Elterngeld: Basiselterngeld und ElterngeldPlus

Kleinkind mit Löffel im Mund sitzt im Kinderstuhl

Damit sich erwerbstätige Eltern in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes viel Zeit für die Betreuung nehmen können, müssen sie im Beruf kürzertreten.  Das wegfallende Einkommen wird während der Elternzeit dazu zum Teil durch das Elterngeld ersetzt.

Wer bekommt Elterngeld?

Berechtigt sind beschäftigte und selbständige Eltern, die das Kind selbst betreuen und höchstens 32 Stunden pro Woche arbeiten. Das können auch Adoptiveltern oder Großeltern sein, nicht aber Pflegeeltern - diese bekommen stattdessen finanzielle Unterstützung vom Jugendamt.

Auch Arbeitslose und Studierende können Elterngeld bekommen. Allerdings wird es auf ALG II angerechnet.

Wie viel Elterngeld gibt es?

Das Elterngeld orientiert sich am Bruttoeinkommen des betreuenden Elternteils. Davon wird eine Pauschale abgezogen, um das durchschnittliche Nettoeinkommen zu ermitteln. Es kann sinnvoll sein, zu Beginn der Schwangerschaft die Steuerklasse zu wechseln, um später mehr Elterngeld zu erhalten. Bei Selbstständigen wird der Steuerbescheid des Vorjahres zu Grunde gelegt. Ein Antragsrecht für Eltern mit geringen selbständigen Nebeneinkünften soll künftig Einnahmen im Elterngeld besser berücksichtigen.

Die Höhe des Elterngeldes kann vorab mit dem Elterngeldrechner des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermittelt werden. Einkommenersatzleistungen wie Kurzarbeitgeld oder Krankengeld verringern das Elterngeld nicht.

Wenn Elternpaare im Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes ein zu versteuerndes Einkommen von zusammen über 300.000 Euro hatten, erhalten sie kein Elterngeld. Für Alleinerziehende liegt die Grenze bei 250.000 Euro.

Basiselterngeld

Das so genannte Basiselterngeld kann für zwei bis maximal 14 Lebensmonate des Kindes bezogen werden. Dabei kann ein Elternteil zwei bis maximal zwölf Monate Elterngeld beziehen. Nehmen beide Elternteile Elterngeld in Anspruch, so wird es zwei weitere Monate gezahlt (Partnermonate). Alleinerziehende bekommen 14 Monate Elterngeld.

ElterngeldPlus

Eltern von Kindern, die Teilzeit arbeiten möchten, können zwischen dem Basiselterngeld und dem ElterngeldPlus wählen. Das ElterngeldPlus beträgt maximal die halbe Höhe des Elterngeldes, das dem Elternteil ohne Einkommen nach der Geburt zustünde. Dafür wird es doppelt so lange gezahlt. Ein Elterngeldmonat entspricht also zwei ElterngeldPlus-Monaten. Eine Kombination aus Basiselterngeld und ElterngeldPlus ist ebenfalls möglich.

Partnerschaftsbonus

Eltern, die zwei bis vier Monate beide in Teilzeit im Schnitt zwischen 24 und 32 Wochenstunden arbeiten und ElterngeldPlus beziehen, erhalten für diese Monate zusätzlich einen Partnerschaftsbonus zwischen 150 und 900 Euro im Monat. Alleinerziehenden werden ebenfalls vier zusätzliche Monate ElterngeldPlus gezahlt.

Elterngeld beantragen

Der Antrag sollte möglichst bald nach der Geburt schriftlich bei der Elterngeldstelle eingereicht werden. Elterngeld wird nämlich nur drei Monate rückwirkend ausgezahlt. Über das Portal ElterngeldDigital des Bundesministeriums kann der Antrag online gestellt werden.

Zusätzliches Geld für Frühchen

Eltern frühgeborener Kinder erhalten bis zu 4 Elterngeldmonate mehr: Kommt das Baby mindestens sechs Wochen vor dem berechneten Termin zur Welt, gibt es einen zusätzlichen Monat Basiselterngeld. Kommt es acht Wochen zu früh, gibt es zwei Basiselterngeldmonate, bei zwölf Wochen drei Monate und bei 16 Wochen vier. Diese zusätzlichen Basiselterngeld-Monate können auch in ElterngeldPlus umwandelt werden.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zum Elterngeld gibt es unter anderem auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie in der Broschüre „Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit“.

Downloads

Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen: Eltern im Job

Broschüre mit Tipps von der Schwangerschaft bis zum Wiedereinstieg in den Beruf für Mütter, Väter und Unternehmen in Berlin. (Stand: 10/2014)

PDF-Dokument
Copyright: Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen

Elterngeld und Elternzeit

Broschüre (Stand. 07/2022).

PDF-Dokument
Copyright: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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