Rückschau

Ausstellungen 2018

Anne Brannys – Eine Enzyklopädie des Zarten

Mit Arbeiten von: Gökçen Dilek Acay, Sophie Aigner, Ana Alenso, Katharina Kim Alsen, Christine Bachmann, Thomas Behling, Mario BieRende, Martin Bothe, Marion Denis, Dagmar Fella, Harriet Groß, Lena Hensel, Janine Hönig, Eleana Katanu, Jens Kloppmann, Edith Kollath, Bruno Di Lecce, Chelsea Leventhal, Carina Linge, Helene Meier, Ines Meier, Maximilian Meier, Anna Myga Kasten, Enrico Niemann, Aneh Ondare, France Parsus, Ileana Pascalau, Ulrike Paul, Aaron Rahe, Korvin Reich, Yvonne Roeb, Fons Schiedon, Felix Schneeweiß, Charlotte Seidel, Hartmut Stockter, Laurel Terlesky, Sandy Volz, Miriam Yammad, Jenny Yurshansky, Simone Zewnik

Das Ausstellungsprojekt „Eine Enzyklopädie des Zarten“ basiert auf der gleichnamigen Dissertationsschrift von Anne Brannys. Darin beleuchtet die Künstlerin den zentralen Begriff des Zarten aus verschiedenen Perspektiven und verschränkt sowohl geistes- und naturwissenschaftliche als auch künstlerische Fragestellungen miteinander. In acht Schwerpunkten entfaltet die Ausstellung das Thema als eine begehbare Enzyklopädie in einem eigens für die Präsentation entwickelten Raumgefüge. Diese räumlich rhythmisierte Wissensordnung ist zugleich durchlässig und ermöglicht Querverbindungen zwischen den Exponaten durch ein sensuelles Leitsystem.

Die künstlerischen Arbeiten – eine Auswahl aus einem umfangreichen Archiv von Positionen, die auf eine Ausschreibung hin eingereicht wurden – verdeutlichen ein vielfältiges Spektrum an Zugängen zum Thema und erforschen die Komplexität des Begriffes auf sinnlich wahrnehmbare Weise. So wird das physisch erfahrbare Erlebnis einer Ausstellung zu einer folgerichtigen Erweiterung der in Buchform vorliegenden Wissenssammlung.

3. Februar –18. April 2018

Ausstellungen 2017

REFRAMING WORLDS. Mobilität und Gender aus postkolonial, feministischer Perspektive

Maria Thereza Alves, Nathalie Anguezomo Mba Bikoro & Anaïs Héraud-Louisadat, Antye Greie aka AGF, Rajkamal Kahlon, Katrin Winkler, Mathilde ter Heijne

Die Ausstellung versammelt Arbeiten Berliner Künstler*innen, die sich mit dem Leben und Werk so unterschiedlicher Frauen wie Gertrude Bell, Agatha Christie, Maria Mandessi Bell Diop, Mia May, Sayyida Salme Prinzessin von Oman und Sansibar alias Emily Ruete oder Ida Pfeiffer auseinandersetzen.
Ausgangspunkte sind bis heute wirksame kolonialistisch geprägte Denkweisen, Bildwelten und Wissenskategorien, deren geschichtliche Konstruktionen offengelegt und reflektiert werden. In ihren Recherchen, die sich mit Reiseberichten, Lebensgeschichten, Pflanzenwelten, Fotografien und anderen Objekten befassen, gehen die Künstler*innen den Erfahrungen von Unterdrückung, Widerstand und Migration nach. Sie untersuchen, wo und wie Spuren davon noch sichtbar sind. Gleichzeitig setzen sie sich kritisch damit auseinander, wie mit Archiven und Archivmaterial heute umgegangen werden kann und welche Rolle sie selbst als Wissensproduzent*innen einnehmen. Die Ausstellung macht nicht nur Leerstellen der Geschichtsschreibung sichtbar, sondern fragt nach der Art des Wissens, das im Kontext der kolonialen Unternehmungen produziert und in Europa verbreitet worden ist. Wie und von wem wird Wissen über die Welt erzeugt? Wie wirken die komplexen Verflechtungen von Rassismus und Sexismus bis heute nach und wie kann Feminismus transkulturell und solidarisch gedacht und praktiziert werden?
Kuratiert von der Projektgruppe: Oliver Baurhenn, Dorothee Bienert, Marisa Maza, Antje Weitzel, Jole Wilcke, Moira Zoitl.

