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BER- Flughafen Willy Brandt: Was nun zu tun ist – die nächsten Schritte


Die Eröffnung musste verschoben werden, aber der Countdown läuft. Berlins neuer internationaler Flughafen steht vor der Fertigstellung und er wird der Stadt auch wirtschaftlich weiteren Schub geben. Hier die aktuellen Informationen zum Flughafen Willy Brandt.

Aktuelle Meldungen

13.11.2012 Nächste Schritte beim Brandschutz(Externer Link)
13.09.2012 "Alle Kräfte für den Flughafen" - Regierungserklärung des Regierenden Bürgermeisters im Abgeordnetenhaus vom 13. September 2012
07.09.2012 Flughafen BER öffnet am 27. Oktober 2013(Externer Link)
16.08.2012 Nach der Aufsichtsratssitzung: Überprüfung des Eröffnungstermins läuft / Richtungsentscheidung beim Schallschutz(Externer Link)
02.08.2012 Wowereit: Entscheidung zu BER-Eröffnung kann sich verzögern
31.07.2012 Wowereit zur Leipziger Flughafen-Entscheidung: BER erneut höchstrichterlich bestätigt

Flughafen BER- neuer Termin und Finanzierungspläne

Jetzt läuft der Countdown für den neuen Termin: Am 27. Oktober 2013 geht der BER ans Netz.

In den letzten Wochen hat sich Chefplaner Horst Amann auf der Baustelle gründlich umgesehen. Sein Auftrag war klar: es ging um die kritische Bestandsaufnahme auf der Flughafenbaustelle. Amann hat die aktuelle Situation analysiert und sämtliche Ablaufpläne hinterfragt. Für diese umfangreiche Arbeit hat er sich die Zeit genommen, die er brauchte. Seine Erkenntnisse hat er ausgewertet und das Ergebnis in der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag vorgestellt und auf dieser Basis einen neuen Eröffnungstermin präsentiert.

Am 27. Oktober 2013 geht der Airport BER Willy Brandt ans Netz.

Bis dahin bleibt noch eine Menge zu tun. So müssen zunächst noch die fehlenden Ausführungspläne erstellt werden, damit ab Herbst wieder Hochbetrieb auf der Baustelle herrscht.

Amanns Planungen zufolge werden die Arbeiten im kommenden Sommer beendet sein. Im Anschluß läuft dann eine ausführliche Testphase mit einer Abnahme der Baustelle durch die Baubehörde. Auch hier setzt Amann auf Gründlichkeit. Sein Ziel ist es, durch seinen Beitrag das Bauordnungsamt in die Lage zu versetzen, den Flughafen zu genehmigen. Dann kann der Flughafen im Spätsommer nächsten Jahres seinen Probebetrieb aufnehmen .

Mit der Ausstattung seiner Geschäfte und Gastronomiebetriebe im nächsten Herbst ist der BER dann komplett, so dass die Airports Schönefeld Alt und Tegel in der Nacht vom 26.auf den 27. Oktober zum neuen Standort umziehen können.

Mit dem Start der ersten Maschine vom neuen Flughafen BER am 27. Oktober ist Berlins neues Tor zur Welt dann eröffnet.

Chefplaner Amann schätzt den nun aufgestellten Zeitplan als realistisch ein. Auch diese Planung zeigt, daß das Eröffnungsdatum kein Termin der Politik ist. Die Baufachleute haben ihn aufgrund ihrer Berechnungen gefunden. Für dieses Datum läuft jetzt der Countdown.

Finanzierungsrahmen gesteckt

Die Mehrkosten für das größte Infrastrukturprojekt im Osten Deutschlands liegen trotz des verlängerten Zeitrahmens weiter bei 1,2 Mrd Euro. Der Löwenanteil dieser Summe setzt sich zusammen aus den Kosten für neu geplante Gebäude auf dem BER und für Schallschutzmaßnahmen. Nur ein Viertel dieser Summe (etwa 300 Mio Euro) entsteht tatsächlich aufgrund der konkreten Verschiebung.

Berlin wird seinen Beitrag leisten und gemäß der Anteilshöhe eine Gesmtsumme in Höhe von 444 Mio Euro bereitstellen. Dafür ist die Verabschiedung eines Nachtfagshaushalts nötig. Bereits am kommenden Dienstag wird sich der Senat auf seiner Sitzung mit dieser Frage befassen und nach dem Beschluß den Entwurf dem Abgeordnetenhaus zur Annahme vorlegen. Zielsetzung bleibt es, auf die Aufnahme neuer Schulden verzichten zu können.

