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Komische Oper

Mit intelligentem Musiktheater und wohldosierten, kleinen Skandalen, stets in deutscher Sprache gesungen, profiliert sich das kleinste der Berliner Opernhäuser.
Komische Oper Berlin
© Arwid Lagenpusch

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Als erste Amtshandlung räumte Intendant Barrie Kosky gleich in seiner ersten Spielzeit 2012/13 mit einer Tradition auf, die für das Profil der Komischen Oper immer entscheidend war: Es wird in Berlins kleinstem Operntempel nicht mehr unbedingt alles auf Deutsch aufgeführt. Immerhin stammt die Festlegung aufs deutsche Idiom von einem Säulenheiligen dieses Hauses: von Walter Felsenstein, dem Begründer der realistischen Opernregie.

Oper inszeniert als Theater

Die Erbmasse des Regietheaters wird Kosky natürlich nicht abschaffen, ist der Australier doch selbst Regisseur. Vor Felsenstein waren Operninszenierungen vor allem kostümierte Konzerte: Die Sänger standen nett dekoriert auf der Bühne herum und sangen. An der Komischen Oper beendete Felsenstein ab 1947 diese unselige Tradition und inszenierte Oper konsequent als Theater. Der Sänger musste wie ein Schauspieler glaubhaft in der Rolle sein und in seinem Ton: Das Singen sollte aus der Emotion begründet sein. Felsensteins Meisterschüler Götz Friedrich, später Intendant der Deutschen Oper im Westteil der Stadt, Joachim Herz und Harry Kupfer führten dieses Konzept kongenial weiter.

„Opernhaus des Jahres“ 2007

Andreas Homoki, der das kleinste Haus in der Opernstiftung mit guter Hand für Stoffe und Regie hervorragend profilierte, 2007 wurde es zum „Opernhaus des Jahres“ gewählt, hatte zu Beginn seiner Intendanz 2002 seinen heutigen Nachfolger aus Australien geholt. Barrie Koskys hatte mit Ligetis „Le grand macabre“ sein europäisches Operndebüt und auch seinen Durchbruch auf dem europäischen Kontinent. Zu den weiteren Regisseuren des Hauses gehören so unterschiedliche Künstler wie Peter Konwitschny, Hans Neuenfels, Willy Decker und der katalanische Skandalregisseur Calixto Bieito.

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Vielfalt in der Komischen Oper unter Barrie Kosky

Die Pflege des vertrauten Opernkanons sollte man von Kosky nicht erwarten, er hält von der Barockoper bis hin zum Musical potenziell alles spielplantauglich für das Haus, sogar eine Rückkehr zur jüdischen Unterhaltungstradition, die bis zum Machtantritt der Nazis im Haus an der Behrenstraße gepflegt wurde. Musical gehörte freilich schon immer auch zum Profil der Komischen Oper: Götz Friedrich inszenierte hier 1970 eine legendäre Produktion von „Porgy und Bess“ – mit Manfred Krug in der Hauptrolle des Sporting Life. Auch die Volksschauspielerin Brigitte Mira machte hier erstmals von sich reden. Heute aber heißen hier die Stars Stella Doufexis, Jens Larsen und Jochen Kowalski. Oder ausnahmsweise auch mal Thomas Gottschalk. Der ergänzte wegen einer verlorenen Wette einmal den Chor bei einer Vorstellung von Mozarts „Zauberflöte“.

Quelle: Kulturverführer Berlin, 10. Auflage

Komische Oper Berlin

Adresse: Komische Oper
Behrenstraße 55
10117 Berlin
Telefon: 030 47 99 74 00
Internetadresse: www.komische-oper-berlin.de/

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