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Berlin gedenkt des 9. November - Erinnerung an Mauerfall und Pogrome

9. November 2011/PIA

An jedem 9. November wird in Berlin an zwei historische Ereignisse gedacht: dem Fall der Mauer 1989 und den Pogromen von 1938.

Mit einer Gedenkveranstaltung am ehemaligen Todesstreifen an der Bernauer Straße hat Berlin am Vormittag an die Öffnung der Mauer am 9. November 1989 erinnert, aber auch der Opfer gedacht, die sie in 28 Jahren gefordert hat. Mit einem Posaunenruf begann das Gedenken. In einer Andacht in der Kapelle der Versöhnung erinnerte Pfarrer Manfred Fischer an die Zeit, in der die Mauer die Stadt zerschnitt und an die Nacht, in der sie auf friedliche Weise überwunden wurde. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden am Denkmal der Berliner Mauer Kerzen in Erinnerung an den Herbst 1989 entzündet.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hatte bereits am Vorabend des Jahrestages des Mauerfalls all jenen gedankt, die das Wunder des 9. November 1989 möglich gemacht haben: „Berlin dankt den Freiheitsbewegungen in Ost- und Mitteleuropa, die mit ihrer Beharrlichkeit und ihrem friedlichen Protest den Unrechtsregimen widerstanden und den Weg für Neues ebneten. Ohne die Ereignisse in Polen und anderen Staaten hätte die Bürgerrechtsbewegung in der damaligen DDR nicht eine solche Kraft entfalten können. Wir danken aber ganz besonders auch den Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtlern der ehemaligen DDR, die mit Mut und Zivilcourage, aber auch hohem persönlichen Risiko für die Freiheit eingestanden sind.“

Wowereit würdigte gleichzeitig die Erfolge der wieder geeinten deutschen Hauptstadt in den letzten zwei Jahrzehnten: „Berlin hat durch die Wiedervereinigung eine Chance erhalten, die die Stadt beherzt ergriffen hat: Sie ist heute moderner, attraktiver, kreativer, internationaler und beliebter denn je. Berlin hat das Wunder des Mauerfalls eindrucksvoll mit Leben erfüllt.“

Am Abend erinnerte Wowereit auf einer Gedenkfeier in der Jüdischen Gemeinde mit einem Grußwort an die Pogromnacht des 9. November 1938. Vorab erklärte er: „Zu den schrecklichsten Ereignissen, die sich auf den Straßen der deutschen Hauptstadt abgespielt haben, zählen ohne Frage die Ausschreitungen, die im November 1938 stattfanden. Vor aller Augen wurden Juden gedemütigt, Geschäfte von Juden zerstört, jüdische Friedhöfe geschändet. Zigtausende wurden in die Konzentrationslager deportiert, viele wurden dort ermordet. Bis heute bleibt dieser 9. November 1938 ein Symbol der Barbarei.“