Bis zur Eröffnung des neuen Airports bleiben die bestehenden Flughafen am Netz.

Fragen und Antworten


Flughafen BER bleibt das zentrale Projekt



  • Es stimmt: Die Verschiebung der Eröffnung war ein großes Ärgernis für die Region. Sie hat der Hauptstadtregion negative Schlagzeilen gebracht und es drohen nun auch zusätzliche Kosten, die aber noch nicht genau zu beziffern sind. Jetzt gilt es aber, nach vorn zu schauen und den Flughafen an den Start zu bringen.
  • Und dennoch: Der Flughafen BER ist das größte Infrastrukturprojekt Ostdeutschlands und vor dem Hintergrund der großen Zunahme der Fluggastzahlen von und nach Berlin eine riesige Erfolgsstory. Der neue Flughafen bedeutet für die Hauptstadtregion einen weiteren Quantensprung. Er ist das neue Tor Berlins zur Welt.
  • Er wurde anfangs dafür kritisiert, dass er angeblich zu groß geplant sei. Dann wurden wegen der großen Nachfrage bereits im Bauprozess erste Erweiterungen beschlossen. Dazu gehören auch die sogenannten Seitenpiers. Und schon jetzt ist deutlich, dass bald über die nächste Erweiterung der Abfertigungskapazitäten entschieden werden muss. Daran ändert auch eine spätere Eröffnung nichts.
  • Wirtschaft und Beschäftigte profitieren bereits jetzt vom neuen Flughafen. Tausende neue Arbeitsplätze sind bereits entstanden und viele weitere Tausende werden folgen. BER bringt der gesamten Region wirtschaftlich einen großen Schub.
  • Der Aufsichtsrat hat bereits auf seiner Sitzung am 22. Juni mit der Berufung von Horst Amann zum Chefplaner eine wichtige Entscheidung getroffen, um noch ausstehende Baumaßnahmen nun gezielt voranzubringen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Entrauchungsanlage des Terminals, die für den Betrieb des Airports absolut notwendig ist. Amann und seine Mitarbeiter verschaffen sich derzeit einen Überblick über die Planungsunterlagen und noch anstehende Bauprozesse.


Gute Gründe für die Verschiebung – safety first



  • Diese für den BER konzipierte hoch technologisierte Brandschutzanlage, eine speziell auf BER-Verhältnisse angepasste Maßanfertigung aus mehreren Einzelkomponenten, war nicht rechtzeitig einsatzbereit. Die zuständigen Behörden konnten den Betrieb dieser Anlage, die weltweit die größte ihrer Art ist, bisher nicht genehmigen.
  • Eine gefahrlose Inbetriebnahme des Flughafens war ohne diese Anlage nicht möglich, denn die Sicherheit der Passagiere und Beschäftigten hat stets absoluten Vorrang, auch vor der Einhaltung von Terminen.
  • Am 24. Juli fanden umfangreiche Tests der Entrauchungsanlage statt. Die Ergebnisse wurden zur Aufsichtsratssitzung im September präsentiert und führten zur Festlegung des neuen Eröffnungstermins im Oktober 2013.


Verantwortung in der Flughafengesellschaft – erste Konsequenzen



  • Inzwischen ist klar, dass die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft den Baufortschritt und die Chance einer Eröffnung am 3. Juni falsch eingeschätzt hatte. Ebenso war das innerbetriebliche Controlling von zu positiven Annahmen ausgegangen.
  • Am 1. August hat Horst Amann sein Amt als für die Planung zuständiger Vorstand der Flughafengesellschaft angetreten und arbeitet sich nun intensiv ein. Amann wird dabei unterstützt von sachkundigen und versierten Planern und Ingenieuren. Die Flughafengesellschaft nimmt nun die Projektleitung in Eigenregie wahr.
  • Zu Amanns Hauptaufgaben gehören die Analyse der Planungsunterlagen und danach die Festlegung der Schritte für noch anstehende Bauprozesse.


