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Berlin „Schaufenster Elektromobilität“: Senat beschließt Finanzierung

12. März 2013/PIA

Elektromobilität in Berlin Schlag auf Schlag: Erst am Freitag präsentierte Technologiesenatorin Cornelia Yzer Journalisten Elektromobilitätsfirmen, Montag fand im Rathaus die Hauptstadtkonferenz zur Elektromobilität 2013 statt, gleich am Dienstag hat der Senat die Finanzierung für das „Schaufenster Elektromobilität“ beschlossen.

Schon im Vorfeld hatte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit erklärt: „Berlin ist bereits heute eine führende Metropole im Bereich der Elektromobilität. Aber wir müssen die Anwendung neuer Technologie weiter konsequent fördern und erkennen, dass in diesem Innovationsschub auch für die Wirtschaft und nicht zuletzt für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine zukunftsweisende Perspektive liegt.“ Berlin als Referenzstadt für Elektromobilität – die Landesregierung handelt, damit die Stadt auf diesem Zukunftsweg weiter vorankommt.

Welche Wachstumschancen liegen in der neuen Antriebsart?

Senatorin Yzer: „Elektromobilität wird nicht nur unser Mobilitätsverhalten beeinflussen, sondern auch neue Wertschöpfungsketten entstehen lassen.“ Berlin könne seine starken Forschungskapazitäten und seine innovativen Zuliefer- und Entwicklungsunternehmen noch stärker verknüpfen, so Yzer. Für die fachspezifischen Forschungseinrichtungen in der Stadt und für die kreativen Unternehmen in Berlin liege darin eine hervorragende Möglichkeit, „qualifizierte Arbeitsplätze zu sichern bzw. neu zu schaffen.“

Welche Projekte werden zum „Schaufenster Elektromobiltät“ gehören?

Die geplanten Projekte sieht Yzer als ein „Praxislabor, das Alltagstauglichkeit und Wirtschaftlichkeit der E-Mobility aufzeigen werde.“ Beispiele: Am Potsdamer Platz als „Ort der Elektromobilität“ wird gezeigt, was heute schon möglich ist. Am Hauptbahnhof wird eine Elektrobus-Linie starten. Öffentliche Betriebe wie BSR und BVG werden verstärkt auf E-Nutzfahrzeuge setzen. In einem Qualifizierungszentrum werden Menschen im Bereich E-Mobilität aus- und weitergebildet. Es wird ein Berlin-Brandenburger Korridor für E-Fahrräder eingerichtet. Bereits derzeit wird in rund 150 Berliner Projekten an Lösungen für Fragen der E-Mobilität gearbeitet. Wirtschaftspolitisch hat Senatorin Yzer die Hoffnung, dass sich in Berlin künftig auch bestehende Unternehmen der Branche ansiedeln werden.

Was bedeutet der Senatsbeschluss konkret?

Das Land Berlin wird u. a. die Ladeinfrastruktur ausbauen einrichten. Es sollen insgesamt bis zu elf Projekte mit bis zu 20,1 Mio. Euro gefördert werden. Das sind wichtige Elemente des vom Bund prämierten Konzeptes „Internationales Schaufenster der Elektromobilität Berlin-Brandenburg“.

Was verändert Elektromobilität im Berliner Verkehr?

Der Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Michael Müller: „„In Berlin werden wir zeigen, wie wir die Vorteile des Elektroantriebs mit größtmöglichem Nutzen für den Verkehr, aber auch für die Lebensqualität in Berlin einsetzten können.“

Im Alltag der Stadt wird demonstriert, dass die Belieferung der Stadt mit leisen Elektrofahrzeugen auch in den Tagesrandstunden erfolgen kann. Müller: „Damit werden Verkehrsspitzen abgebaut, das Be- und Entladen in zweiter Spur reduziert. Viele Pendler aus dem Umland der Stadt können in Zukunft ihren Arbeitsplatz in Berlin mit einem Elektrorad besser erreichen als mit dem Auto: Ihre Kosten für den Arbeitsweg sind damit geringer, der Bedarf an Parkflächen am Arbeitsort sinkt und Treibhausgase, Schadstoffemissionen und Verkehrslärmbelastungen werden vermieden.“ Es geht dem Senat laut Müller nicht nur darum, den Verbrennungsmotor durch einen E-Antrieb auszutauschen, sondern das strategische Ziel ist es, die spezifischen Vorteile des Elektroantriebs durch eine intelligente Rahmenstrategie voll auszuschöpfen.

Insgesamt 23 Regionen hatte sich beworben: Unter allen Bewerbern hatte die Bundesregierung am 3. April 2012 ihre Entscheidung für vier Regionen bekannt gegeben, die als „Schaufenster Elektromobilität“ das alternative Antriebs- und Verkehrskonzept voranbringen werden. Neben Berlin-Brandenburg gehören zu den Vieren Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bayern-Sachsen. Durch die geförderten Projekte soll Deutschland in der Marktvorbereitungsphase Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromobilität werden. Die Zahl der in Deutschland zugelassenen elektrisch betriebenen Fahrzeuge soll von derzeit ca. 4500 bis 2020 auf bis zu eine Million Fahrzeuge steigen.

In der Region ist die „Berliner Agentur für Elektromobilität – eMO“ für die Gesamtkoordination der einzelnen Projekte zuständig.

Weiterführende Links:

Modellregion Berlin/Potsdam(Externer Link)

Berliner Agentur für Elektromobilität(Externer Link)

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