Vorschau

Anonyme Zeichner

14. Juli – 19. September 2018
Vernissage: Freitag, 13. Juli 2018, 18 Uhr

Die neue Ausgabe von Anonyme Zeichner lädt wieder dazu ein, sich mit den Urelementen der Zeichnung – Linie, Sujet, Farbgebung, Papierbeschaffenheit und Technik zu beschäftigen. Das von der Berliner Künstlerin Anke Becker 2006 ins Leben gerufene Projekt zeigt jeweils 600 Zeichnungen internationaler Künstlerinnen und Künstler. So wurden in diesem Format, welches sich als eine Hommage an die Vielfältigkeit des Mediums Zeichnung versteht, bisher bereits über 9.000 Arbeiten gezeigt. Die Zeichnungen kommen durch einen Open Call zusammen, werden durch die Künstlerin zu einem kollektiven Gesamtkunstwerk zusammengefügt und anonym, also ohne Nennung von Urheberschaft und Titel, präsentiert. Dies wirft bei den Betrachtenden Fragen nach dem Urteil über und dem Wert von Kunst auf. Wie verändert sich das eigene Urteil, wenn man, unbeeinflusst von der Autorschaft, über ein Kunstwerk urteilt? Woran lässt sich die Qualität einer Zeichnung festmachen? Wo ist die Grenze zwischen Kunst und Nicht-Kunst? Was ist die Identität des Zeichners? Die Anonymität der Zeichner*innen kann nur durch einen Kauf zum symbolischen Einheitspreis von 200 € aufgehoben werden.

SO IST DAS BEI UNS – Bilder vernachlässigter Europäer

Nihad Nino Pušija

29. September – Januar 2019
Vernissage: Freitag, 28. September 2018, 18 Uhr

Seit über 20 Jahren lenkt der Fotograf Nihad Nino Pušija den Blick auf die Lebensrealitäten der über ganz Europa verstreut lebenden Roma aus Ex-Jugoslawien. In der Ausstellung SO IST DAS BEI UNS zeigt er vor allem neue Serien, in denen der Fokus auf kreativen Menschen liegt, die zwischen den Kulturen pendeln: Ob es sich dabei um die Mitglieder einer Band in Brünn handelt, die im Alltag als Polizisten arbeiten; um mehrfach von der Abschiebung bedrohte Rapper und Aktivisten in Essen; um einen alten Flamenco-Tänzer, der in Sevilla ein leerstehendes Kulturhaus belebt, oder um eine Schriftstellerin in Sarajevo, die an verschiedenen Orten in Europa mit ihrem Mann ein neues Haus gebaut hat, – stets geht es Pušija nicht um „die Geflüchteten“, „die Migranten“, sondern um Individuen jenseits der üblichen Stereotype.
Das Motto zum Tag der Deutschen Einheit 2018 NUR MIT EUCH wirft die Frage auf, wer als Europäer gilt bzw. wahrgenommen wird. Angesichts von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und wachsenden Spannungen zwischen verschiedenen Ethnien stehen die Gesellschaften vor der Herausforderung, neuen sozialen Zusammenhalt zwischen den Bürgern Europas zu schaffen. Die Fotografien Pušijas leisten hier einen Beitrag zur kritischen Reflexion über Exklusion und Inklusion, und über die Frage, welche Rolle Eigen- und Fremdbilder für das Selbstverständnis der Menschen spielen.