Ein Kooperationsprojekt mit der neuen Gesellschaft für bildende Kunst mit Akinbode Akinbiyi, Hasan Aksaygın & Aykan Safoǧlu, Maria Thereza Alves, Nathalie Anguezomo Mba Bikoro & Anaïs Héraud-Louisadat, Pauline Boudry & Renate Lorenz, Antye Greie aka AGF, Rajkamal Kahlon, Susanne Kriemann, Marisa Maza, Judith Raum, Katrin Winkler, Mathilde ter Heijne, Moira Zoitl

4. November 2017 – 21. Januar 2018

And Now for Something Completely Different 6

Nika Oblak & Primoz Novak

Wie kann ein durch das Videobild fliegender Ball den Bildschirm ausbeulen? Kann man sich physisch gegen die Übermacht der Medien wehren? Mit ihren Installationen, Performances, Videos und Fotografien hinterfragt das slowenische Künstlerduo Nika Oblak und Primoz Novak die moderne Konsumkultur und die Art und Weise, wie die Medien Normen und Realitäten erzeugen. In einer größeren Werkreihe verbinden Oblak und Novak Videoperformances mit Pneumatik und verknüpfen so den virtuellen Raum der Medien mit dem dreidimensionalen Raum des Realen. Die Arbeiten des Duos durchzieht ein hintergründiger Witz, mit dem sie Alltagsrealitäten ad absurdum führen.
Kuratiert von Dorothee Bienert

29. Juli – 25. Oktober 2017

Lustwandeln

Ein Projekt von Angelika Frommherz und Juliane Laitzsch

Künstlerische Prozesse sind der Entwicklung und Pflege eines Gartens verwandt. Ähnlich den Tätigkeiten des Grabens, Säens, Wässerns, Düngens und Zurückschneidens werden die Werke erarbeitet und ihre eigenwillige Dynamik aufmerksam beobachtet. Manches entfaltet sich erst in geeigneter Umgebung und Nachbarschaft. Die Künstlerinnen Angelika Frommherz und Juliane Laitzsch inszenieren die Ausstellung als Raum, in dem die Besuchenden wie in einem Garten lustwandeln können. Während der Körnerpark im Winter ruht und sich die Pflanzen zu verstecken scheinen, entsteht in der Galerie eine lebendige Landschaft mit Ornamentik, Verweilorten, Blickachsen und farbigen Objekten.

28. Januar – 19. April 2017

Constructing the Earthquake

Installationen: Folke Köbberling, Sharon Paz, Performance: Chryssa Tsampazi

Constructing the Earthquake benutzt das Erdbeben als Metapher für unterschiedliche Formen gesellschaftlicher und emotionaler Erschütterungen. Angesichts der zunehmenden Globalisierung und den diffusen Gefühlen von Kontrollverlust und Unsicherheit fragen die Künstler*innen nach der Eigen-verantwortung des Menschen für seinen Lebensraum und suchen nach Wegen, um mit den neuen Realitäten flexibler umzugehen. In ihren Video-Installationen thematisiert Sharon Paz alltägliche Momente der Verunsicherung, wie sie Menschen erfahren, die von Flucht, Migration und globaler Mobilität betroffen sind: Die Künstlerin untersucht reale und virtuelle Grenzen und findet Bilder für Situationen zwischen Innen und Außen, Zugehörigkeit und Ausgeschlossen-Sein. Paz zeigt Projektionen, in denen sich verschiedene Wirklichkeitsebenen durchdringen und fordert die Besuchenden auf, mit dem eigenen Schatten Teil der Bildwelt zu werden.
Folke Köbberling rüttelt mit ihren künstlerischen Aktionen an eingefahrenen Denkmustern über so alltägliche Dinge wie den Automobilverkehr. Wieso gelten Autos als Notwendigkeit, obwohl sie Luft und Lungen verschmutzen und große Teile des öffentlichen Raumes verschandeln? Würden Bürgerunruhen ausbrechen, wenn man den Individualverkehr verböte, weil er Todesfälle und Verstümmelungen verursacht? Köbberlings Arbeiten unternehmen absurde Modellversuche für einen autofreien Stadtraum, die zur Stellungnahme herausfordern.

