ba-mitte.berlin.de

Wir bitten um Zusendung eines Belegexemplars an: karoline.schierz@ba-mitte.berlin.de

Dokumentation Workshop Ruine der Klosterkirche 2016

PDF-Dokument (10.5 MB) - Stand: 11.08.2016

Pressemitteilung Einladung zum Pressegespräch am 11.08.2016

PDF-Dokument (199.1 kB) - Stand: veröffentlicht am 04.08.2016

Pressemitteilung Ergebnisse Workshop Ruine der Klosterkirche

PDF-Dokument (201.1 kB) - Stand: veröffentlicht am 10.08.2016

Abbildung 1 Workshop in der Ruine der Klosterkirche Juni 2016

JPG-Dokument (299.7 kB) Bild: © Robert Eckstein

Abbildung 2: Workshop in der Ruine der Klosterkirche (Innenraum) Juni 2016

JPG-Dokument (238.0 kB) Bild: © Robert Eckstein

Abbildung 3: Ruine der Franziskaner Klosterkirche, April 2016

JPG-Dokument (122.2 kB) Bild: © Holger Herschel

Abbildung 4: Ruine der Franziskaner Klosterkirche, April 2016

JPG-Dokument (216.2 kB) Bild: © Holger Herschel

Abbildung 5: Ruine der Klosterkirche, Juni 2016

JPG-Dokument (360.7 kB) Bild: © Robert Eckstein