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Quellenbestände

Beispiele neu erschlossener Quellenbestände:

  • Lager-, Firmen und Personendaten aus dem "Archiv des Services des Victimes de la Guerre" (sog. Brüsseler Akten), die in Berlin nach dem Krieg vom Belgischen Nationalen Suchdienst (BNTB) erstellt wurden.
  • Vom Heimatmuseum Köpenick erhielt die Koordinierungsstelle eine Datei mit 913 Namen von Zwangsarbeitern des AEG-Transformatorenwerks Oberspree, die auf einer Kartei der Werksausweise beruht.
  • Aus den noch überlieferten, handschriftlich geführten Tätigkeitsbüchern Berliner Polizeireviere wurden 615 Namen von Zwangsarbeitern erfasst.
  • Mehrere Dateien mit gut 1 000 osteuropäischen Namen beruhen auf den weit umfangreicheren Listen von "Angehörigen der Vereinten Nationen", die die Polizeireviere in Prenzlauer Berg, Weißensee und Charlottenburg 1946 auf Anordnung der Alliierten erstellten.
  • Im gleichen Kontext entstanden Listen mit fast 6 000 Namen von sowjetischen Zwangsarbeitern bei der Reichsbahndirektion Berlin, die im ehemaligen NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit, heute Bundesarchiv Dahlwitz-Hoppegarten, entdeckt wurden.
  • 1 848 osteuropäische Namen wurden den Personallisten des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt Berlin entnommen, die als unerschlossene Bestände über die Oberfinanzdirektion an das Bundesarchiv kamen.
  • Aufgrund einer Anordnung Heinrich Himmlers wurden 1943-44 die Personendaten neugeborener Kinder ausländischer Zwangsarbeiterinnen und ihrer Eltern in Listen dokumentiert. Eine Liste mit 1 400 Namen aus dem Landesarchiv wurde erfasst.
  • Firmenbestände aus dem Deutschen Technikmuseum Berlin konnten gesichtet und die Namen von ausländischen AEG-MitarbeiterInnen erfasst werden.
  • Von der Deutschen Bank erhielt die Koordinierungsstelle eine reichsweite Lohnkontenliste der Organisation Todt und des GBI mit 27 000 Namen.
  • Aus der Datenbank von "Memorial", Moskau, konnten die Namen von 13 000 Berliner Zwangsarbeitern, häufig mit Angabe der Firma und/oder des Lagers, übertragen werden.
  • Aus der Personalkartei der Berliner Feuerwehr konnten die Namen und Personaldaten von über 100 Ukrainern erfasst werden.
  • Aus den Patienteneingangsbüchern des Krankenhauses Wittenau und der Wittenauer Heilstätten wurden knapp 2 000 Namen von Ausländern erfasst.
  • Gegenwärtig werden aus einem Bestand von schätzungsweise 16 000 Reichsbahnversicherungskarten der BVA Bezirksleitung Münster die Geburtsjahrgänge 1924-1933 (6 Kartons, ca. 4 000 bis 5 000 Namen), soweit sie als Ostarbeiter oder Polen ausgewiesen sind, für eine Tiefenerschließung ausgewertet. Der Bestand wird im Landesarchiv aufbewahrt.
  • Aus dem Krankenbuchlager Berlin konnten Namen von erkrankten Zwangsarbeitern erfasst werden, z. B. aus dem Patientenbuch des Krankenhauses Hohengatow der Organisation Todt.
  • Von der Arbeitsstelle für Zeitgeschichte des Erzbistums Berlin konnte die Koordinierungsstelle über 500 Namen von im St. Hedwigs Krankenhaus behandelten Ausländern bekommen.
Außer diesen namentlichen Listen wurden Aufstellungen von Zwangsarbeiterlagern und Zwangsarbeitsfirmen gesammelt. Eine wichtige Quelle ist die Reichsbetriebskartei Berlin. 1943/44 in der AG "Maschinelles Berichtswesen" des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion (RMfRuK) entstanden, erfasst sie in erster Linie diejenigen Betriebe der "Reichsgruppe Industrie", für die ein rüstungswirtschaftliches Interesse bestand. Es handelt sich somit um Wehrwirtschaftsbetriebe, in denen zu dieser Zeit in der Regel viele ZwangsarbeiterInnen eingesetzt waren. Die Angaben zu den ca. 2 000 Betrieben und Betriebsteilen geben u.a. Aufschluss über das Produktionsprofil, die Betriebsfläche, sowie die Anzahl der Beschäftigten und die Namen der verantwortlichen Betriebsführer. Aus der Berlin-Datenbank, die im Zuge der Erarbeitung des Ehrenbuches Berliner Juden zusammengestellt worden war, konnten 1 500 Berliner Firmen erfasst werden, die jüdische Zwangsarbeiter beschäftigten. Durch einen Kooperationsvertrag mit dem "Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen" (ARB) konnte die Koordinierungsstelle nach Bezirken erfasste Dateien und Datenbanken übernehmen, die in den Jahren 2000-2002 im Rahmen der Ausstellung "Zwangsarbeit in Berlin (1938-1945)" zusammengetragen worden waren. Auf der Seite www.zwangsarbeit-forschung.de(Externer Link) wurden Listen von 600 Zivilarbeiterlagern aus Kreuzberg, Mitte und Tiergarten veröffentlicht. Während bisher z. B. ca. 60 Kreuzberger Lager bekannt waren, sind darin 365 Lager verzeichnet; demnach dürfte die Gesamtzahl der Berliner Lager ein Vielfaches des bisher Bekannten betragen (ca. 3 500 bis 4 000). Im Bundesarchiv in Hoppegarten wurde eine Aufstellung der bezirklichen Gesundheitsämter von 1943 entdeckt, die 1 012 Zwangsarbeiterlager in Berlin mit Anzahl und Nationalität der Insassen auflistet.

Kontakt

Landesamt für Bürger-
und Ordnungs-
angelegenheiten
Abt. I, Koordinierungsstelle zur Ausführung des Bundesgesetzes zur Errichtung einer Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft"
Fehrbelliner Platz 1
10707 Berlin