29. April – 23. Juli 2017

Ausstellungen 2016

LINEAR MOMENTUM

Simon Faithfull, April Gertler, Vanessa Henn, IEPE, Melanie Irwin, Pia Linz, plan b, p.t.t.red, Richard Rocholl und Sofie Thorsen

Die Ausstellung LINEAR MOMENTUM behandelt die Linie in ihrem Verhältnis zu unserer Bewegung im urbanen und ländlichen Raum. Sie nähert sich dem Thema weniger über die traditionell mit der Linie verbundene Gattung der Zeichnung als vielmehr über performative Arbeiten sowie Wandmalerei, Skulptur, Fotografie und Video. Die Linie verweist als Verbindung zweier Punkte stets auf ihre mit Bewegung verbundene Genese, weshalb die Ausstellung sie aus einer zeitlichen und räumlichen – anders gesagt aus einer performativen – Perspektive betrachtet.
Kuratiert von Conny Becker

5. November 2016 – 22. Januar 2017

Susanne Kriemann – ich bin, varim, je suis Abendrot

Susanne Kriemann arbeitet in ihrem neuen Projekt konzeptuell mit Licht, jener Energie, die dem Leben durch den Rhythmus von Tag und Nacht eine zeitliche Struktur gibt. In Homers Odyssee löst Penelope gleichsam die lineare Zeitstruktur auf, indem sie diese tagsüber in ein Tuch webt, um sie in der Nacht zu enthüllen. Susanne Kriemann versammelt für die Ausstellung Objekte zwischen Urzeit und Zukunft, die in direkter Verbindung zum Körnerpark stehen. Durch die Zusammenstellung sind sie ihrem jeweiligen Zeitkontinuum enthoben und werden zu individuellen Organismen. “Ich bin, varım, je suis, Abendrot” ist partizipativ und prozesshaft angelegt. Im Dialog mit den Exponaten der Ausstellung werden in Workshops Ideen für eine zukunftsweisende und visuell anspruchsvolle Beleuchtung des Körnerparks entwickelt. Gemeinsam wird über Nachhaltigkeit, Eigenverantwortung und innovative Wege der Lichterzeugung nachgedacht. Zum Ende der Ausstellung, in der Nacht der Zeitumstellung vom 29. auf den 30. Oktober, werden die Forschungsergebnisse präsentiert und die Abenddämmerung bis zur Morgenröte ausgedehnt.
Kuratiert von Dorothee Bienert

10. September – 30. Oktober 2016

Mathilde ter Heijne – Blood, Sweat and Tears

Assembling Past and Future

Gemeinsam mit einem Netzwerk von Kulturschaffenden und Friedensaktivist*innen richtet die Künstlerin Mathilde ter Heijne den Blick auf ein historisches Ereignis, um über weltweit aktuelle Krisen nachzudenken: Mitten im Ersten Weltkrieg tagte der erste Internationale Frauenfriedenskongress in Den Haag, bei dem die Teilnehmerinnen über die gesellschafts­politischen, ökonomischen und geistigen Voraussetzungen für einen zukünftigen dauerhaften Frieden debattierten. Blood, Sweat and Tears verknüpft und überlagert Bild- und Textmaterial von damals mit Statements und Porträts von heute. Unterschiedliche Zeitebenen und verschiedene Materialitäten durchdringen einander zu einer raumgreifenden Installation. Blood, Sweat and Tears versteht sich als künstlerische Suche nach dem, was – über zeitliche und räumliche Grenzen hinweg – all jene verbindet, die sich für eine friedvolle Welt engagieren.
Kuratiert von Dorothee Bienert

25. Juni – 28. August 2016

GRABEN GRABEN

Sammy Baloji, Shlomit Bauman, Oliver van den Berg, Roswitha von den Driesch/Jens-Uwe Dyffort, Anna Lena Grau, Sven Kalden, Hendrik Lietmann, Ingeborg Lockemann, Inken Reinert

GRABEN GRABEN stellt künstlerische Positionen vor, die sich mit Transformationen und Deformationen von Landschaften sowie urbanen Veränderungen aufgrund von Rohstoff­gewinnung und -verwertung beschäftigen. Einige Arbeiten sind dokumentarisch-investigativ oder haben eine erzählerische Herangehensweise. Andere sind von visuellen Eindrücken inspiriert, die Landschaftstransformationen und Stadtbildveränderungen hervorrufen.

9. April – 29. Mai 2016

Art & Anthropology

Ethnographische Bezüge in der zeitgenössischen Kunst

Antje Engelmann, Olaf Holzapfel, Riikka Kuoppala, Cyrill Lachauer, Nadia Lichtig, Maix Mayer, Gabriel Rossell Santillán, Mathilde ter Heijne u.a.

