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Potsdam - Innenstadt

Holländisches Viertel, Nauener Tor und Schiffbauergasse: Potsdams Innenstadt muss sich nicht hinter Sanssouci und Co. verstecken.
Das Brandenburger Tor in Potsdam
Das Brandenburger Tor in Potsdam wurde von Carl von Gontard und Georg Christian Unger im Auftrag Friedrichs II. in Potsdam gebaut. Es steht am westlichen Ende der Brandenburger Straße am Luisenplatz. © TMB Fotoarchiv/Boettcher

Potsdam hat weit mehr zu bieten als seine berühmten Parks und Schlösser. Auch die Innenstadt der unmittelbar südwestlich vor Berlin gelegenen Landeshauptstadt Brandenburgs ist sehenswert.

Holländisches Viertel in Potsdam
Das Holländische Viertel in Potsdam wurde vom Architekten Jan Bouman im Auftrage des Soldatenkönigs in Potsdam gebaut. Ecke Mittel- und Benkertstrasse.

Holländisches Viertel

Um die Mittel- und Benkertstraße befindet sich das Holländische Viertel, das einzige in dieser Größe und Art erhaltene außerhalb der Niederlande. Die 134 roten Backsteinbauten mit ihren Giebeln und Traufen sowie bunten Fensterläden, das Kopfsteinpflaster, die Antiquitäten- und anderen Läden sowie die urigen Kneipen und kleinen Cafés ziehen sowohl Einheimische als auch Touristen an. Erbaut wurde das Viertel im 18. Jahrhundert im Auftrag Friedrich Wilhelm I., der damit Holländer nach Potsdam locken wollte. Der Hauptmann von Köpenick kaufte übrigens seine Uniform in einem der Antiquitätenläden des Holländischen Viertels.

Potsdam - Nauener Tor
Das Nauener Tor in Potsdam bei Berlin März 1953, Bild 183-18890-0005

Nauener Tor

Unmittelbar anschließend an das Holländische Viertel befindet sich das Nauener Tor. Der beliebte Treffpunkt ist eines von drei erhaltenen Stadttoren. Das heutige Tor im von England beeinflussten neugotischen Stil entstand Mitte des 18. Jahrhunderts aus einem älteren Tor. In den Zinnen des einen Türmchens steht ein kleines Bäumchen. Dieses kam einst durch den Willen der Natur dahin, und da es Friedrich Wilhelm von Preußen gefiel, hat das Bäumchen nun einen eigenen Topf. Mittwochs und samstags findet am Tor ein Wochenmarkt statt.

Potsdam
St. Peter-und-Paul-Kirche

St. Peter-und-Paul-Kirche

Zentral in Potsdams Innenstadt gelegen ist die katholische Propsteikirche St. Peter und Paul.
Der eindrucksvolle 60 Meter hohe Glockenturm ist eine Nachbildung des Kampanile von San Zeno in Verona. Die gelbe Backsteinkirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Stil des Historismus erbaut. Byzantinische und romanische Einflüsse sind zu erkennen. Im Inneren der Kirche sind drei Gemälde des Barock- und Rokoko-Malers Antoine Pesne zu sehen.

Brandenburger Tor

Am Luisenplatz befindet sich das Brandenburger Tor. Es ist knapp 20 Jahre älter als sein Berliner Namensvetter und etwas kleiner. Das ursprüngliche Tor wurde zum Ende des Siebenjährigen Krieges abgerissen und durch das heutige Tor ersetzt. Es wurde im römischen Stil nach Vorbild des Konstantinbogens in Rom errichtet, mit korinthischen Doppelsäulen, verkröpftem Gebälk und Posaunenblasenden Famen.

Das Brandenburger Tor in Potsdam
Das Brandenburger Tor in Potsdam wurde von Carl von Gontard und Georg Christian Unger im Auftrag Friedrichs II. in Potsdam gebaut.

Die zwei Torseiten sind jedoch aufgrund zweier verschiedener Architekten vollkommen unterschiedlich gestaltet. Korinthische Trophäen und Lisenen zeigt die zur Stadt gewandte Seite, das Werk von Carl von Gontard. Die andere Seite, von seinem Schüler Georg Christian Unger gestaltet, weist viele Schnörkel und korinthische Doppelsäulen auf.

Nikolaikirche am Alten Markt

Die protestantische Nikolaikirche ist das Wahrzeichen Potsdams. Ihr kupfernes Kuppeldach ist von weither sichtbar. Sie ist eines der bedeutendsten Bauwerke des deutschen Klassizismus und wurde von Karl Friedrich Schinkel entworfen; Ludwig Persius und August Stüler erbauten sie schließlich.

Potsdam
Alter Markt mit Nikolaikirche, Fortunaportal und Obelisk

Eigentlich wollte schon Friedrich Wilhelm II. eine neue Kirche bauen lassen, nachdem die vorherigen entweder zu klein waren oder durch Brände zerstört wurden, doch reichte das Geld nach dem Krieg gegen Frankreich nicht. Also gab sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm III., Anfang des 19. Jahrhunderts die Kirche mit ihrem heutigen Aussehen, doch mit flachem Satteldach in Auftrag. Erst unter Friedrich Wilhelm IV. bekam die Nikolaikirche ihr heutiges Kuppeldach, so wie von Schinkel geplant, der das Panthéon in Paris und die St. Pauls Cathedral in London zum Vorbild nahm. Leider wurde die Kirche zu Ende des Zweiten Weltkrieges fast vollständig zerstört und erst 1981 wiederaufgebaut.

Die Nikolaikirche steht am Alten Markt, wo sich auch das Alte Rathaus, ein Obelisk und das wiedererrichtete Fortunaportal befinden. Das Portal stellt den ehemaligen Eingang zum Potsdamer Stadtschloss dar, das sich einst an dieser Stelle befand. 1960 wurde dieses aufgrund der starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg abgerissen.

Schiffbauergasse und Hans-Otto-Theater

Auch Kultur und Nachtleben kommen in Potsdam nicht zu kurz. Ein beliebter Anlaufpunkt ist die Schiffbauergasse, direkt am Tiefen See gelegen, an deren Ende auch das Hans-Otto-Theater steht. Wo früher Dampfschiffe gebaut, Fische gezüchtet und Wäsche gewaschen wurde, wird heute Kunst ausgestellt, Konzerten gelauscht, getanzt, werden Kinofilme betrachtet und Theater gemacht. Auch Hightech-Unternehmen wie das Volkswagen Design Center und der Softwarekonzern Oracle haben sich hier angesiedelt.

Hans-Otto-Theater, Potsdam
Das neu errichtete Hans-Otto-Theater Potsdam am Kulturstandort Schiffbauergasse Potsdam, direkt am Ufer des Tiefen Sees gelegen, bei Dämmerung, beleuchtet.

Seit 2006 gibt es das neue Hans-Otto-Theater, das mit seinen rot geschwungenen Schalendächern ein bisschen an die Oper von Sydney erinnert. Durch die großen Glasfenster des vom Architekten Gottfried Böhm entworfenen Gebäudes, kann man von Innen auf den Tiefen See und den Babelsberger Park blicken. Ein vielseitiges Repertoire von klassisch bis modern wird, manchmal auch von berühmten Schauspielern wie Katharina Thalbach, unter Leitung von Intendant Eric Laufenberg dargeboten.

Informationen

Anreise

Potsdam liegt südwestlich vor Berlin.

Potsdam ist mit der S7 oder dem RE1 zu erreichen.

Mit dem Auto: Über die A115 oder die B1 gelangt man von Berlin nach Potsdam.

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