Verantwortung in der Politik – Terminprobleme zu spät bekannt



  • Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit läßt sich als Aufsichtsratsvorsitzender – wie die anderen Mitglieder des Aufsichtsrates auch, darunter Vertreter von Bundesregierung und Brandenburger Landesregierung – kontinuierlich über die Baufortschritte, auch direkt vor Ort, informieren.
  • Die Verschiebung des Eröffnungstermins vom 3. Juni kam nicht nur für die Öffentlichkeit überraschend. Vor dem 7. Mai gab es seitens der Flughafengesellschaft keinerlei Hinweise, dass der Eröffnungstermin nicht gehalten werden könnte.
  • Für den Regierenden Bürgermeister hat die Fertigstellung des Flughafens BER absolute Priorität: Seitdem die Verschiebung bekannt ist, sorgt Klaus Wowereit für Aufklärung. Unter seinem Vorsitz hat der Aufsichtsrat in seinen letzten Sitzungen über die notwendigen sachlichen und personellen Konsequenzen entschieden. Bei seiner Sitzung am 16. August hat der Aufsichtsrat wichtige Entscheidungen beim Lärmschutz und der Finanzierung getroffen, die alle einem Ziel dienen: den Flughafen BER zügig an den Start zu bringen. Am 7. September beschloss der Aufsichtsrat den 27. Oktober 2013 als Eröffnungstermin.


Mehrkosten wegen Verschiebung, Bau und Lärmschutz – Flughafengesellschaft bei Mehrkosten gefordert



  • Bei seiner Sitzung am 16. August hat der Aufsichtsrat eine klare Richtungsentscheidung beim Schallschutz getroffen. Der sogenannte Klarstellungsantrag, der eine sechsmalige Überschreitung des Lärmpegels als Schutzziel festschreiben sollte, ist vom Tisch. Dafür wird die Flughafengesellschaft nun die Vorgaben des brandenburgischen Infrastrukturministeriums umsetzen und dabei auch die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin- Brandenburg berücksichtigen. Ziel ist ein weitreichender Schallschutz für die Anwohner. Die Arbeit am Schallschutzprogramm wird nun intensiviert. Bürgersprechstunden und ein Infocenter in Schönefeld sollen dazu beitragen, dass möglichst viele Anwohner bis zur Eröffnung des Flughafens BER über einen vernünftigen Schallschutz in ihren Häusern und Wohnungen verfügen.
  • Lärmschutz gibt es nicht umsonst. Für dieses jetzt noch einmal deutlich verbesserte Programm wird zusätzlich ein dreistelliger Millionenbetrag fällig. Er macht einen erheblichen Teil der Gesamtzusatzkosten für den BER aus. Der Aufsichtsrat rechnet derzeit mit Zusatzkosten in einer Gesamthöhe von 1,17 Milliarden Euro. Nur ein kleiner Teil dieser Kosten ist unmittelbar durch die Terminverschiebung entstanden.
  • Selbstverständlich wird die Flughafengesellschaft einen Anteil der Mehrkosten tragen, aber auch die Gesellschafter des Flughafens, der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg, werden ihren Beitrag leisten.


Fluggesellschaften engagieren sich weiter in Berlin – große Vorteile und kleine Störungen für Passagiere



  • Sowohl die Lufthansa als auch Air Berlin weiten ihr Engagement in Berlin aus. Allein die Lufthansa vervierfacht ihr Flugangebot in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr und schafft dazu mehrere Hundert Arbeitsplätze.
  • Die spätere Eröffnung vom BER hat an dieser Ausweitung der Geschäftstätigkeit nichts geändert. Die Flüge werden komplett über Tegel bzw. über Schönefeld abgewickelt. Auf Grund der geringeren Flughafengebühren an den beiden alten Flughäfen sparen die Gesellschaften diesbezüglich sogar Geld.
  • Dennoch ist es wichtig, den Fluggesellschaften möglichst bald einen verbindlichen Eröffnungstermin für ihre eigenen Planungen zu nennen.


Flughäfen Tegel und Schönefeld weiter in Betrieb



  • Beide Flughäfen bleiben so lange in Betrieb, bis der Flugverkehr vom BER abgewickelt wird. Ihre Betriebserlaubnis verlängert sich also automatisch.
  • Beide Flughäfen müssen nun die zusätzlichen Passagierkapazitäten aufnehmen, und sie sind dazu auch grundsätzlich in der Lage. Ausnahmen vom Nachtflugverbot kann es in Tegel nur in zu genehmigenden Einzelfällen geben.
  • Berlin braucht den neuen Flughafen BER Willy Brandt. Er wird Wachstumsmotor und Jobmaschine für die gesamte Region Berlin-Brandenburg werden.
  • Die Verantwortlichen im Aufsichtsrat unter Vorsitz von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit und die Gesellschafter arbeiten weiter daran, dass der neue Flughafen ein Erfolg wird.