Um Bilder des Anderen aufzuspüren, nutzt Art & Anthropology ethnographische Methoden. Gemeinsam erkunden die Beteiligten Identitäten, Formen des Zusammenlebens und Sehnsüchte von heute. Sprachenvielfalt und unterschiedliche Perspektiven, Eigenes und Fremdes prägen den verstehenden Dialog. Die in der Ausstellung gezeigten Medien reichen von Installation, Film, Fotografie bis zu Objekten. Diese Werke sind als künstlerische Feldforschungen zu verstehen und führen uns u.a. nach Argentinien, Namibia oder Mexiko – mit ihnen entsteht ein poetischer Möglichkeitsraum.
Kuratiert von Christine Nippe und Heike Fuhlbrügge

23. Januar 2016 – 3. April 2016

Ausstellungen 2015

Ashkan Sahihi – Die Berlinerin

Ashkan Sahihi fotografierte für seine Momentaufnahme der Stadt Berlin mehr als 370 Frauen, die dauerhaft oder zeitweise hier leben. Sie alle sind auf ganz individuelle Weise Teil der Dynamik, die Berlin heute wie keine andere Metropole Europas ausmacht. Szenefrauen, Mütter, Unternehmerinnen, Angestellte – Sahihi zeigt Frauen, die von ihren Milieus geprägt sind und sich doch immer wieder den gängigen Zuschreibungen entziehen. Beim Gang durch die Ausstellung, die in drei Monatsetappen jeweils rund 100 Porträts zeigt, begegnet man Berlinerinnen, die selbstbewusst, skeptisch, mutig, reserviert und offen ins Leben blicken.

17. Oktober 2015 – 10. Januar 2016

Andere Gärten

Barbara Eitel, Jörg Finus, Juliane Laitzsch, Lätitia Norkeit, Farkhondeh Shahroudi, Nele Ströbel, Urban Plant Research

Die Ausstellung in der ehemaligen Orangerie des denkmalgeschützten, neo-barocken Körnerparks nähert sich aus unterschiedlichen Richtungen dem Thema „Garten“ an. Dazu gehört einerseits die Vision vom Garten als entschleunigter Verweilort in der Tradition des Paradiesgartens oder des hortus conclusus und das Urban Gardening als anarchische Rückeroberung von Stadtraum und soziale Utopie. Andererseits setzt sich die Ausstellung kritisch mit dem Thema Eskapismus auseinander und hinterfragt die Illusion bzw. Inszenierung von Rückzugsräumen vor dem Hintergrund der „Vernutzung“ von Natur.
Kuratiert von Dorothee Bienert

18. Juli – 11. Oktober 2015

Post-Soviet Cassandras

Anatoly Belov, Gandhi, Shifra Kazhdan, Victoria Lomasko, Marina Naprushkina, Nadia Plungian

In der Ausstellung setzen sich Künstler*innen aus Russland, der Ukraine und Belarus kritisch mit der gesellschaftspolitischen Situation in ihren Ländern auseinander. Diskriminierungen in Form von psychischer wie auch physischer Gewalt sind für Randgruppen im russisch­sprachigen Raum nach wie vor an der Tagesordnung. In den künstlerischen Arbeiten geht es um eine Analyse der gegenwärtigen sozialen Realität: um Frauenrechte und Geschlechter­rollen, um das Fehlen eines politischen Dialogs, um Glück und Unglück in den Rand­gruppen der Gesellschaft. Trotz eklatanter Missstände entwerfen die Künstler*innen mit den Mitteln der Kunst Visionen für eine gemeinschaftliche Zukunft.
Kuratiert von Dorothee Bienert, Victoria Lomasko, Nadia Plungian, Antje Weitzel

25. April – 12. Juli 2015

Exitus – Tod, Trauer, Melancholie

Tor Børresen (NO), Peter Brandt (DK)/Sands Murray-Wassink (US/NL), Mattias Härenstam (SE), Thomas Henriksson (SE/DE), Jannicke Låker (NO/DE), Sverre Malling (NO), Claudia Reinhardt (DE), Ursula Reuter Christiansen (DE/DK), Jo Spence (GB), Per Teljer (SE/DE)

Der Tod war und ist für Künstler*innen in allen Epochen ein dringendes Thema. Trauer und Melancholie, Sterben und die Angst vor dem Tod sind empirische, existenzielle Erfahrungen mit denen jeder Mensch konfrontiert ist. Exitus bedeutet Tod und Ausgang. Sich mit dem Tod zu beschäftigen heißt, sich mit den Verlusten auseinanderzusetzen, mit denen man im Leben konfrontiert ist. Alle in der Ausstellung vorgestellten Malereien, Fotografien, Zeichnungen, Skulpturen, Videos und Installationen zum Thema Tod verbindet die Perspektive des subjektiven Standpunkts. Es geht nicht um abstrakte, allgemeine Überlegungen, sondern die persönliche Betroffenheit ist als roter Faden deutlich.
Kuratiert von Claudia Reinhard

31. Januar – 19. April 2015