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"Über uns": die Koordinierungsstelle

Viele ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter benötigen Dokumente, um einen Entschädigungs-Anspruch nach dem Stiftungserrichtungsgesetz(Externer Link) nachweisen zu können. Die Koordinierungsstelle des Bundeslandes Berlin sucht entsprechend der gesetzlichen Auskunftspflicht (§ 18 des Gesetzes) für die Betroffenen nach entsprechenden Unterlagen in Archiven, Aktenbeständen bei öffentlichen Stellen und Unternehmen. Im Negativfall unterstützt sie den Antragsteller durch historische Recherchen bei der Glaubhaftmachung seiner Leistungsberechtigung. Sie wurde eingerichtet aufgrund des einstimmigen Beschlusses des Berliner Abgeordnetenhauses(Externer Link) vom 1. Februar 2001 (S. 1291/C, 1303/D), der gleichzeitig auch die Einrichtung einer Dokumentationsstätte zur NS-Zwangsarbeit befürwortete.

In den meisten Bundesländern wurden die Landeskoordinierungsstellen bei den Staatsarchiven angesiedelt; in Berlin wurde wegen des gerade laufenden Umzugs des Landesarchivs die Koordinierungsstelle bei der Entschädigungsbehörde (Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten, Abt. I) eingerichtet. Vorausgegangen waren bundesweite Abstimmungen (Besprechung mit der Stiftung EVZ(Externer Link), dem Bundesarchiv(Externer Link), dem Internationalen Suchdienst des Roten Kreuzes (ISD)(Externer Link) und dem Bundesverband Information und Beratung e.V.(Externer Link) am 30. November 2000), sowie Aufrufe von mit der Thematik befassten Bürgerinitiativen in Berlin ("Berliner Appell" von Kontakte e.V.(Externer Link) und der Berliner Geschichtswerkstatt e.V.(Externer Link) am 22. November 2000).

Die Arbeit der Berliner Koordinierungsstelle unterscheidet sich von der der Landeskoordinierungsstellen in den Flächenländern insofern, als sich die Recherchetätigkeit hier auf die Koordinierungsstelle konzentriert, während die Koordinierungsstellen in den Flächenländern neben eigenen Recherchen die Nachfragen auf die Lokalarchive verteilen.

Die im Februar 2001 zügig eingerichtete und mit einer Gruppe von Rechercheuren für die Einzelfallbearbeitung besetzte Koordinierungsstelle wurde ab 9. April 2001 durch ein Historikerteam und eine Kooperation mit dem Verein "Kontakte e.V." verstärkt. Damit konnte das in der langjährigen lokalhistorischen Forschung der Berliner Regionalmuseen, der Berliner Geschichtswerkstatt und anderer Initiativen erarbeitete Spezialwissen zur NS-Zwangsarbeit für die Nachweisrecherche fruchtbar gemacht werden.

In dem Verfahren der Zwangsarbeiterentschädigung gilt es, strikt zu unterscheiden zwischen der Entscheidungsebene und der Nachweisrecherche. Die Entscheidung über die Bewilligung der Entschädigungszahlung liegt bei der Stiftung EVZ und den Partnerorganisationen. Die Koordinierungsstelle ist auf der Ebene der Nachweisrecherche angesiedelt. Ihre Zuständigkeit erstreckt sich nur auf den Raum Berlin.

Die Koordinierungsstelle verfügt über ein Archiv an Nachweisersuchen ehemaliger Zwangsarbeiter, in denen Angaben zum Verfolgungsweg bis hin zu detaillierteren Berichten enthalten sind. Dieses Archiv und der durch die Recherchetätigkeit der Koordinierungsstelle entstandene Informationspool zu in Berlin eingesetzten Zwangsarbeitern, Zwangsarbeiterlagern, Firmen, die Zwangsarbeiter beschäftigten, und Quellenbeständen gilt es nach Beendigung der Arbeit der Koordinierungsstelle für die Forschung zu bewahren. Vor einer öffentlichen Nutzung ist ein Konzept für die Aufarbeitung und Präsentation der Materialien zu entwickeln, sind Dubletten abzugleichen, Tabellen zu bereinigen und Datenschutzfragen zu klären.
Wünschenswert wäre darüber hinaus ein zentrales Informationsportal im Internet, in dem alle Landeskoordinierungsstellen und die übrigen in Deutschland und in den Heimatländern der Antragsteller mit der Nachweisrecherche befassten Stellen ihre Erkenntnisse zugänglich machen.

Kontakt

Landesamt für Bürger-
und Ordnungs-
angelegenheiten

Abt. I, Koordinierungsstelle zur Ausführung des Bundesgesetzes zur Errichtung einer Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft"

Fehrbelliner Platz 1

10707 Berlin