Grundwissen Lärm

Worum geht es?

Gashorn
Bild: Peter Suneson, freeimages.com

Im Folgenden werden einige Begriffe näher erklärt, deren Kenntnis zum besseren Verständnis der Thematik, insbesondere der in den Rechtsvorschriften als bekannt vorausgesetzten technischen Zusammenhänge, hilfreich ist.

Technische Grundlagen

  • Lärm ist Schall, der den Menschen belästigt oder gefährdet.
  • Schall entsteht durch Schwingungen gasförmiger, flüssiger oder fester Körper. Man unterscheidet hauptsächlich Luft- und Körperschall.
  • Beim Luftschall treten Schwingungen als Druckschwankungen in der Luft auf.
  • Sie sind im Wesentlichen durch die Größe der Druckschwankungen (Schalldruckpegel) und die Anzahl der Druckschwankungen in der Zeiteinheit (Frequenz) gekennzeichnet.
  • Das menschliche Ohr nimmt Luftschall im Bereich von etwa 20 bis 16 000 Schwingungen pro Sekunde wahr. Die Druckschwankungen können große Unterschiede aufweisen, etwa vom leisen Uhrenticken bis zum Donner oder dem Knall einer Explosion.
  • Schall kann mit geeigneten Geräten gemessen werden (Schallpegelmesser). Die Größe der Druckschwankungen, der Schalldruckpegel, wird in Dezibel, abgekürzt dB, angegeben. Der Pegel stellt das logarithmische Verhältnis des wirksamen Schalldrucks zum Bezugsschalldruck (Hörschwelle) dar. Die Schwingungszahl pro Sekunde, die Frequenz, wird in Hertz, abgekürzt Hz, gemessen.
  • Je nach zeitlichem Ablauf unterscheidet man Dauerlärm, unterbrochenen Lärm und Impulslärm. Von Impulslärm spricht man insbesondere bei kurzen Schallspitzen, die sich deutlich vom übrigen Geräuschpegel abheben (Schreibmaschine, Hämmern, Schlaggeräusche). Impulslärm kann das Ohr stärker belasten als vergleichbarer Dauerlärm.
  • Die Übertragung in festen Körpern (Mauerwerk, Maschinenteile, Rohrleitungen) nennt man Körperschall.

Schallminderung

  • Schalldämmung ist die Behinderung der Schallausbreitung durch Trennflächen. Die Schalldämmung einer Trennwand nimmt mit deren Flächengewicht zu: dicke, schwere Wände dämmen den Schall besser als leichte, dünne Wände. Im Entstehungsraum der Schallenergie kann es infolge der Dämmung zu einer Erhöhung des Schallpegels kommen. Es sind dann unter Umständen zugleich Maßnahmen zur Schalldämpfung zweckmäßig.
  • Schalldämpfung ist die Absorption von Schallenergie durch Umwandlung in Wärme, z.B. an porösen Oberflächen. Stoffe mit großer spezifischer Oberfläche (z.B. Mineralwolle, faserige Strukturen) haben ein hohes “Schluckvermögen”; Stoffe mit dichter, harter Oberfläche (z.B. Betonwände, Kacheln) haben ein geringes Schallschluckvermögen.

Schalldruckpegel

  • Die Beurteilung einer Lärmquelle soll der subjektiven Empfindung des menschlichen Ohres nahe kommen. Man misst deswegen den so genannten A-bewerteten Schalldruckpegel, ausgedrückt in Dezibel(A) oder kurz dB(A). Die bewertete Messung berücksichtigt die frequenzabhängige Schallempfindung des Ohres. Der Schalldruckpegel nimmt mit der Vergrößerung der Entfernung zwischen Schallquelle und Immissionsort (Ort an dem eine Störung durch Lärm auftritt) erheblich ab.
  • Als Faustregel kann man sagen, dass bei ungehinderter Schallausbreitung im Freien mit der Verdoppelung der Entfernung der Schalldruckpegel für nahezu punktförmige Schallquellen wie z.B. Lautsprecher, Maschinen oder Abluftaustritte etwa um 6 dB, für eher linienförmige Schallquellen wie z.B. Straßen, Schienenwege oder längere Förderanlagen etwa um 3 dB abnimmt. In geschlossenen Räumen gilt diese Regel nicht ohne weiteres. Eine Zunahme des Schalldruckpegels um 10 dB entspricht etwa der Verdoppelung der Lautstärkewahrnehmung.

Einwirkung von Lärm auf den Menschen

  • Schalldruckpegel unter 65 dB(A), gemittelt über einen längeren Zeitraum (Dauerschalldruckpegel) lösen psychische Reaktionen aus (Belästigung).
  • Bei Dauerschalldruckpegeln über 65 dB(A) kann es zusätzlich zu vegetativen Reaktionen kommen, z.B. im Kreislaufsystem. Dadurch kann die körperliche und geistige Belastung bei der Arbeit ansteigen.
  • Bei einem Dauerschalldruckpegel von 90 dB(A) besteht nach jahrelanger Einwirkung über mehrere Stunden am Tage die Gefahr einer Schädigung des Hörorgans, die zur Lärmschwerhörigkeit führt. Bei höheren Dauerschalldruckpegeln können Gehörschäden entsprechend früher auftreten. Auch bei Dauerlärm mit mehr als 85 dB(A) können bereits Gehörschäden auftreten.
  • Hohe Frequenzen und Impulslärm schädigen das Gehör besonders.
Beispielgrafik für Lärmrichtwerte
Bild: Umwelt- und Naturschutzamt CW

Die Grafik zeigt zur Veranschaulichung eine grobe Übersicht zu den möglichen Immissionen durch verschiedene Geräuschquellen.